Montag, 14. August 2017

Höhepunkt der Musikwallfahrt: Aufführung des Oratoriums „Psalm 2016“

Eine beeindruckende Inszenierung: die Aufführung des Oratoriums Psalm 2016 in der St. Bernhardskirche in Speyer. 

Inszenierung und Aufführung des Theater-Oratoriums mit Projektchor in der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer zum Ende der ersten Erste Musikwallfahrt der katholischen Jugend mit Komponist Gregor Linßen

Speyer/Bad Dürkheim. Die Aufführung des Oratoriums "Psalm 2016" von Gregor Linßen in der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer beschloss am 11. August die erste Musikwallfahrt des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) Speyer. Das Publikum gab den rund 80 Musikern, Schauspielern und dem Projektchor Standing Ovations für eine wort- und bildgewaltige Inszenierung. Sie verband die gesellschaftliche Diskussion des Jahres 2016 um Flucht, Vertreibung und Migration mit alttestamentlichen Psalmentexten. Der Komponist Gregor Linßen stand selbst am Dirigentenpult.

Der Musiker aus Köln hatte den Projektchor zuvor bereits durch die Proben- und Wallfahrtswoche geführt. Sie begann am 4. August in Bad Dürkheim und führte die Pilgergruppe über Haßloch nach Speyer. Dort mündete sie in die Aufführung des "Psalm 2016". Im Mittelpunkt des Oratoriums steht eine neue Vertonung der Psalmen, die als Spiegel der menschlichen Lebenserfahrungen gedeutet werden. Nicht umsonst gilt das Buch der Psalmen Juden, Muslimen und Christen gemeinsam als Heilige Schrift. Die Beschäftigung mit den Textvertonungen war für die Teilnehmer auch eine Auseinandersetzung mit ihren Glaubensüberzeugungen. "Psalm 2016" lebt aber nicht alleine von der Vertonung, sondern insbesondere vom Schauspiel. Das Oratorium stellt zwei Menschen in die direkte Begegnung miteinander und mit der Frage "Was zerstört (meine) Welt?“. Alma Gildenast und Thorsten Brunow gaben durch ihre beeindruckende Interpretation den beiden Charakteren Gestalt. Die Psalmen und Lieder klangen vor diesem Hintergrund wie eine Kommentierung der Gedanken und eine Fortführung des Geschehens.

Die Musikwallfahrt bot einen ungewöhnlichen Rahmen für die Probenwoche des Projektchores. Probenzeiten wechselten mit Wanderzeiten ab. Die ersten Probeneinheiten fanden im Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim statt. Von dort aus führten Tagestouren mit weiteren Einheiten zunächst wieder nach Bad Dürkheim zurück, bevor die Teilnehmer die größeren Etappen meisterten. Am Donnerstag führte sie der Weg von Bad Dürkheim nach Haßloch. Am Freitag folgte die Schlussetappe von Haßloch nach Speyer.

Christian Knoll ist Referent für Religiöse Bildung beim BDKJ Speyer. Er leitet den Arbeitskreis "Neues Geistliches Lied" und die erste Musikwallfahrt: "Es waren schon anstrengende Tage und das Wetter hat es nicht immer gut mit uns gemeint. Eine Etappe mussten wir wegen eines echten Wolkenbruchs unterbrechen", erzählt er und fährt fort: "Der Stimmung im Team hat das aber nicht geschadet. Wir hatten ein Ziel vor Augen: Die Aufführung am Freitag in Speyer. Damit sie gelingen konnte, haben wir acht Stunden am Tag geübt. Das schweißt zusammen- genauso wie das gemeinsame Unterwegs-Sein. Auf dem Weg gab es viel Gesprächsbedarf. Im Zentrum stand die Frage nach den Psalmentexten. Da haben wir viel Neues entdeckt, haben unsere Fragen und manchmal auch Antworten gefunden und waren auf jeden Fall immer in dem Bewusstsein unterwegs, dass Gott mit uns geht". 

An der Aufführung waren neben dem Wallfahrtsprojektchor die Band AMI, ein Streicherensemble sowie das Theater Gildenast beteiligt. Die Musikwallfahrt war ein Projekt des Arbeitskreises Neues Geistliches Lied (AK NGL) des BDKJ Speyer. 

Text/Foto: BDKJ