Mittwoch, 29. Januar 2020

Bistum erprobt neues Modell der Pfarreileitung

 

Pfarrei Heilig Kreuz in Homburg soll künftig von Leitungsteam aus Haupt- und Ehrenamtlichen geführt werden

Homburg. In der Pfarrei Heilig Kreuz in Homburg wird ein neues Modell der Pfarreileitung erprobt: Künftig soll ein Leitungsteam bestehend aus drei hauptamtlichen und zwei ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Pfarrei führen.

„Neue Herausforderungen erfordern neue Antworten“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm, warum das Bistum Speyer in Homburg neue Wege gehen wird. Die Zusammenarbeit im Team sieht er als Chance, dass sich verschiedene Begabungen wechselseitig ergänzen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende sollen künftig gleichberechtigt und auf Augenhöhe in der Leitung der Pfarrei zusammenwirken. „Wir wollen durch diesen Schritt mehr Partizipation und mehr Teamarbeit ermöglichen“, so Generalvikar Sturm.

Gleichzeitig weist er auf den Rückgang pastoraler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum hin. Er betreffe nicht nur die Priester, sondern zeige sich ebenso in den Berufsgruppen der Diakone sowie der Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten. „Schon jetzt haben wir im Bistum mehr als 15 offene Seelsorgerstellen, für die uns geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen.“ In manchen Fällen seien Stellen schon seit mehreren Jahren unbesetzt. „In den nächsten Jahren erreichen deutlich mehr pastoral Mitarbeitende die Altersgrenze als neue Kolleginnen und Kollegen nachkommen“, ergänzt Ordinariatsdirektorin Christine Lambrich, die Leiterin der Hauptabteilung Personal des Bischöflichen Ordinariats. Bis zum Jahr 2030 rechnet sie mit einem Rückgang der aktuell 430 Mitarbeitenden in der Seelsorge um rund ein Drittel.

Dem Leitungsteam in Homburg werden ein Priester, ein Pastoralreferent, ein Gemeindereferent und zwei Ehrenamtliche aus dem Pfarrei- und dem Verwaltungsrat der Pfarrei angehören. Der Priester wird die Rolle eines „moderierenden Priesters“ haben und hauptsächlich Aufgaben bei der Feier der Gottesdienste und in der Seelsorge wahrnehmen. Im Kirchenrecht ist diese Möglichkeit ausdrücklich vorgesehen. Erste Erfahrungen mit dem Modell des „moderierenden Priesters“ hat das Bistum Speyer vor rund 15 Jahren in der Pfarrei St. Pankratius in Berghausen gesammelt.

„Das Bistum wird die Erprobung des neuen Leitungsmodells in Homburg intensiv begleiten“, sichert Generalvikar Sturm zu. Dazu wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Thomas Kiefer, Leiter der Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“ des Bischöflichen Ordinariats, gebildet. Der Arbeitsgruppen gehören Fachleute aus der Personalabteilung und der Gemeindeberatung, Vertreter der pastoralen Berufsgruppen, der Leiter der Abteilung Kirchenrecht, ein Vertreter des Diözesan-Katholikenrats und zwei Mitglieder des neuen Leitungsteams aus der Pfarrei Heilig Kreuz in Homburg an. „Auf diesem Weg wollen wir Erfahrungen gewinnen und gemeinsam reflektieren, die später auch anderen Pfarreien im Bistum zugutekommen sollen“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm.