Dienstag, 02. August 2016

"Eine wunderbare Erfahrung"

Pilgerinnen und Pilger mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann 

Jugendliche aus dem Bistum Speyer sind mit vielen Eindrücken vom Weltjugendtag aus Krakau zurückgekehrt

Krakau/Speyer. Weltjugendtag: Hass, Krieg, Gewalt? Es geht auch anders! - Davon sind die 1,5 Millionen Jugendlichen, die sich in Krakau zum Weltjugendtag getroffen haben, überzeugt. Unter ihnen waren etwa 200 junge Pilgerinnen und Pilger, die in mehreren Gruppen aus der Diözese Speyer nach Polen gereist sind.

"Meet the world" (Triff die Welt) war der Titel, unter den die Abteilung Jugendseelsorge im Bistum Speyer ihre Fahrt mit 41 Jugendlichen gestellt hatte. Schon bei der Ankunft am 20. Juli wurden die Speyerer Pilgerinnen und Pilger von der weltweiten Dimension dieser Reise beeindruckt. Die erste von zwei Wochen verbrachten sie in der Gemeinde Ledziny. Mehrere Tausend junge Menschen aus Deutschland, Bosnien, Polen und Tschechien füllten die ländliche Region in der Nähe von Kattowitz mit Leben. Untergebracht waren sie in kleinen Gruppen bei Gastfamilien. "In einem fremden Land von fremden Menschen so herzlich aufgenommen zu werden, war eine wunderbare Erfahrung" erinnert sich Anna Berenz (Frankenthal). Höhepunkte der Woche waren ein Treffen mit Jugendbischof Wiesemann und ein Festival mit etwa 12000 Jugendlichen aus aller Welt auf einem Flugplatz in Kattowitz.

Zur zweiten Woche des Weltjugendtages reisten die Pilgergruppen aus ganz Polen nach Krakau und verdoppelten damit deren Einwohnerzahl. Jugendliche aus 180 Ländern überfluteten das Zentrum der Stadt mit Musik und guter Laune - und brachten die öffentlichen Nahverkehrsmittel trotz etlicher Sonderbusse an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Im Lauf der Woche gab es mehrere Großveranstaltungen mit jeweils 500.000 bis 750.000 Teilnehmerinnen. "Einfach nur unglaublich, diese Gemeinschaft zwischen den Jugendlichen zu spüren. Mit jedem reden und sich über verschiedenen Kulturen hinweg austauschen zu können" war für Leonie Scherer aus Queidersbach eine unvergessliche Erfahrung. 

Zur Abschlussveranstaltung am 30. und 31. August pilgerten die Speyerer Jugendlichen zu Fuß zum "Campus Misericordiae", einem Feld in den Sumpfgebieten im Osten Krakaus. Bei strahlendem Sonnenschein warteten sie gemeinsam mit etwa 1,5 Millionen Jugendlichen auf Papst Franziskus, mit dem sie eine Vigil (Nachtgebet) feierten. Einfachste Umstände und extreme Hitze brachten die jungen Menschen nicht davon ab, bis spät in die Nacht zu feiern und zu beten. Nach einer Übernachtung unter freiem Himmel endete der Weltjugendtag mit einem großen Abschlussgottesdienst - und einem 8 Kilometer langen Fußmarsch durch Gewitterregen.

"Der bewegendste Moment war für mich, als sich eine Million Jugendliche die Hände reichten und in absoluter Stille für den Frieden auf der Welt beteten. Dieses Bild macht so viel Hoffnung. Es zeigt eine Generation, die sich erhebt und Brücken baut, statt Grenzen zu ziehen." sagt Pfarrer Carsten Leinhäuser, der als Diözesanjugendseelsorger die Reise begleitet hat. Seine Antwort auf die Frage nach der wichtigsten Erkenntnis, welche die Jugendlichen mit nach Hause nehmen: "Der Papst hat uns eine Sache in aller Deutlichkeit klar gemacht: Dass die Welt junge Menschen braucht, die aufstehen und sich für ein friedliches Miteinander stark machen. Die gegen Ausbeutung und Hass rebellieren. Die nicht nur von der frohen Botschaft Jesu reden, sondern sie in die Tat umsetzen."

Der nächste Weltjugendtag wird 2019 in Panama stattfinden. "Dafür wird auf jeden Fall gespart." So viel steht für Eva Kurz aus Kaiserslautern und für viele begeisterte und müde Jugendliche auf der Heimfahrt von Krakau nach Speyer heute schon fest.

Text / Foto: Pfarrer Carsten Leinhäuser, Diözesanjugendseelsorger