Dienstag, 03. Dezember 2019

Ein Adventskalender, der aus Menschen besteht

Alexandra Stiefel (mittig) bei der Tat. 

Der lebendige Adventskalender in Speyer bereitet seit 25 Jahren auf Heiligabend vor.

Speyer. Am ersten Tag versammelten sich rund 30 Speyererinnen und Speyerer, die gemeinsam das erste Türchen am lebendigen Adventskalender öffneten. Genauer gesagt war es keine Tür, sondern ein Fenster und geöffnet wurde es von Alexandra Stiefel. „In diesem Jahr ging es bei mir um die Legende vom Strohstern und seine symbolische Bedeutung“, so die Mitarbeiterin des Priesterseminars, die seit 25 Jahren den lebendigen Adventskalender organisiert.

Insgesamt werden bis Heiligabend 23 Fenster geöffnet, in der Regel jeweils um 18 Uhr. Bis zu eine Stunde lang soll hier Raum und Zeit für Besinnung sein. „Es geht darum einen Moment innezuhalten und neue Impulse zu bekommen“, so Frau Stiefel. Das passiert über erzählte Geschichten, Gesang und kreativ gestaltete Fenster: „Es hat sogar schon richtige Hauskonzerte gegeben, bei denen das offene Fenster die musizierende Familie gezeigt hat“. Glühwein und Gebäck fördern den gegenseitigen Austausch und das Kennenlernen. Neben zahlreichen Familien sind in der Dompfarrei Pax Christi beispielsweise auch Kindergärten, ein Chor, Kommunionkinder sowie Messdiener bei dem Adventskalender aktiv.

Groß beworben wird der Adventskalender nicht, um den persönlichen Rahmen zu wahren. „Es läuft viel über Mundpropaganda, es kommen immer wieder neue Leute dazu, sowohl als Besuchende, als auch bei den Kreativen“, so Stiefel. Denn wie beim gewöhnlichen Adventskalender wissen auch hier die Besucher vorher nicht, was sie hinter dem nächsten Fenster erwartet.

Zwei der „Fenster“ sind auch für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich. Am Freitag, dem 13.12, geht es ab 20 Uhr in der Kapelle der Dominikanerinnen in der Holzstraße um das Taizé-Gebet. Am Montag, dem 16.12, wird um 19 Uhr am Bruder Konrad Haus, Am Anger 8, der Chor „Perspektiven“ von St. Konrad seinen Auftritt haben. „Es ist viel Arbeit alles vorzubereiten und sich Gedanken darüber zu machen – aber es lohnt sich“, zieht Alexandra Stiefel ein Fazit zum lebendigen Adventskalender.

Text/Foto: is