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Dienstag, 20. Juni 2017

Letzte Ruhestätte neben der Friedenskirche St. Bernhard

Der verstorbene Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl wird auf dem Areal des Friedhofs des Domkapitels neben der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer beigesetzt

Eingang zum Friedhof des Domkapitels 

Der verstorbene Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl wird auf dem Areal des Friedhofs des Domkapitels neben der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer bestattet. Der Zugang zum Grab erfolgt über den angrenzenden Adenauer-Park. Dieser Ort für seine letzte Ruhestätte entspricht dem Wunsch von Helmut Kohl und war von ihm erbeten worden. Diese Bitte ist Ausdruck von Helmut Kohls tiefer Verbundenheit mit Speyer und dem Speyerer Dom. Auch die Friedenskirche St. Bernhard passt symbolträchtig zum Leben und Wirken Helmut Kohls. Sie ist eine Versöhnungs- und Friedenskirche, die in den 50er-Jahren von Deutschen und Franzosen gemeinsam errichtet wurde, und gilt als Sinnbild der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, einem zentralen Lebensthema von Helmut Kohl. Bei der Grundsteinlegung im Jahr 1953 waren Bundeskanzler Konrad Adenauer, der damalige Hohe Kommissar und spätere französische Botschafter in der Bundesrepublik, André François-Poncet, der frühere französische Ministerpräsident und Außenminister Robert Schuman sowie der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Peter Altmeier anwesend.

Am 26. September 1954 wurde die Kirche St. Bernhard vom Münchner Erzbischof und früheren Bischof von Speyer, Kardinal Joseph Wendel, eingeweiht. Die Feier war mit einem eindrucksvollen Zeichen für den Frieden verbunden: Erde von Gedenkstätten aus allen fünf Erdteilen wurde in die Krypta, die Pax-Christi-Kapelle, übertragen. In Wandnischen der Kapelle wurde Erde unter anderem aus Nagasaki, aus Lima vom Grab der heiligen Rosa, ebenso ein Stein aus der Erscheinungssgrotte von Lourdes eingelassen. Wenige Wochen später kam Erde von französischen Kriegsfriedhöfen hinzu. Seit 1993 wird in der Friedenkirche St. Bernhard Erde aus dem russischen Kursk und seit mehreren Jahren auch Erde aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau aufbewahrt. Die Friedenskirche St. Bernhard wird heute hauptsächlich von der Speyerer Dompfarrei Pax Christi für Gottesdienste genutzt.

„Alter Friedhof“ und Adenauer-Park

Der Friedhof des Domkapitels grenzt an den Adenauer-Park. Hier befand sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Friedhof der Stadt Speyer. Der Ratsherr Jost Thiel hatte 1502 seinen Garten am Hirschgraben als Begräbnisstätte für Arme und Fremde zur Verfügung gestellt. Fast vier Jahrhunderte wurde dieses Areal als Friedhof genutzt. Neben den Armen wurden später auch Bürgermeister und Honoratioren hier bestattet. 1836 wurde der ehemals nur protestantische Friedhof um einen katholischen Teil erweitert. Nach seiner Schließung im Jahre 1881 war der Friedhof mehr als siebzig Jahre ungenutzt. 1958 wurde der Adenauer-Park mit Rücksicht auf den vorhandenen Friedhof in die heute sichtbare Form gebracht. Versteckt hinter Bäumen steht die Gotische Kapelle, deren Bau bereits 1516 abgeschlossen war. Der Alte Friedhof ist unterteilt in die Parkanlage des Adenauerparks und den von der Kirche St. Bernhard aus zugänglichen Teil des Domkapitelfriedhofs.

Der Friedhof des Domkapitels

Im Friedhof des Domkapitels wurden seit der Neugründung des Bistums Speyers zahlreiche Domkapitulare des Bistums Speyers beigesetzt. Die früheren Begräbnisstätten an der Südseite des Domes gingen in den Revolutionskriegen Ende des 18. Jahrhunderts verloren. Ein Grabstein erinnert an Bischof Matthäus von Chandelle, den ersten Bischofs des im Jahr 1817 neu gegründeten Bistums Speyer. Auch weitere Gräber Speyerer Persönlichkeiten haben hier ihren Platz, so zum Beispiel das Grab des Mathematikers und Astronomen Friedrich Magnus Schwerd (1792 – 1871). Sie waren Teil des früheren alten Friedhofs und wurden im Areal des Domkapitels belassen. Geweiht wurde der Kapitelsfriedhof 1955 von Bischof Isidor Markus Emanuel, ein Jahr nach der Einweihung der St. Bernhards-Kirche. Der Friedhof wird bis heute für verstorbene Mitglieder des Speyerer Domkapitels genutzt. Zuletzt wurde im Jahr 2015 der langjährige Regens des Speyerer Priesterseminars Domkapitular Otto Schüßler auf dem Kapitelsfriedhof bestattet. Das Grab von Bundeskanzler Helmut Kohl wird vom Adenauer-Park aus öffentlich zugänglich sein.

Weitere Informationen und Bilder zum Thema 

Text und Bild: is

 

 

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