Donnerstag, 10. März 2016

Bischof Wiesemann als ACK-Vorsitzender bestätigt

Der ACK Vorstand (v.l.): Erzpriester Radu Constantin Miron (Orthodoxe Kirche), Pfarrer Christopher Easthill (Anglikanische Kirche), Bischof Karl-Heinz Wiesemann (römisch-katholische Kirche), Bischöfin Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistische Kirche) und Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche in Deutschland). 

Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland – Ökumenepreis 2017 ausgeschrieben – Erklärung zu Allianz für Weltoffenheit

Bergisch Gladbach. Auf ihrer Sitzung am 9. und 10. März im Kardinal Schulte Haus in Bergisch Gladbach haben die 50 Delegierten den Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland für die nächsten drei Jahre gewählt. Als Vorsitzender wurde Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) im Amt bestätigt. Zudem wurde der Ökumenepreis der ACK 2017 ausgerufen, um den sich ökumenische Initiativen und Projekte bewerben können. Er wird im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg verliehen. Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die ACK der „Allianz für Weltoffenheit“ angeschlossen.

Die ACK sei eine wichtige Plattform für das ökumenische Miteinander, sagte Bischof Wiesemann. Er appellierte an die Mitgliedskirchen der ACK, sich auch weiterhin intensiv dem ökumenischen Dialog zu verpflichten und die ACK als ökumenische Stimme auf ihren verschiedenen Ebenen zu stärken. „Das Ziel der ökumenischen Bewegung ist es, die Kirchen im gemeinsamen Zeugnis und Dienst zu vereinen“, so Bischof Wiesemann. Eine Gelegenheit für dieses Zeugnis für Jesus Christus sei das Gedenken an 500 Jahre Reformation im Jahr 2017. Das Gedenken sei eine große Chance, das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus und die einende Grundlage der Bibel zu stärken und mehr ins Bewusstsein der Kirchen und der Gesellschaft zu rücken.

Neben ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, zum Beispiel mit dem jährlichen ökumenischen Tag der Schöpfung, fördere die ACK das friedliche und respektvolle Miteinander und den Dialog der Konfessionen, aber auch der Kulturen und Religionen. Ihre Mitgliedskirchen hätten eine langjährige Erfahrung bei der Integration. „Diese Erfahrungen wollen wir bei den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einbringen“, umriss Bischof Wiesemann die Vorhaben der nächsten Jahre. “In der ACK erfahren wir die Vielfalt des christlichen Zeugnisses als großen Reichtum und zugleich als Ansporn, die Einheit in Vielfalt zu leben”, sagte der Bischof. Das Miteinander in der ACK stärke das Vertrauen, und das Handeln gebe dem gemeinsamen christlichen Zeugnis in der Welt sichtbaren Ausdruck, so der Bischof.

Vorstand hat fünf Mitglieder und fünf ständige Stellvertreter
Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland einen Vorstand, der sich aus einem Vorsitzenden, zwei Stellvertretungen sowie zwei weiteren Vorstandsmitgliedern zusammensetzt. Bei der Besetzung werden die Kirchenfamilien entsprechend berücksichtigt. Außerdem wählt die Mitgliederversammlung fünf ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder auf die Dauer von drei Jahren. Eine Wiederwahl ist zulässig. Zuletzt wurde der Vorstand im März 2013 gewählt, die meisten der gewählten Vorstandsmitglieder traten daher erneut zur Wahl an. Neu in den Vorstand wurde Pfarrer Christopher Easthill von der anglikanischen Kirche gewählt. Er folgt auf Pastor Heinrich Lüchtenborg, der nach seinem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr zur Wahl angetreten war.

Dem Vorstand gehören nun an: Bischof Karl-Heinz Wiesemann (römisch-katholische Kirche) als Vorsitzender, Bischöfin Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistische Kirche) und Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche in Deutschland) als Stellvertretungen sowie Erzpriester Radu Constantin Miron (Orthodoxe Kirche) und Pfarrer Christopher Easthill (Anglikanische Kirche).
Als ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger (römisch-katholische Kirche), Generalsekretär Christoph Stiba (Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden), Bischöfin Petra Bosse-Huber (Evangelische Kirche in Deutschland), Erzpriester Merawi Tebege (Äthiopisch-orthodoxe Kirche) und Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbstständig evangelisch-lutherische Kirche).

Ökumenepreis der ACK 2017
Die Mitgliederversammlung hat den Ökumenepreis 2017 ausgeschrieben. Alle zwei Jahre zeichnet die ACK in Deutschland mit ihrem Ökumenepreis Projekte und Initiativen aus, die zur Einheit der Christen beitragen und ein gemeinsames Engagement von Christinnen und Christen verschiedener Konfession fördern. Der Preis ist mit 3.000 Euro datiert. Das Preisgeld wird durch die Evangelische Bank und die Bank für Kirche und Caritas zur Verfügung gestellt. Schirmherr ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Verliehen wird der Preis im Anschluss an den zentralen Gottesdienst der ACK zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg. Bewerbungen sind online möglich unter www.oekumenepreis-der-ack.de. Dort finden sich auch weitere Informationen.

Erklärung zu Allianz für Weltoffenheit
Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die Mitgliederversammlung der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Men-schenfeindlichkeit und Gewalt (www.allianz-fuer-weltoffenheit.de)“ angeschlossen. Diese war in Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa von zehn Organisationen ins Leben gerufen worden. Die ACK in Deutschland begrüßt diese Initiative ausdrücklich. Mit dem Anschluss an die Initiative bringe sie das Anliegen aller in der ACK verbundenen Kirchen zum Ausdruck, sich gemeinsam für die Menschenwürde in Deutschland, in Europa und weltweit einzusetzen, heißt es in der Erklärung. Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich zusammen mit den Partnern der „Allianz für Weltoffenheit“ für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Die Mitgliedskirchen distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren, heißt es in der Erklärung.

Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation

In einer ersten Lesung hat sich die Mitgliederversammlung mit einem Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation beschäftigt. Mit dem Wort will die Mitgliederversammlung die ökumenische Dimension der Feierlichkeiten im Jahr 2017 stärken. Die ACK will dazu ermutigen, die Reformation und ihre Folgen gemeinsam zu reflektieren und Impulse aufzunehmen. Gleichzeitig mahnt sie dazu, die Kirchenspaltung und ihre Folgen gemeinsam zu bedenken und an einer „Heilung der leidvollen Erinnerungen“ zu arbeiten. Das Wort soll zusammen mit einer Arbeitshilfe auf der Mitgliederversammlung im Herbst 2016 veröffentlicht werden.

Text/Foto: ACK