Mittwoch, 31. Januar 2018

Auf dem Weg zu einer inklusiven Kirche im Bistum Speyer

Die MitarbeiterInnen des Referates „Seelsorge für Menschen mit Behinderung“ beschäftigten sich bei einem Klausurtag mit der Frage wie Kirche inklusiver gestaltet werden kann. 

Klausurtag des Referates „Seelsorge für Menschen mit Behinderung“

Speyer. Wie kann Kirche im Bistum Speyer inklusiver gestaltet werden und Menschen mit Behinderung mehr Möglichkeiten der Selbstbestimmung und Teilhabe am kirchlichen Leben gegeben werden? 

Mit dieser Frage beschäftigte sich das Referat „Seelsorge für Menschen mit Behinderung“ des Bischöflichen Ordinariates in Speyer im Rahmen eines Klausurtages unter Anleitung von Jochen Straub, Leiter der Abteilung Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Limburg und Mitinitiator des bistumseigenen Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Konvention der Rechte für Menschen mit Behinderung.

Nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat das Land Rheinland Pfalz alle  Körperschaften des öffentlichen Rechtes für ihren Wirkungsbereich dazu verpflichtet, eigene Aktionspläne mit entsprechenden Umsetzungskonzepten zu entwickeln. Limburg hatte als erstes Bistum nicht nur innerhalb von Rheinland-Pfalz, sondern auch innerhalb der deutschen Bistümer einen solchen Plan entwickelt. 

Es liegt auf der Hand, dass der Begriff der Inklusion für Kirche und Gemeinde eine große Herausforderung bedeutet. Kirche bietet zwar aufgrund ihres eigenen Kernauftrages einen guten Ansatzpunkt für Inklusion. Gleichzeitig zeigt sie sich aber auch in ihrer Geschichte als Exklusionsexpertin, die dem Gedanken der Vielfalt und Teilhabe im Rahmen der Leitidee der Inklusion entgegensteht. 

Ziel des Tages war es im Austausch und Dialog von den Erfahrungen und Entwicklungen im Bistum Limburg zu hören, um eigene Anstöße für eine konzeptionelle Weiterarbeit einer Pastoral für Menschen mit Behinderung zu entwickeln.  Jochen Straub stellte in einem ersten Teil den Aktionsplan vor und berichtete über die einzelnen Etappen des Prozesses sowie die beteiligten Akteure. Dabei wurden auch die Hindernisse und Stolpersteine eines solchen Prozesses benannt. 

In einem zweiten Teil wurden verschiedene Optionen für das Bistum Speyer entwickelt. Unter der Koordination von Diplom-Pädagogin Katharina Kintz, seit November 2017 Mitarbeiterin des Referats, soll nun als erster Schritt ein  referatsinterner Engagementplan entwickelt werden, der bisherige oder geplante Maßnahmen der Inklusion beschreibt und Zuständigkeiten sowie einen zeitlichen Rahmen festlegt. Damit knüpft das Referat „Seelsorge für Menschen mit Behinderung“ an seine Aktion „Bereit?“ an, die - ausgehend von der Frage Jesu an den blinden Bartimäus „Was soll ich dir tun?“ – nach Wegen für eine inklusive Kirche fragt. 

Text: Susanne Laun/Foto: Seelsorge für Menschen mit Behinderung