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Sonntag, 10. September 2017

Diözesanes Forum stellt Weichen für neue „Diözesanversammlung“

Diözesanversammlung soll künftig die Funktion des Diözesanpastoralrats übernehmen / Forumsmitglieder plädieren für Fortsetzung der Katholikentage in veränderter Form

 

Mit einem neuen Seelsorgekonzept und der Errichtung von 70 neuen Pfarreien hat das Bistum Speyer zu Beginn des Jahres 2016 eine deutliche Zäsur gesetzt. Wo stehen die Pfarreien heute? Wie kann der christliche Glaube auch an anderen Orten gestärkt werden? Und wie gelingt es, mit neuen Angeboten auf die Menschen zuzugehen? Um diese Fragen ging es beim achten Diözesanen Forum, das am 8. und 9. September im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen tagte.

Intensiv diskutierten die rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Bildung einer neuen „Diözesanversammlung“. Sie soll künftig die Funktion des Diözesanpastoralrats übernehmen. „Mit diesem Schritt wollen wir die Partizipation im Bistum Speyer stärken“, erklärte Generalvikar Dr. Franz Jung. Die Diözesanversammlung soll die Aufgabe haben, den Bischof zu beraten, zum Beispiel hinsichtlich der Einschätzung gesellschaftlicher und kirchlicher Entwicklungen oder bei der Festlegung von Grundsätzen und Schwerpunkten für die Seelsorge. Die Mitglieder des Forums begrüßten die Bildung einer Diözesanversammlung. Sie sprachen sich dafür aus, in der Diözesanversammlung auch eine kurze Beratung über den Haushaltsplan des Bistums vorzusehen. Die Rolle der Diözesanversammlung wie auch die Rolle ihres Vorsitzenden bedürfen aus Sicht des Diözesanen Forums noch einer präziseren Ausarbeitung. Der Entwurf der Satzung wird in den Räten des Bistums bis zum nächsten Diözesanen Forum weiter beraten. Von März bis Mai des kommenden Jahres können Änderungsvorschläge dazu eingebracht werden.

Was macht eine lebendige Gemeinde aus?

Das Diözesane Forum befasste sich mit dem Thema Gemeindebildung und richtete den Blick vor allem auf die 376 territorialen Gemeinden, die zurzeit innerhalb der Pfarreien des Bistums bestehen. Als Kriterien für ein lebendiges „Gemeinde-Sein“ wurden unter anderem die regelmäßige Feier von Gottesdiensten, Angebote zur Glaubensweitergabe sowie die Bildung eines Gemeindeausschusses bekräftigt. Das neue Seelsorgekonzept der Diözese sieht vor, dass es innerhalb der 70 Pfarreien im Bistum eine variable Zahl von Gemeinden geben kann. Die Forumsteilnehmer vertraten die Ansicht, dass in den Pfarreien regelmäßig überprüft werden soll, ob sich die Festlegung der Gemeinden bewährt hat. Allerdings plädierte eine Mehrheit dafür, die Überprüfung bis zu den nächsten Pfarrgremien-Wahlen im Jahr 2019 noch nicht für alle Pfarreien verpflichtend, sondern auf freiwilliger Basis einzuführen. Den Pfarreien und Gemeinden soll auf diese Weise ausreichend Zeit gegeben werden, die erst seit 2016 bestehenden neuen Strukturen zu erproben.

Der Glaube lebt an vielen Orten

Die Diskussion des Diözesanen Forums machte nicht an den Pfarreigrenzen Halt, sondern bezog auch andere Formen und Orte von Kirche mit ein, zum Beispiel die Seelsorge in der kirchlichen Jugendarbeit, an Schulen und Hochschulen, in Krankenhäusern, Altenheimen sowie anderen Einrichtungen der Caritas. „Hier entwickeln sich neue Formen von Ehrenamtlichkeit. Wir begegnen in diesen Feldern zunehmend Menschen, denen das kirchliche Leben in der Pfarrei vielleicht fremd ist, die aber doch stark interessiert daran sind, sich im Rahmen eines qualifizierten und gut begleiteten Ehrenamts zu engagieren“, berichtete Generalvikar Jung. Er ermutigte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge dazu, über das Bestehende hinaus zu denken und - nach einem Wort von Papst Franziskus - „an die Ränder zu gehen“.

Die Mitglieder des Diözesanen Forums waren von der Notwendigkeit überzeugt, mehr bei den konkreten Bedürfnissen der Menschen anzusetzen und verstärkt Projekte mit missionarisch-experimentellem Charakter anzugehen. Sie regten an, die seelsorglichen Angebote stärker zu vernetzen, die Pfarrer und pastoralen Mitarbeiter noch mehr von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und die kirchlichen Berufe attraktiver zu machen. Konkret wurde zum Beispiel ein Orientierungsjahr für Jugendliche und junge Erwachsene vorgeschlagen. „Wir werden in den nächsten Jahren einen starken Rückgang des pastoralen Personals erleben. Wir müssen jetzt Prioritäten setzen - auch um Raum für innovative Angebote zu schaffen“, beschrieb Generalvikar Jung die aktuelle Herausforderung. Die Hauptabteilungen des Bischöflichen Ordinariats haben den Auftrag, bis zum Ende des Jahres dafür konkrete Vorschläge zu entwickeln.

