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Sonntag, 12. November 2017

Kirchen mahnen kompromisslose Gewaltfreiheit an

Unter dem Motto „Streit!“ ist in der Frankenthaler Friedenskirche die Ökumenische Friedensdekade mit einem pfalzweiten Gottesdienst eröffnet worden.

 

Frankenthal. Mit einem Appell an die Kirchen, die Politik und die Gesellschaft, sich kompromisslos für gewaltfreie Konfliktlösungen und für Rüstungsabbau einzusetzen, ist am Sonntag in der Frankenthaler Friedenskirche die Ökumenische Friedensdekade eröffnet worden. In seiner Predigt mahnte der pfälzische Oberkirchenrat Michael Gärtner, der Einsatz für Frieden müsse vor allem ein Streit um weltweite Gerechtigkeit sein. Die Friedensdekade, die bis zum Buß- und Bettag, dem 22. November, bundesweit begangen wird, steht in diesem Jahr unter dem Leitbegriff „Streit!“. 

Auch Christen tolerierten Unfrieden, um ihre Lebensweise zu schützen, sagte Gärtner. Für eine gewaltfreie Angleichung der Lebensweise aller Menschen weltweit müsse indes in der Gesellschaft die Bereitschaft wachsen, abzugeben, erklärte der Oberkirchenrat auch mit Blick auf Millionen von Menschen auf der Flucht. „In Bezug auf den Frieden sind wir eine Kirche des Kompromisses. Wir bejahen Gewalt als Ultima Ratio und tragen militärische Ausrüstung und Aufrüstung mit.“

Das Motto „Streit!“ fordere dazu auf, meinungsbildend in die öffentliche Debatte einzugreifen, sagte Domkapitular Franz Vogelgesang anlässlich der Eröffnung der Ökumenischen Friedensdekade. „Das bedeutet: sich klar und offensiv vor, beziehungsweise auf die Seite der Schwachen zu stellen, Unrecht anzuprangern, Lügen aufzudecken und gegen den Abbau von Menschenrechten auch bei uns in Deutschland zu protestieren, dafür zu streiten, zu kämpfen, und sich einzusetzen. So verstehe ich das Wort Streit im Sinne eines nicht erlahmenden Einsatzes für Frieden und Gerechtigkeit.“ 

Nach den Worten von Pfarrer Detlev Besier, dem Leiter der evangelischen Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, greift die Ökumenische Friedensdekade mit ihrem Motto ein „heißes Eisen“ auf. „Da tut es gut, in einem Gottesdienst zu erleben, dass es ökumenisch schon seit geraumer Zeit gelungen ist, zwar zu streiten, sich jedoch nicht gegeneinander zu stellen. Wer miteinander feiern kann, der hat gelernt, im Streit nicht nach Siegern und Verlieren zu schauen, sondern darauf, was aus dem Streit zu lernen ist.“

Mehr zum Thema: www.friedensdekade.de

Text: lk

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