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In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

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Sonntag, 25. Februar 2018

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ruft dazu auf, die Kirche von der leidenschaftlichen Vision Gottes her neu auszurichten – „Visionen können nicht von oben her verordnet werden, sie bauen sich von unten her auf“

 

Speyer. Die Bedeutung einer Vision stellt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in den Mittelpunkt seines Hirtenbriefs zur diesjährigen Fastenzeit. Er wird am Sonntag in allen Gottesdiensten des Bistums verlesen. Als Ausgangspunkt berichtet Bischof Wiesemann von seiner Begegnung mit einem belgischen Ordensmann im Rahmen seiner Kundschafterreise auf die Philippinen im vergangenen Jahr: „Father Marc, der schon viele Jahrzehnte auf den Philippinen wirkt, strahlte in seinem reifen Alter von deutlich über 80 Jahren noch immer eine geradezu jugendliche Lebendigkeit, eine visionäre Leidenschaft aus.“ Seine anschaulichen Sätze haben den Bischof auf Anhieb bewegt: „Eine Vision ist nicht, was du im Schlaf siehst, sondern was dich nicht mehr schlafen lässt, weil es alle schöpferischen Kräfte in dir mobilisiert.“ Es brauche in der Tat eine visionäre Kraft, um die ungeahnten Möglichkeiten zu entdecken, die in der Wirklichkeit selber verborgen sind. „Diese Kraft, die die Augen und das Herz öffnen kann, setzt tief im Inneren an: im Suchen, Ringen, Hoffen und Sehnen der Menschen. Visionen können nicht von oben her verordnet werden, sie bauen sich von unten her auf.“

Im Blick auf seine zehn Jahre als Bischof von Speyer stellt Wiesemann fest: „Zehn Jahre sind wir gemeinsam unterwegs als wanderndes Volk Gottes hier in der Pfalz und der Saarpfalz. Wir sind unterwegs in den siebzig neuen Pfarreien mit ihren Gemeinden inmitten der tiefgreifenden Umbrüche unserer Zeit.“ Er dankt allen, „die sich für ihre Pfarrei mit ihren Gemeinden, für ihren Verband oder ihre kirchliche Einrichtung mit großem Elan und Kreativität auf den Weg machen, um Neuland unter den Pflug zu nehmen.“ Vision und Mission kommen von Gott, so der Bischof. „Sie entfalten sich in den brennenden Herzen derer, die sich von der Vision Gottes ergreifen lassen.“ Die Kirche sei Gottes Werkzeug für seine Vision und Sendung. Kirche neu denken heiße, sie von der leidenschaftlichen Vision Gottes her neu auszurichten.

„Salz der Erde“ und „Licht der Welt“

Jesus Christus steht für die Unmittelbarkeit zu Gott, die allen offensteht und nicht nach Äußerlichkeiten frage, und seine radikale Nähe zu den Menschen, die sich nicht scheue, sich um des Menschen willen über Tabus hinwegzusetzen. „Von Gott berührt – den Menschen nahe, so formt sich mir eine Gestalt von Kirche, die Maß an Christus nimmt. Eine Jünger- und Lerngemeinschaft, die sich miteinander auf den Weg macht und bereit ist, sich von beiden Polen her radikal zu verändern: von der unmittelbaren Gegenwart Gottes her und der barrierefreien Nähe zu den Menschen.“ Beides könne ziemlich anstößig werden. Aber beides verbinde sich im Glauben zu einer einzigen Vision, die „die Sprengkraft der frohen Botschaft, der Revolution der Liebe in sich trägt“.

Er lädt die Gläubigen ein, mit Papst Franziskus den Weg von der innerkirchlichen Betriebsamkeit hin zur Unmittelbarkeit der Grenzerfahrungen zu wagen, zur Gottesberührung und zur Menschennähe. „Diese Ränder sollen unsere Mitte sein, in der Gott und Mensch zusammenkommen, in der die Vision vom Reich Gottes, die über alle reine Kirchlichkeit hinauswächst, Gestalt gewinnt, und sei es nur bruchstückhaft.“ Denn noch immer liege das ganze Dynamit des Evangeliums in dieser „Vision der Gestalt Christi, in dem Gottes Nähe zu uns Menschen alle Schranken durchbricht.“

Die Kirche in Deutschland könne die Erfahrungen der Weltkirche nicht einfach auf sich anwenden. „Wir müssen unseren Weg finden.“ Zugleich äußert der Bischof jedoch seine Überzeugung, „dass sich etwas verändern würde, wenn alle unsere Zusammenkünfte, unser Planen, Diskutieren und Entscheiden aus der Kraft des Gebetes und des gemeinsam geteilten Wortes Gottes geboren würden, aus der visionären Kraft der Gegenwart des Herrn selber inmitten seiner Kirche.“ Im Blick auf die beginnenden Visitationen in den Dekanaten Kaiserslautern und Ludwigshafen drückt er die Hoffnung aus: „Es sollen geistlich fruchtbare gemeinsame Tage sein, in der wir unsere Visionen und konkreten Konzepte bis in die konkreten Hindernisse, Vorbehalte und Ängste wie auch Hoffnungen, Aufbrüche und Initiativen miteinander teilen. Und so wünsche ich mir, dass wir uns miteinander vernetzen und aus den Erfahrungen vor Ort eine gemeinsam geteilte, miteinander getragene, mutige und verbindliche Vision für die Zukunft unseres Bistums entwickeln können.“

Der Hirtenbrief des Bischofs im Wortlaut (Download)

Das Hirtenwort des Bischofs im Video

Foto: Fotolia

 

 

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