Donnerstag, 02. Juli 2020

„Meet and talk zum Synodalen Weg“

 

Vertreter der Jugendverbände im Bistum Speyer diskutieren in einer Videokonferenz mit Bischof Wiesemann, Weihbischof Georgens und weiteren Beteiligten am Synodalen Weg

Speyer. Unter dem Motto „Meet and talk digital“ hatte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Speyer am 01.07.20 zu einem Austausch über den Synodalen Weg per Videokonferenz eingeladen. An der Veranstaltung nahmen Vertreter und Vertreterinnen der Katholischen jungen Gemeinde Speyer (KjG), der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Speyer (DPSG), des Referats Ehe und Familie des Bistums Speyer sowie Ansprechpartner des Visionsprozesses des Bistums teil.

Andreas Rubel, Geistliche Verbandsleitung des BDKJ Speyer und Barbara Kirf, Bildungsreferentin der KjG Speyer, führten durch die digitale Veranstaltung. In einer ersten Interviewrunde machte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann deutlich, worauf der Fokus einer Kirche der Zukunft liegen sollte: „Das Stichwort heißt Partizipation! Die Grundvision von Kirche ist für mich die Gemeinschaft von Menschen in der Nachfolge Jesu. Dadurch hat jeder einen Sendungsauftrag und muss Teilhabe haben. Jahrhundertelang wurde Macht von oben ausgeübt. Dabei ging diese Grundvision verloren.“ Felix Goldinger, Ansprechpartner für den Visionsprozess im Bistum Speyer, pflichtet bei: „Möglicherweise trauen uns die Menschen außerhalb der Kirche nicht mehr zu, dass sich die katholische Kirche überhaupt fundamental verändern kann.“

Dass der Wille zur Veränderung von Kirche da ist, zeigte sich in den anschließenden Diskussionsrunden. In zwei Gruppen wurden die Themen „Leben in gelingenden Partnerschaften – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ sowie „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“, zwei der vier Fragestellungen des Synodalen Wegs, diskutiert. Die Vertreterinnen und Vertreter der KjG machten deutlich, dass das Auftreten von Kirche dazu führe, dass Kinder und Jugendliche sich nicht mehr von Kirche angesprochen fühlen. „Das ist sehr schade! Denn dadurch verspielen wir die Chance, junge Menschen für Kirche zu begeistern!“, so Juliana Kassel, Mitglied des Diözesanausschusses der KjG Speyer. Die Diskussion darüber, wie homosexuelle Partnerschaften von Kirche gewertet werden, müsse fortgeführt werden, erklärte Bischof Wiesemann. Seiner Meinung nach ist es möglich, dass sich Traditionen ändern; der Katechismus sei „weiterschreibe-bedürftig“. Simon Schwarzmüller, Diözesanleiter der KjG Speyer, forderte mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf allen Ebenen der katholischen Kirche. Es brauche Leitungsteams, in denen Laien und pastorale Mitarbeiter auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Weihbischof Georgens benannte hier als Grundhaltung für einen gelungenen Austausch: „Der andere hat das erste Wort. Dann erst komme ich!“

Bischof Wiesemann und Weihbischof Georgens sicherten zu, die erarbeiteten Positionen in die Synodalforen zu tragen und forderten die Teilnehmenden dazu auf ihre Standpunkte zu formulieren und ihnen mitzuteilen. Andreas Rubel resümiert die Veranstaltung als großartiges Beteiligungsformat, bei welchem ein fruchtbarer Austausch ermöglicht wurde. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind in Planung.

Text: BDKJ