Montag, 22. Januar 2018

Schülertage des Bistums starten mit Begegnungen und Diskussionen

In der Krypta des Domes. 

Zum sechsten Mal lädt das Bistum junge Menschen zu einer Begegnung mit ihrer Diözese ein

Speyer. Unter dem Motto „Meine Diözese“ starteten heute die Schülertage im Bistum Speyer. Sie finden in diesem Jahr zum sechsten Mal statt. Bis zum 30. Januar haben Oberstufenschülerinnen und – schüler aus der Pfalz und dem Saarpfalz-Kreis Gelegenheit, „ihr Bistum“ aus der Nähe kennenzulernen. Angemeldet sind insgesamt 560 junge Frauen und Männer aus 17 Schulen. Rund 100 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in Herxheim, des Hanna-Arendt-Gymnasiums aus Haßloch und der Berufsbildenden Schule in Neustadt waren heute die Ersten, die das Informationsangebot nutzten.

Schüler haben unterschiedliche Fragen und Interessen

Die Schülerinnen und Schüler kamen mit unterschiedlichen Fragen und Erwartungen nach Speyer. Franziska aus Herxheim zum Beispiel wollte mehr über das Freiwillige Soziale Jahr erfahren. Beim Stichwort Kirche denke sie zunächst einmal an den Gottesdienst. „Was sonst noch alles zur Kirche dazugehört, auf diese Frage erhoffe ich mir heute Antworten“, sagt sie. Ihr Mitschüler Patrick hatte vor allem das Interesse, einmal über die eigene Pfarrei hinaus zu blicken. „Ich bin heute vor allem dabei, um die weitere Dimension von Kirche kennenzulernen. Ich möchte einen tieferen Einblick bekommen, was Kirche ist und wo sie sich konkret engagiert“, umschreibt er seine Motivation zur Teilnahme an den Schülertagen.

Der Tag begann mit einem Besuch im Dom. In Kleingruppen wählten die Jugendlichen aus, ob sie die Krypta, die Orgel, die Katharinenkapelle, die Dom-Architektur oder die Sakristei mit dem Codex Aureus näher kennen lernen wollten. Anschließend standen Informationen über das Bistum und zu den Arbeitsschwerpunkten des Caritasverbandes auf dem Programm.

Kirche zeigt Präsenz in der digitalen Welt

Im zweiten Teil der Schülertage entschieden sich die Schülerinnen und Schüler für mehrere Workshops ihrer Wahl. „Ungewohnt, aber gut“, fand am ersten Tag der 16-jährige Sam das Angebot der Netzgemeinde „da_zwischen“ und die gleichaltrige Luisa meinte: „Schön, dass die Kirche jetzt auch in sozialen Netzwerken präsent ist.“ Die beiden Schüler des Hanna-Arendt Gymnasiums in Haßloch hatten sich den Workshop „Beten mit dem Smartphone: Die digitale Gemeinde der Diözese Speyer“ ausgesucht, der in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Programm der Schülertage steht.

Pastoralreferent Felix Goldinger, der die Netzgemeinde des Bistums Speyer initiiert hat und betreut, stellte das Projekt vor. Seit dem Start vor knapp zwei Jahren ist die Gemeinde auf rund 1800 Mitglieder angewachsen. „Wir haben ein ganz breites Spektrum von Teilnehmern, von Menschen, für die Gott da ist, bis zu Menschen, die noch auf der Suche sind“, berichtete Goldinger. Regelmäßig erhalten alle per WhatsApp Impulse und können ihre Fragen, Gedanken, Gefühle dazu zurückmelden. Eine Möglichkeit, die viele Gemeindemitglieder nutzen. Wie es sich anfühlt, per Smartphone über Gott zu reden, durften auch die Workshop Teilnehmer kurz ausprobieren.

Das Workshop-Angebot reichte von der Recherche im Bistumsarchiv über die Vorstellung des Freiwilligen Sozialen Jahrs und des Bundesfreiwilligendienstes bis einem Gesprächsangebot über die Berufe der Kirche.

