Freitag, 24. November 2017

Der Stiftung-Kaiserdom stehen große Aufgaben bevor

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Jahrestagung der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer«. 

Würdigung des verstorbenen Bundeskanzlers Helmut Kohl

Speyer. Mit einer Variation zur Europahymne „Alle Menschen werden Brüder“ auf der großen Dom-Orgel erinnerte Domorganist Markus Eichenlaub an den in diesem Jahr verstorbenen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl anlässlich der Jahrestagung der »Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer« am 22. November 2017. Professor Peter Frankenberg würdigte zu Beginn des Orgelkonzerts Kohl als engagierten Vorsitzenden des Stiftungs-Kuratoriums. „Ohne ihn wäre die Stiftung nicht das, was sie geworden ist, hätte nicht die Strahlkraft, ihre Attraktivität, ihr Renommee“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Das romanische Bauwerk symbolisiere in seiner festen Fundierung, seiner architektonischen Klarheit und seiner steingewordenen Existenz aus Pfälzer Fels einige Wesenszüge Helmut Kohls. „Insbesondere war diese Kathedrale für ihn seine Bischofskirche, Mittelpunkt seiner kirchlichen Heimat, sein Ort des Gebetes“, sagte Frankenberg.

Bei der vorausgegangenen Sitzung des Stiftungskuratoriums waren neben Ministerpräsident Kurt Beck und Staatsministerin Professor Maria Böhmer auch die Repräsentanten der Häuser Nassau und Wittelsbach, Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg und Herzog Max in Bayern, anwesend. Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Domes im 19. Jahrhundert haben die beiden Herrscherhäuser aus historischer Sicht große Bedeutung. Es sei einzigartig, betonte Professor Frankenberg in seinem Geschäftsbericht, dass diese Beziehungen bis heute aufrecht erhalten würden. 

Chefredakteur Michael Garthe berichtete über die gemeinsame Jahresaktion „Die Pfalz liest für den Dom“ von RHEINPFALZ und Europäischer Stiftung, die im Juli mit einem großen Lesefest endete. Mit 136 Veranstaltungen in 40 Orten der Pfalz und einer Spendensumme von über 30.000 Euro sei die Aktion äußerst erfolgreich verlaufen. Zuvor wurden seit 2004 die drei Aktionen „Die Pfalz läuft, singt und malt für den Dom“ durchgeführt. Zusammen mit der Portale-Aktion der Jahre 1998 bis 2000 hätte die RHEINPFALZ mit ihren Leserinnen und Lesern 454.000,00 Euro für Stiftung und Kaiserdom zusammengetragen. Für das beeindruckende Gesamtergebnis erhielt Garthe von den anwesenden Kuratoren lebhaften Applaus.

Aus einem Bericht von Domkustos Peter Schappert über die bevorstehenden Baumaßnahmen am Kaiserdom, wie etwa die Erneuerung der elektrischen Leitungen und der Beleuchtung im Dom-Inneren sowie die umfassende Sanierung des Vierungsturmes, wurde deutlich, dass der Stiftung noch große Aufgaben bevorstehen. Die Sitzungsleitung hatte, als stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann inne. 

Kontakt
»Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer«
Stifterbüro (Historischer Judenhof)
Kleine Pfaffengasse 21
67346 Speyer
Telefon: 0 62 32 / 102-397 (Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr)
Telefax: 0 62 32 / 102-352
E-Mail: stiftung-kaiserdom@bistum-speyer.de
Internet: www.stiftung-kaiserdom.de

Text: Karl-Markus Ritter/Foto: Klaus Landry