Mittwoch, 06. September 2017

Erstes Ludwigshafener Forum für Haupt- und Ehrenamtliche

Dekan Alban Meißner (links) mit Pfarreiratsvorsitzendem Karl Kunzmann (Mitte) und Jugendreferent Gunter Straub. 

Dekanatsrat lädt zur Veranstaltung am 30. September im Heinrich Pesch Haus ein

Ludwigshafen. Was hat sich durch die Reform „Gemeindepastoral 2015“ in den Pfarreien und Gemeinden verändert? Worin liegen für ehrenamtliche Engagierte Chancen, Herausforderungen, Verluste und Gewinne durch die neuen Strukturen? – Das sind Leitfragen für das „1. Ludwigshafener Forum“, das der Dekanatsrat am Samstag, 30. September, in der Zeit von 9.30 bis 16.30 Uhr im Heinrich Pesch Haus organisiert. 

Halbzeit! Die Hälfte der ersten Periode in der neuen Struktur im Bistum ist vorüber. Das ist der Anlass für dieses Forum, zu dem alle Ehrenamtlichen eingeladen sind – egal, ob sie sich in Räten oder anderen Tätigkeiten einbringen. Auch die Hauptamtlichen sollen daran teilnehmen. 

Dekan Alban Meißner erinnert sich an die erste Dekanatsratssitzung nach den Wahlen: „Wir haben damals mit der Methode „World-Café“ gearbeitet, und da wurde der große Wunsch nach Austausch geäußert.“ Viele Pfarreien, weiß er, probieren vieles aus oder haben die Herausforderung des pastoralen Konzepts noch vor sich. Karl Kunzmann, Mitglied im Vorstand des Dekanatsrats und Vorsitzender des Pfarreirats Hl. Katharina von Siena, ist es als „echtem Ehrenamtlicher“ ein Bedürfnis zu erfahren, wie es in anderen Pfarreien läuft. „Es geht nicht um Strukturen, sondern um das kirchliche Leben!“, betont er. 

Dekan Meißner ist froh, dass Luisa Fischer,  Vorsitzende des Katholikenrats Speyer, als Referentin gewonnen wurde. Von ihrem Impulsreferat verspricht er sich viel Motivation und Ermutigung zum Engagement. "Wir sind es, die Kirche lebendig machen!"- Das ist das Thema ihres Impulsreferats. Die Vorsitzende des Katholikenrats möchte damit die Teilnehmenden zu „Mut zur Veränderung, Mut zur Verbindlichkeit und zur Konsequenz“ animieren.

Sie führt weiter aus: „Wenn Kirche "Kirche in der Welt von heute" sein möchte, braucht sie das Handeln jedes Einzelnen aus diesem Geist heraus. Wir sind es, die Kirche lebendig machen. Durch unser Handeln in den vielfältigsten Lebenskontexten wird Kirche lebendig, entfaltet die Botschaft Jesu ihre Wirkung… Mit  "Wir" sind Haupt- und Ehrenamtliche, Kleriker und Laien gemeint, die sich gemeinsam auf den Weg machen, Jesu nachzufolgen. Es braucht Mut und Visionen, um sich auf den Weg zu machen, gerade wenn dieser Weg kein geradliniger ist, wenn es Steigungen, Unebenheiten oder Streckenabschnitte gibt, bei denen man noch nicht weiß, was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt.“

Am Nachmittag spricht Marius Wingerter von der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen im Bistum Speyer über den sperrigen Begriff „Pfarrei in Gemeinden“. „Für viele ist die Aufgabenverteilung zwischen Pfarreien und Gemeinden noch unklar“, weiß Dekan Meißner. 

In drei Kleingruppenphasen werden dann die drängenden Fragen der Teilnehmenden behandelt. „Wichtig ist uns dabei auch der Austausch zwischen den Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich als ein „Wir“ begreifen sollen“, fährt Meißner fort. – „Und es geht nicht in erster Linie darum, Schwierigkeiten zu benennen, sondern auch herauszustellen, was sich gut entwickelt, oder wo sich schon bestimmte Schwerpunkte herauskristallisiert haben“, fügt Jugendreferent Gunter Straub an, der ebenfalls in die Vorbereitungen einbezogen ist. 

„Die Ehrenamtlichen haben unterschiedliche Vorstellungen vom Hauptamt“, glaubt Karl Kunzmann. In seinem Kirchenverständnis „lebt die Kirche von den Menschen vor Ort“ und braucht daher viel Offenheit von Seiten der Hauptamtlichen für das Engagement der Ehrenamtlichen. Er sieht das für sich schon sehr gut verwirklicht – weiß aber auch, dass manche Ehrenamtliche enttäuscht sind, weil sie mehr Präsenz seitens der Hauptamtlichen wünschen. Dieser Spagat ist schwierig. 

Positive Entwicklungen und Stärken sieht der Pfarreiratsvorsitzende von Hl. Katharina von Siena beispielsweise in Maudach mit der Jugendarbeit oder im Bereich der Musik; Dekan Meißner empfindet die Arbeit des Verwaltungsrats in seiner Pfarrei Hll. Petrus und Paulus als sehr gut, er lobt die Arbeit des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit und freut sich, dass „das Gottesdienstpublikum in den verschiedenen Kirchen bunter“ geworden sei – sicher auch ein Verdienst des Liturgieausschusses. 

Info:
Das Forum findet am Samstag, 30.09.2017, von 9.30 bis 16.30 Uhr im Heinrich Pesch Haus statt. Die Teilnahme ist kostenlos, Verpflegung inbegriffen. 

Um Anmeldung bis 18. September 2017 wird gebeten. Sie ist möglich über die Pfarrbüros oder die Regionalverwaltung, Tel.: (06 21) 5 98 08-0, oder per Mail an rv.ludwigshafen@bistum-speyer.de 

Text/Foto: Brigitte Deiters