Gespräch mit Domkapitular Vogelgesang bot Raum für kritische Nachfragen

Am Ende des ersten Tages stellte sich Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Eine rege Diskussion entwickelte sich zu der Frage, wie die Kirche im Jahr 2030 aussehen soll. Sie solle digitaler werden, aufgeweckter, frischer, so die Forderung einiger Teilnehmer. Andere sahen wenige bis keine Chancen für die Kirche: „Bis in ein paar Jahren gibt es keine Kirche mehr“, spitzte ein Jugendlicher seine Überzeugung zu. Andere waren zwiespältiger in ihrer Haltung. „Ich könnte mir vorstellen, Religionslehrerin zu werden. Aber manche Standpunkte der Kirche passen einfach nicht in mein Weltbild, zum Beispiel die Haltung gegenüber homosexuellen Menschen“, so eine Schülerin. Auch der Zölibat sei eine Tradition, „bei der ich keinen Sinn darin sehe, daran festzuhalten“, übte eine Mitschülerin Kritik. Franz Vogelgesang lud die Jugendlichen ein, sich in der Kirche zu engagieren: „Wir brauchen Eure Mitarbeit, sonst geht es mit der Kirche bergab.“ In den nächsten Tagen werden Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Domkapitular Dr. Christoph Kohl die Gesprächspartner der jungen Menschen sein.

Hashtag #SCT18 lädt dazu ein, sich digital über Erfahrungen auszutauschen

Die Schüler nahmen vielfältige Eindrücke mit nach Hause. „Ich habe erfahren, dass Ökumene mehr bedeutet als nur katholisch und evangelisch“, erklärte Kai aus Neustadt. „Mir hat gefallen, dass wir in viele Bereiche reinschnuppern und unsere Fragen stellen konnten“, zog auch Alina aus Haßloch eine positive Bilanz. Unter dem Hashtag #SCT18 waren die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr erstmals eingeladen, in den sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter und Facebook ihre Eindrücke einzubringen.

Seit dem Start der Schülertage im Jahr 2013 haben insgesamt rund 2.600 Schülerinnen und Schüler an der Veranstaltung teilgenommen. In diesem Jahr haben zwölf Gymnasien, drei Integrierte Gesamtschulen und zwei Berufsbildende Schulen ihre Teilnahme angemeldet. Einige Schulen – wie zum Beispiel das Sickingen Gymnasium in Landstuhl und die Berufsbildende Schule in Zweibrücken – sind erstmals dabei, andere Schulen haben mit verschiedenen Klassen schon mehrere Male teilgenommen. Den Rekord halten das Edith-Stein-Gymnasium in Speyer, die Maria-Ward-Schule in Landau und das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt: Sie gehörten in bisher jedem oder fast jedem Jahr zu den Teilnehmern der Schülertage.

Teilnehmende Schulen:

22. Januar:

  • Gymnasium Herxheim
  • Hanna-Arendt-Gymnasium Haßloch
  • Berufsbildende Schule Neustadt

23. Januar:

  • Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Neustadt
  • Edith-Stein-Gymnasium Speyer

24. Januar:

  • Lise-Meitner-Gymnasium Maxdorf
  • Integrierte Gesamtschule Wörth
  • Hans-Purrmann-Gymnasium Speyer

25. Januar:

  • Sickingen-Gymnasium Landstuhl
  • Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum Schifferstadt
  • Gymnasium am Kaiserdom Speyer
  • Berufsbildende Schule Zweibrücken

29. Januar:

  • Carl-Bosch-Gymnasium Ludwigshafen
  • Gymnasium an der Burgstraße Kaiserslautern
  • Integrierte Gesamtschule Landstuhl
  • Integrierte Gesamtschule Otterberg

30. Januar:

  • Maria-Ward-Schule Landau

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Irina Kreusch, Oberschulrätin i.K.
Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
Tel. 0 62 32/ 102-217
Handy: 0151 / 14879780
Mail: irina.kreusch@bistum-speyer.de

Bildergalerie:

https://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bildergalerien/bildergalerie-schuelertage-2018/

 

Text: is, Fotos: Klaus Landry / is