Mittwoch, 23. März 2016

Dom-Besucherzentrum öffnet seine Türen

Dom-Besucherzentrum 

Neue Anlaufstelle für Dombesucher direkt neben der Kathedrale

Speyer. Für alle Dom-Besucher und Dom-Interessierten gibt es zukünftig eine neue Anlaufstelle. Direkt neben der romanischen Kathedrale öffnet das neue Dom-Besucherzentrum rechtzeitig vor Ostern seine Türen. Informationen, Eintrittskarten zu Krypta und Turm, Audioguides und ein kleines Warenangebot erwarten dort die Gäste.

„Mit der Eröffnung des Dom-Besucherzentrums geht für uns ein großer Wunsch in Erfüllung“, so der Domkustos, Domkapitular Peter Schappert. „Schon länger gab es die Idee, eine solche Anlaufstelle für Besucher zu schaffen, um diese willkommen zu heißen und zu informieren. Jetzt ist es soweit und wir freuen uns sehr auf die Resonanz. Ein Highlight wird sicher auch die feierliche Eröffnung am 22. Mai, wo wir bei hoffentlich gutem Wetter ein Programm rund um den Dom planen.“

Kompakt, nah, barrierefrei

Eingerichtet wurde das Dom-Besucherzentrum in einem kleinen, kubusartigen Sandsteingebäude auf der Südseite des Doms. Beim Betreten fällt der Blick zunächst auf eine große, runde Empfangstheke. Hier werden die Besucher willkommen geheißen und erhalten Auskunft über Zeiten, Wege und Veranstaltungen. Noch sind die Regale nicht fertig eingeräumt und es riecht nach Farbe. „Seit Montag haben wir geöffnet“, so der Leiter des Besuchermanagements, Bastian Hoffmann. „Wir haben uns im Vorfeld sehr viele Gedanken um das Konzept gemacht und sind gespannt, ob alles so wirkt und funktioniert, wie wir es uns wünschen. Die ersten Reaktionen sind durchweg begeistert.“

An zentraler Stelle in der Mitte des Raums befindet sich ein großes Kreuz. „Das Kreuz ist sehr schmal, wirkt aber durch die Vergoldung. Es verdeutlicht die Bestimmung des Doms als Kirche“, erklärt Dombaumeister Mario Colletto. „Mit der Einrichtung und der Farbgebung wurde eine moderne Architektur geschaffen. Außerdem finden sich im Dom-Besucherzentrum auch Materialien wieder, die auch bei der Möblierung des Doms Verwendung fanden, wie Eiche oder rostiger Stahl, der im Dom bei den Windfängen, beim Besucherzentrum bei der Beleuchtung verwendet wurde.“

An den Wänden des nur 80 Quadratmeter großen Raumes sind Flyerständer und Regale untergebracht. Auch die Fensterflächen werden teilweise genutzt: vier elektronische Displays zeigen wechselnde Informationen und sind auch von außen einsehbar. Sie zeigen Informationen zum Konzertprogramm der Dommusik oder zu kommenden Gottesdiensten. Alle seelsorglichen Angebote bleiben in der Kirche selbst verortet. Im Dom-Besucherzentrum stellen die Mitarbeiter gerne den persönlichen Kontakt her, beispielsweise zur Dompfarrei Pax Christi.

Das Dom-Besucherzentrum ist barrierefrei zugänglich. Auch die Empfangstheke verfügt über einen Abschnitt, der auch mit dem Rollstuhl gut anzusteuern ist. Geöffnet ist die Anlaufstelle für Dombesucher ganzjährig während der regulären Domöffnungszeiten. Das bedeutet, dass es den Besuchern auch dann offen steht, wenn der Dom wegen eines besonderen Gottesdienstes oder einer Veranstaltung nicht besichtig werden kann.

Im Gegensatz zu der vormaligen Nutzung als Verkaufsraum wird es im Dom-Besucherzentrum kein gastronomisches Angebot geben, da hier auf Grund des begrenzten Platzes ein anderer Schwerpunkt gesetzt wurde.

