Montag, 01. August 2016

Kindern im Norden Kenias eine Schulbildung ermöglichen

Edeltraud Ludwig 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ setzt Kenia-Projekt im Sinne von Gründerin Edeltraud Ludwig fort – Auch „Eine-Welt-Verein Keniahilfe“ in Bühl erhält Unterstützung

Speyer. Ihr Lebensweg schlug eine Brücke zwischen zwei Kontinenten: Edeltraud Ludwig, über viele Jahre zweite stellvertretende Schulleiterin der Maria-Ward-Schule in Landau, hat mit dem von ihr initiierten Kenia-Projekt Tausenden von Kindern in dem ostafrikanischen Land den Besuch einer Schule ermöglicht. Als sie im Februar des Jahres 2015 starb, hinterließ sie ein Lebenswerk, für das sie sich insgesamt drei Jahrzehnte mit großer Leidenschaft und Ausdauer eingesetzt hatte.

Das Bistum Speyer wird das Projekt zum 1. September dieses Jahres in der bisherigen Form zwar beenden, doch gemeinsam mit dem Aachener Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ sollen die Ideen und das Anliegen von Edeltraud Ludwig in die Zukunft getragen werden. Die übernommenen Einzelpatenschaften werden vom Bistum Speyer bis zum Ausbildungsende weitergeführt. Darüber hinaus stellt das Bistum Speyer 80 Prozent der nicht zweckgebundenen Spendengelder einem neu eingerichteten Fond „Kenia-Projekt Edeltraud Ludwig“ beim Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ zur Verfügung. Das kirchliche Hilfswerk wird das Engagement von Edeltraud Ludwig gemeinsam mit dem Bistum Speyer weiterführen. So werden in der Diözese Maralal an 16 Grund- und vier Sekundarschulen Angebote geschaffen, um Kindern aus armen Familien den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Auch an der Sr. Irene Girls‘ High School in Gikondi, dem Projektpartner der Maria Ward Schule in Landau, werden neue Räume für den Naturkundeunterricht geschaffen. Die Schule nimmt vor allem Mädchen auf, die sonst keine Möglichkeit hätten, eine Schule zu besuchen.

Die übrigen 20 Prozent der nicht zweckgebundenen Spenden gehen an den „Eine-Welt-Verein Keniahilfe“ in Bühl. Er wird von Hansjörg Willig geleitet, der in den 70-er und 80-er Jahren gemeinsam mit Edeltraud Ludwig die Hilfe für kenianische Kinder und Jugendliche gestartet hat. Der Verein wird damit – ganz im Sinne von Edeltraud Ludwig – weiterhin die schulisch Bildung bedürftiger Jungen und Mädchen im Norden Kenias unterstützen.

Tiefe Verbundenheit mit Kenia und den Consolata-Missionaren

Als junge Geografin nahm Edeltraud Ludwig von 1975 bis 1979 an mehreren Expeditionen der Universitäten Karlsruhe und Saarbrücken teil, mit dem Ziel, die im Norden Kenias lebenden Stämme näher zu erforschen. In South Horr, einer Missionsstation der italienischen Consolata-Missionare, entwickelten sich tiefe Freundschaften zu den dort wirkenden Brüdern und Schwestern. Als Edeltraud Ludwig 1979 ihre Tätigkeit als Lehrerin für Erdkunde und Französisch an der Maria-Ward-Schule in Landau aufnahm, reifte in ihr der Entschluss, die Arbeit der Consolata-Missionare von Deutschland aus zu unterstützen.

Dabei war sie zutiefst davon überzeugt, dass der Zugang zur Bildung das entscheidende Hilfsangebot darstellt, der den Mädchen und Jungen den Weg aus der Armut ermöglichen kann. Wichtig war ihr dabei, die jungen Menschen hervorragend auszubilden, damit sie sich selbst helfen können, und dann auch zum Aufbau ihres Heimatlandes als Erwachsene verantwortlich beitragen. Sie hoffte dadurch insbesondere Frauen ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und einen Beitrag zu leisten zu einem von Humanität geprägten Kenia.

Das Projekt basierte auf dem Prinzip der Patenschaft. Das heißt, ein deutscher „Pate“ finanzierte das Schulgeld für ein kenianischen „Patenkind“. Soweit es die politische Situation Kenias zuließ, reiste Edeltraud Ludwig jährlich nach Afrika, das ihr zur zweiten Heimat geworden war. Sie besuchte dort die Patenkinder in ihren Familien in ihren Hütten und wählte persönlich diejenigen aus, die anschließend neu ins das Projekt aufgenommen wurden. Sei scheute dabei keine Strapaze und keinen finanziellen Aufwand. Von ihren Freundinnen und Freunden aus dem Kreis der Missionare ließ sie sich detailgenau nachweisen, ob und inwieweit die kenianischen Schülerinnen und Schüler ihre Schulpflicht ernst nahmen. Dadurch war garantiert, dass das gespendete Geld sinnvoll und zielführend genutzt wurde.

Viele der unterstützen Schulkinder besuchten später die Universität. Besonders stolz war Edeltraud Ludwig auf diejenigen, die ihren Weg bis in die großen Banken und Regierungseinrichtungen Nairobis gegangen sind. Eine ehemalige Schülerin arbeitet heute bei der Uno in New York. Bei einer Visitation der Projekte von Edeltraud Ludwig nach ihrem Tod äußerte einer ihrer Schüler: „Der Norden Kenias wäre ohne sie nicht das, was er heute ist.“

Spendenkonto für das „Kenia-Projekt Edeltraud Ludwig“:

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V.
Stichwort: Kenia-Projekt Edeltraud Ludwig
IBAN: DE95370601930000001031
BIC: GENODED1PAX

Text: is