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Dekanate

In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

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Dekanat 9 Saarpfalz


Dekanat 10 Ludwigshafen


Freitag, 13. Oktober 2017

Kunst- und Kulturgüter für kommende Generationen erhalten

Pfarreien im Dekanat Germersheim erhalten Inventare ihrer wertvoller Kunst- und Kulturgüter / Inventare für weitere Dekanate folgen

Pfarrer Roland Hund, Pfarrer Thomas Buchert, Dr. Anke Elisabeth Sommer, Domkapitular Peter Schappert, Diözesankonservator Wolfgang Franz, Dekan Jörg Rubeck und Pfarrer Michael Kolb (v.l.n.r.) 

Speyer. Im Rahmen einer Feier im Priesterseminar St. German haben die Pfarreien im Dekanat Germersheim Inventare ihrer Kunst- und Kulturgüter erhalten. Damit wurde im Projekt der bistumsweiten Inventarisierung der beweglichen Kunst- und Kulturgüter das erste Etappenziel erreicht. Nach den Pfarreien im Dekanat Germersheim werden auch die Pfarreien in den weiteren neun Dekanaten Inventarlisten ihrer Kunst- und Kulturgüter bekommen.

Übergeben wurden die gebundenen Exemplare der Inventarlisten vom Leiter der Hauptabteilung „Finanzen und Immobilien“ des Bischöflichen Ordinariats Domkapitular Peter Schappert, dem Leiter des Bischöflichen Denkmalamts Diözesankonservator Wolfgang Franz und der Kunsthistorikerin Dr. Anke Elisabeth Sommer. Sie hat vor vier Jahren ein vielbeachtetes Buch zu den Glasmalereien im Bistum Speyer veröffentlicht. Die Diözese hat ihr jetzt die Aufgabe übertragen, den gesamten Bestand an Kunst- und Kulturgütern im Bistum Speyer zu dokumentieren.

„In einer Zeit, in der alles sehr kurzlebig ist und schnell weggeworfen wird, machen wir das Gegenteil und bewahren wertvolle Dinge“, sagte Domkapitular Peter Schappert in seiner Begrüßung. Für den Erhalt und die dafür notwendige Inventarisierung spreche nicht nur, dass die Kunst- und Kulturgüter Wirtschaftsgüter seien, sondern auch, dass sie einen künstlerischen und oft auch einen geistlichen Wert besäßen. In den Inventaren werden Objekte erfasst, die für die Pfarreien wichtig sind und für die Zukunft erhalten werden sollen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um liturgische Gegenstände und kostbare Messgewänder, aber auch um Gemälde, Skulpturen und in Einzelfällen auch Bücher. Ziel des Projektes ist, den Pfarreien einen Überblick über die Kunst- und Kulturgüter in ihrem Eigentum zu geben. Im Fall eines Verlusts dient das Inventar zugleich als Eigentumsnachweis.

Für das Projekt gab es auch praktische Gründe. Die Sakristane haben im Durchschnitt ein Alter von 70 Jahren und nicht immer findet sich ein Nachfolger. Somit dient das Projekt zugleich dazu, das Wissen über die Kunstgegenstände einer Gemeinde für künftige Generationen zu sichern. „Wir richten den Blick auf das Wesentliche und Wertvolle und wollen damit nicht nur den materiellen Wert, sondern auch den ideellen Wert der Kunst- und Kulturgüter erhalten“, erklärt Anke Elisabeth Sommer. „Der Blick in die Vergangenheit hilft, hoffnungsvoll in die Zukunft zu sehen“, ist sie überzeugt. Ein großes Lob zollte sie bei ihrer Präsentation mit einer Auswahl von Fotos der inventarisierten Gegenstände aus dem Dekanat Germersheim den Sakristaninnen und Sakristanen, die sie vor Ort unterstützt haben. „Durch ihre Zuverlässigkeit hat alles sehr gut geklappt!“

Mit der Inventarisierung reagiert das Bistum Speyer zugleich auf die Verringerung der Zahl von Kirchen und kirchlichen Immobilien. „Bisher konnten überzählige Objekte relativ problemlos in den Pfarrhäusern oder auf Dachböden gelagert werden“, berichtet Diözesankonservator Wolfgang Franz. Doch im Rahmen der Sparmaßnahmen müssen mancherorts Kirchen und Gebäude aufgegeben werden. Der Lagerraum wird knapp und so muss aufgeräumt und geräumt werden.“

Grundlage der Inventarisierung ist eine Liste der rund 700 Kirchen und Kapellen, die es im Bistum Speyer gibt. Waren die bisherigen Dokumentationen häufig unvollständig und mit schlechten Fotos versehen, liefern die neuen Inventare mittels einer digitalen Karteikarte ein Kurzinventar der Objekte mit allen zur Verfügung stehenden Informationen, die noch ergänzt werden sollen, sowie hochwertigen Fotoaufnahmen. „Eine Herausforderung liegt in der Menge der Objekte“, erläutert Anke Elisabeth Sommer. In den letzten Jahrzehnten seien im Vergleich zu den vorangegangen Jahrhunderten sehr viele Gegenstände hinzugekommen. „So gilt es zunächst einmal, die wirklich wertvollen Objekte herauszufinden.“

Im Dekanat Germersheim wurden die Kunstgegenstände in 46 Kirchen und Kapellen inventarisiert. „Wir haben mit dem Dekanat Germersheim begonnen, weil es einen guten Querschnitt bietet. Wir finden hier sowohl historische Kirchen als auch Neubauten des 20. Jahrhunderts. Es gibt reichere und ärmere Pfarreien, mit entsprechend größerem oder kleinerem Inventar.“ Bereits im November wird die Übergabe der Inventarlisten an die Pfarreien im Dekanat Landau folgen. Zurzeit arbeitet Anke Sommer an der Inventarisierung im Dekanat Bad Dürkheim.

„Die Inventare machen deutlich, welchen Schatz die Gemeinden im Lauf der Zeit zusammengetragen haben. Ich habe Respekt davor, dass uns so viele schöne und wertvolle Dinge anvertraut sind“, freute sich Dekan Jörg Rubeck über die gebundenen Exemplare der Inventarlisten seiner Pfarrei.

 

 

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