Katholikentag soll stärker den Charakter eines Bistumsfests bekommen

In der Beratung über die Zukunft der diözesanen Katholikentage wurde deutlich, dass die Mehrheit der Forumsteilnehmer einen gemeinsamen Tag für das gesamte Bistum weiterhin als sinnvoll erachtet. Die Tendenz ging zu einem Treffen an einem festen Ort im jährlichen Rhythmus. Eine ökumenische Ausrichtung wurde begrüßt. Die Ideen von Forumsteilnehmern, zum Beispiel das Landesgartenschaugelände in Kaiserslautern als Ort für den Katholikentag zu nutzen oder den Tag als Wallfahrt oder Solidaritätsaktion zu gestalten, versprach Domkapitular Franz Vogelgesang in die zuständige Arbeitsgruppe mitzunehmen und knüpfte daran die Einladung zur Mitarbeit an alle Interessierten.

Verlegung des zentralen Gottesdienstortes nur bei schwerwiegenden Gründen

Mit der Einführung des neuen Seelsorgekonzepts im Jahr 2016 war die Entscheidung für einen zentralen Gottesdienstort in jeder Pfarrei verbunden: In dieser Kirche wird an jedem Sonntag oder Feiertag immer zur gleichen Zeit die Eucharistie als Hauptgottesdienst der Pfarrei gefeiert. Das Diözesane Forum schloss sich der Überzeugung an, dass eine Antragstellung zur Verlegung des zentralen Gottesdienstortes frühestens ab Januar 2019 und nur bei Vorliegen schwerwiegender pastoraler Gründe möglich sein soll. Es bedürfe dazu einer ausführlichen Diskussion in den Gremien der Pfarrei. Entscheidet sich der Pfarreirat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für die Verlegung, soll der Antrag dem Bischof zur Genehmigung vorgelegt werden.

Nicht nur die Liturgie, sondern auch Finanz- und Personalfragen behandelte das Diözesane Forum. So informierten sich die Teilnehmer über die neu berechneten Indexzahlen. Sie stellen ein Instrument zur gerechten Verteilung der vorhandenen Mittel an die Pfarreien dar und werden vor allem zur Bemessung des Personalschlüssels in den Pfarreien genutzt. Vorgestellt wurde auch der aktuelle Haushaltsplan des Bistums.

Große Bandbreite an Themen kennzeichnet den Weg der vergangenen Jahre

Ein Austausch über die Entwicklungen seit dem letzten Diözesanen Forum vor zwei Jahren machte deutlich: Viele Themen wurden in den vergangen Jahren im Bistum Speyer auf den Weg gebracht - „auch wenn sich vieles erst noch richtig einspielen muss“, so Generalvikar Jung. Er räumte ein, dass das Engagement der früheren Kirchenrechner vom Bistum unterschätzt worden sei. Es seien jedoch Maßnahmen ergriffen worden, um die Situation zu verbessern und die Pfarreien weiter von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Erfreut zeigte er sich darüber, dass fast alle Pfarreien damit begonnen haben, ihr pastorales Konzept zu entwickeln. Mit der Einführung des Qualitätsmanagements in den Kindertagesstätten und den Kundschafterreisen seien wichtige Impulse gesetzt worden. Teilnehmer des Diözesanen Forums berichteten davon, dass in den Pfarreien viel Mühe und Ausdauer gefragt sind, damit alle in ihre neuen Rollen hineinfinden und die Gläubigen sich mit der neuen Pfarrei identifizieren. Aus zahlreichen Schilderungen sprach das Bemühen, neue Wege für die Weitergabe des Glaubens zu finden.

„Die Beratungskultur früherer Diözesaner Foren trägt Früchte. Es hat sich erneut gezeigt, dass wir zu einem guten und konstruktiven Austausch in der Lage sind. Dabei ist viel Vertrauen gewachsen“, dankte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Diözesanen Forums für ihr Engagement. Die Diözesanen Foren wurden im Jahr 2010 im Zusammenhang mit dem Erneuerungsprozess „Gemeindepastoral 2015“ eingerichtet. Sie bestehen aus den Mitgliedern des Allgemeinen Geistlichen Rates, des Priesterrats, des Diözesanpastoralrats und des Katholikenrats. Zum Abschluss ihres Treffens feierten die Teilnehmer mit Bischof Wiesemann einen Gottesdienst in der Kapelle des Heinrich-Pesch-Hauses. Das nächste Diözesan Forum findet am 24. und 25. August 2018 statt. Als Veranstaltungsort ist wiederum das Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen vorgesehen.

 

Weitere Informationen:

Eröffnung des Diözesanen Forums durch Bischof Wiesemann

Präsentationen

Indexzahlen

Erläuterung zu den Indexzahlen

Ankündigung des Diözesanen Forums und Beratungsvorlagen

Weitere Informationen zum Prozess „Gemeindepastoral 2015“

 

Link zur Bildergalerie vom Diözesanen Forum:

www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bildergalerie-forum-viii/

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