Im Obergeschoss wurden in einem Großraumbüro vier Arbeitsplätze und ein Bereich für Besprechungen eingerichtet. Das Büro für Domführungen, Besucher- und Kulturmanagement werden künftig von hier aus arbeiten.

Der Umbau und seine Kosten

Die Planung und Durchführung der Baumaßnahme lag in den Händen des Dombaumeisters Mario Colletto, der in diesem Fall mit dem Planungsbüro s-quadrate aus Oftersheim zusammen arbeitete. Bei der Entwurfsplanung spielten, neben dem Nutzungsprofil, die baulichen Gegebenheiten eine zentrale Rolle. „Konkret bestand die Herausforderung darin, dass auf sehr kleinem Raum viele verschiedene Nutzungen unterzubringen waren. Die Grundfläche beträgt gerade mal 80 Quadratmeter, eingeschränkt durch das zentrale Rund des Treppenhauses“, erklärt Dombaumeister Mario Colletto.

Nach Übergabe des Gebäudes im November 2015 wurde zunächst mit dem Rückbau des bisherigen Innenausbaus begonnen und alle Einbauten und Zwischenwände entfernt. In den folgenden dreieinhalb Monaten wirkten ein Sanitärbetrieb, Elektriker, Boden- und Fliesenleger, Maler und Schreiner in dem kleinen Gebäude. Dabei wurde der Bauzeitenplan komplett eingehalten, so dass nach dieser denkbar kurzen Umbauzeit das Dom-Besucherzentrum noch vor Ostern 2016 in Betrieb genommen werden konnte. „Mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Baumaßnahme bin ich sehr zufrieden“, so Dombaumeister Colletto.

188.000 Euro waren für den Umbau des Innenraums veranschlagt.Dazu kommen Kostenfür das Inventar, im wesentlichen Möbel und Technik. „Den Kostenrahmen konnten wir einhalten“, stellt Dombaumeister Colletto fest. Finanziert wurde das Bauvorhaben mit Hilfe der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, die sich mit einer Zuwendung in Höhe von 85.000 Euro an den Kosten beteiligte. „Unser Dank geht an die Europäische Stiftung, welche die Realisation des Dom-Besucherzentrums von Anfang an gefördert hat“, betont Domkustos Peter Schappert.

Was noch aussteht, sind Veränderungen im Außenbereich wie eine Reinigung der Sandsteinfassade und eine Kennzeichnung des Gebäudes. Um mit der räumlich überschaubaren Fläche sinnvoll umzugehen, wird in der Folge die Außenfläche neu gestaltet und die Pflasterung teilweise erneuert und erweitert. 40.000 Euro sind hierfür vorgesehen. Diese Veränderungen müssen aber warten, da zunächst Bodenarbeiten rund um den Dom geplant sind, um dort eine Glasfaserleitung zu verlegen, von der Licht-, Ton- und Sicherheitstechnik profitieren sollen.

Vorgeschichte

Pläne für ein Besucherzentrum gibt es konkret seit 2012. Zunächst war dabei eine Umwandlung ehemaliger Wohnräume im Vikarienhof auf der der dem Dom gegenüberliegenden Straßenseite vorgesehen. 2015 wurde dann vom Domkapitel beschlossen, das bisher als „Dompavillon“ bekannte und als verpachteter Verkaufsraum genutzte Gebäude direkt neben der Kathedrale zum Dom-Besucherzentrum umzuwandeln. Errichtet wurde der kleine Bau aus Sandstein in den Jahren 1989/1990 nach einem Entwurf des Architekten Oswald Matthias Ungers, der auch den gesamten Domplatz gestaltet hatte. In der Folgezeit war das Gebäude verpachtet und wurde als Verkaufsraum genutzt. Mit der Pächterin wurde in einem Vertrag die vorzeitige Beendigung des Pachtvertrages zum November 2015 vereinbart. Nicht mal vier Monate später wurde das Dom-Besucherzentrum nun in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnung ist für den 22. Mai geplant. An diesem Tag findet ein kleines Festprogramm rund um den Dom statt.

Text: is