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Donnerstag, 07. Dezember 2017

“Die Arbeit für jugendliche Mädchen mitten im Stadtteil ist notwendig“

Projekt für Mädchen in Speyer-Nord läuft mit Caritas-Unterstützung erfolgreich – 520.000 Euro für die Jugendarbeit

Stella und Jessica mit Caritas-Mitarbeiterin Judith Wiencierz beim Backen. 

Speyer. Gemeinsam etwas Kreatives tun und Abwechslung in den Alltag bringen – das kommt an bei den Mädchen in Speyer-Nord, die normalerweise nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Einen Abend vor dem Nikolaus-Tag ist im Pfarrzentrum St. Konrad in Speyer-Nord Backen angesagt. Jeden Dienstag treffen sich die Mädchen dort, um gemeinsam zu basteln, zu kochen oder etwas zu unternehmen.

Seit Mai 2016 läuft ein so genanntes Mikroprojekt für Mädchen in Speyer-Nord innerhalb der übergeordneten Aktion „Jugend stärken im Quartier“ (JUSTIQ). Diese Aktion wird von den Bundesministerien für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) umgesetzt und vom Europäischen Sozialfonds gefördert. Ursprünglich für Flüchtlingsfrauen gedacht, sind die regelmäßigen Treffen mittlerweile auch für junge Menschen aus dem Stadtteil geöffnet. Im Caritas-Zentrum Speyer hat die Projektträgerin, die Stadt Speyer, einen Kooperationspartner gefunden, der den direkten Draht zu den Heranwachsenden knüpft.

„Der Grundgedanke war, über die kreative Schiene mit anderen in Kontakt zu kommen“, sagt Judith Wiencierz vom Caritas-Zentrum. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Jugendliche, die alleine mit ihren Problemen nicht zurechtkommen. Sowohl in der Schule im Erlich als auch in der Siedlungs-Realschule plus ist sie Dauer-Gast, ist dort sozusagen Brückenbauerin in viele andere Bereiche des öffentlichen Lebens. Oberstes Anliegen dabei: Integration in jeder Hinsicht.

Mit der Entwicklung des Mikroprojekts in Speyer-Nord ist sie zufrieden. „Die Mädchen bekommen viel gezeigt und nehmen vieles mit“, stellt Wiencierz fest. Mit dem großen Zuspruch ging sogar ein Standortwechsel einher. Im Stadtteiltreff Nordpol, einer offenen Einrichtung für Kinder und Jugendliche in Speyer-Nord, wurden die Räume zu eng. Im Pfarrzentrum St. Konrad fanden die Projektpartner einen neuen Platz. Rosemarie Keller-Mehlem, Vertreterin der Pfarrgemeinde, begrüßt den Einsatz für JUSTIQ. „Es ist sehr schön, den Mädchen zu zeigen, dass alle dazu gehören, auch wenn sie keinen direkten Bezug zur Kirchengemeinde haben“, sagt sie.

Auf den Mehrwert im Quartier, der durch das Mikroprojekt erzielt werden soll, weist Bettina Baldauf hin. Sie ist Koordinatorin der Schulsozialarbeit im Fachbereich Jugend, Familie, Senioren, Soziales, Bildung und Sport bei der Stadt Speyer und kümmert sich gemeinsam mit Jugendhilfeplanerin Michaela Fischer-Heinrich federführend um das Projekt. Sie wiederum macht die Notwendigkeit der Arbeit mitten im Stadtteil deutlich und merkt an: „Wir wollen damit immer wieder neue Jugendliche ansprechen.“

In Heike Netter und Johanna Schließer hat die Stadt zwei tatkräftige Frauen gefunden, die sich wöchentlich um die Mädchen kümmern und sich vieles einfallen lassen, um ihnen Abwechslung zu bieten. „Ich bin in Speyer-Nord aufgewachsen und weiß, wie schwer es ist, im jugendlichen Alter selbstständig aus dem Quartier raus zu kommen“, denkt Schließer an die eigene Kindheit zurück. Genau deshalb bringt sie sich heute für den Nachwuchs im Mikroprojekt ein. „Es ist toll, dass so etwas vor Ort angeboten wird“, steht sie hinter ihrem Engagement.

Den Mädchen außerhalb der Schule eine Anlaufstelle anzubieten, bei der sie Zeit verbringen können, wo sie sich austauschen und etwas Schönes tun können – das Bestreben ist allen Kooperationspartnern gleich. Das Ziel wird erreicht, wie die Jugendlichen selbst versichern. „Normalerweise haben wir nur in der Schule die Möglichkeit uns zu treffen. Deshalb finde ich es richtig cool hier“, erzählt Larissa (11). Für Stella (13) ist wichtig: „Hier können wir sein, wie wir sind. Alle verstehen sich gut.“ Jessica (12) weist auf den Spaß bei den Zusammenkünften hin und wird darin von Denisa (12) unterstützt. „Wir machen sehr viele verschiedene Sachen und können einfach offen reden“, hebt sie hervor

Das Modellprogramm JUSTIQ läuft in Speyer-Nord und Speyer-West seit Anfang 2015 und ist zunächst auf vier Jahre befristet. Die Stadt kann während der Förderphase bis zu 520.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds abrufen. „Unser Ziel ist“, macht Wiencierz klar, „dass die Projekte auch über die Förderphase hinaus weiterlaufen. 

Text und Foto: Susanne Kühner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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