Freitag, 17. April 2020

Kolping bittet um Unterstützung für Partnerland Tocantins

 

Corona-Virus und Hochwasser im brasilianischen Bundesstaat Tocantins

Der Bundesstaat Tocantins gehört zu den ärmsten Regionen Brasiliens.  Diese Situation stellt das Land mit der Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus bereits vor große Herausforderungen. Am 12.04.2020 waren in Tocantins 26 Fälle von Corona-Infektionen registriert, davon 16 in Palmas. Es ist jedoch bekannt, dass diese Zahlen nicht mit der Realität übereinstimmen. Die Dunkelziffer ist nicht bekannt, da keine Tests für Verdachtsfälle zur Verfügung stehen. Es gibt tausende von Menschen, welche keinen Zugang zu Nahrung haben, ihre Miete nicht mehr zahlen können, viele Arbeitslose und Obdachlose. So versucht z.B. die Kolpingsfa-milie in Palmas die Not etwas zu lindern, indem sie Sammelpunkte für Lebensmittelspenden eingerichtet hat.  Im Norden von Tocantins, in Esperantina, hat es die Menschen jedoch besonders schwer getroffen. Hier macht den Menschen nicht nur das Corona-Virus zu schaffen, sondern zusätzlich ein Hochwasser. Aufgrund einer Überschwemmung der beiden Flüsse Araguaia und Tocantins wurden viele Menschen obdachlos, offiziell waren es am 12.04.2020 65 Familien. Kolping und die Umweltbehörde arbeiten zusammen, um die betroffenen Familien, welche ihrer Lebens-grundlage entzogen wurden und nun vor dem Ruin stehen, zu retten. Es sieht schlimm dort aus, berichtet Diözesanpräses Michael Baldauf, der im täglichen Kontakt mit dem Koordinator des Kolpingwerks Speyer, Michael Anderson, steht, der in Tocantins für den Aufbau und die Betreuung der Kolpingsfamilien verantwortlich ist. Die Bilder, die uns geschickt wurden, lassen schlimmes für die kommende Zeit befürchten. Anderson versucht deshalb mit vielen Freiwilligen Hilfe zu organisieren und u.a. die betroffenen Familien mit Lebensmitteln zu versorgen.

Die Regierung von Brasilien hat zwar am 07.04.2020 eine Beihilfe für alle Familien beschlossen, deren Einkommen unter 500 Reais (das entspricht etwa 88 Euro) oder unter 3 Mindestlöhnen liegt. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass diese Unterstützung, wenn überhaupt, zu spät vor Ort ankommen wird. Wir müssen den Menschen jedoch umgehend Hilfe zukommen lassen, erklärt Diözesanvorsitzender Andreas W. Stellmann. Unbürokratisch und kurzfristig muss dies geschehen. Er erinnert auch an die in diesem Jahr 10-jährige Partnerschaft mit dem Kolping-Landesverband Tocantins. Der Diözesanvorstand hat deshalb, so Walter Rung, Leiter des Arbeitskreises Brasilien, beschlossen, einen Spendenaufruf zu starten. Erste Spenden sind auch schon bereits eingegangen. Die Mittel reichen jedoch bei weitem noch nicht aus. Als erste Hilfemaßnahme hat der Diözesanverband bereits vergangene Woche 2.000 Euro überwiesen.

Jede Spende hilft, um die große Not der Menschen in Brasilien zu lindern. 

Aktionskonto Brasilien
IBAN: DE63 5405 0220 0000 0652 43
BIC: MALADE51KLK                      
Kennwort: Katastrophenhilfe

Das Kolpingwerk zählt in der Diözese Speyer 5.400 Mitglieder in 50 örtlichen Gemeinschaften, den Kolpingsfamilien. 900 Mitglieder sind unter 30 Jahre alt und gehören der Kolpingjugend an. In Deutschland hat der Verband, der sich auf den Seligen Adolph Kolping und seine Katholischen Gesellenvereine zurückführt, 235.000 Mitglieder in 2.400 Kolpingsfamilien. Weltweit zählt das Kolpingwerk in 61 Ländern über 380.000 Mitglieder in 7.300 Kolpingsfamilien. Sein Wahlspruch lautet: „Verantwortlich leben – Solidarisch handeln.“