Montag, 18. Juli 2016

Kinder bringen Urwald ins Altenzentrum

 

Die Kindertagesstätte Herz Jesu aus Schifferstadt führte im Caritas-Altenzentrum St. Matthias Dschungel-Musical auf

Schifferstadt. Im Dschungel ist die Hölle los. Das haben die Bewohner des Caritas Altenzentrums St. Matthias in Schifferstadt zu sehen, zu hören und manchmal auch zu spüren bekommen, denn so eine Herde wilder Tiere lässt sogar den Boden erzittern. In Foyer der Einrichtung tummelten sich kleine Affen, Elefanten, Schlangen, Schmetterlinge und andere Tiere. Die Kinder der Kindertagesstätte Herz-Jesu waren wieder einmal zu Besuch und spielten den Senioren ihr kleines Musical vor. „Achtung, es  wird laut!“, warnte Erzieherin Roswitha Gaber noch, „aber Sie wollen das ja so, sie haben uns ja wieder eingeladen“.

So begaben sich alle nun tief in den Dschungel zu Kaya, die ihren Freund Joe besucht. Der stellte ihr die vielen Dschungel-Tieren vor und Kaya merkte schnell, dass sie gar keine Angst vor den wilden Tieren haben muss. Die Äffchen turnten durch den Saal und sangen „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“. Das kleine Affenbaby hat sie ja, und alle waren wieder glücklich. Die Schlangen erzählten aus ihrem Leben. Sie streiten lachen und lieben ganz genauso wie die Menschen, erfuhr Kaya von ihnen. Die Elefanten mit ihren niedlichen Rüsseln und Ohren zeigten, dass sie auch auf einem Spinnen-Netz balancieren können. Die kleinen Schmetterlinge  mit ihren bunten Flügeln und glitzernden Fühlern eroberten nicht nur Kayas Herz, sondern auch das der Senioren im Sturm. „Ach wie süß!“ flüsterte eine Bewohnerin. Dann kamen Kaya und Joe zu einer Gruppe Trommler, die auf den hübschen selbst gemachten Trommeln – verzierte Blumentöpfe mit Backpapier bespannt – den Trommelkönig von Kalimbo sangen und spielten. Die Vorführung der Kinder war abwechslungsreich. Alt bekannte Kinder-Lieder und neue Songs wechselten sich ab.

Zum Abschluss wurde es dann noch mal richtig fetzig. Alle Tiere tanzten zusammen zu Disco-Rhythmen. Da war dann auch bei den Bewohnern zum Teil kein Halten mehr. Einige standen auf und klatschten im Takt, andere wippten im Rollstuhl sachte mit. „Hui, da vibriert ja der Boden“, stellte eine Bewohnerin lachend fest. Einrichtungsleiterin Annette Schenk kam neugierig aus ihrem Büro und tanzte auch gleich mit.

Arletta Groß, Leiterin der Sozialbetreuung, griff die Gelegenheit beim Schopf: „Macht den Tanz bitte noch einmal“, bat sie die Kinder und forderte die Senioren zum Sitztanz auf. „Hoch die Arme und los geht´s“.  Es war zwar nicht die gewohnte Musik ist, zu der die Bewohner normalerweise tanzen, doch Sitztanz ist bei vielen Bewohnern sehr beliebt und zusammen mit den Kindern bereitete es gleich noch mehr Spaß. Am Ende schnappte sich Arletta Groß dann noch die Trommeln, auf denen die Kinder zuvor gespielt hatten und lud die Bewohner zum Mittrommeln ein.

„Das ist gleich ein bisschen Bewegungstraining“, erklärte sie hinterher. Mit Musik falle den Bewohnern Bewegung viel leichter. Die Sitztanz-Stunde werde von den Bewohnern regelmäßig eingefordert, die sei ganz wichtig im Wochenplan. Auch Bewohner, die eigentlich keine große Lust auf Bewegung oder gar Tanz hätten, würden die Füße nicht mehr stillhalten können, wenn Musik erklingt. Deswegen ist es immer eine schöne Abwechslung für die Senioren, wenn Kindergruppen mit musikalischen Darbietungen zu Besuch kommen.

Der Austausch zwischen Alt und Jung wird im Altenzentrum St. Matthias sehr gefördert. „Das ist mir sehr wichtig. Wir haben mehrere Kindergartengruppen, die uns immer wieder besuchen“, sagt Arletta Groß. Viele der Senioren würden sich sehr über Kinder freuen. „Sie lassen sich dann auch mal zu neuem hinreißen, so wie jetzt der Tanz zu Disco-Rhythmen.“ Auch für Erzieherin Roswitha Gaber ist der Austausch eine Bereicherung. Ihre Kinder hätten viel Spaß daran, den alten Menschen eine Freude zu bereiten. „Außerdem ist es für sie der Umgang mit Senioren, die ja oft auch im Rollstuhl sitzen, so ganz natürlich“, sagt sie. Bevor die Kinder nach einer kleinen Stärkung den Rückweg antraten, vereinbarten Groß und Gaber gleich den nächsten Besuchstermin. Spätestens an St. Martin sind die Kinder wieder zu Besuch.

Text / Foto: Christine Kraus