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Dienstag, 12. Juni 2018

So viele Altenpflege-Schülerinnen wie noch nie

Selbst ausbilden hilft, um dem Mangel an Pflegekräften zu begegnen

Ausbildung im Seniorenzentrum (v.l.): Cornelia Braun (stellv. Pflegedienstleiterin), Sarah Batu (Schülerin 3. Ausbildungsjahr), Verena Renner (Einrichtungsleiterin) Svenja Becher (Schülerin 1. Jahr), Christine Schenck (Praxisanleiterin) und Sara Michel-Döbler (1. Jahr). 

Deidesheim. So viele Altenpflege-Schülerinnen gab es im Caritas-Altenzentrum Stiftung Bürgerhospital Deidesheim noch nie. Wenn die drei neuen Schülerinnen im August ihre Ausbildung beginnen sind es insgesamt elf junge Frauen verteilt auf die drei Ausbildungsjahre. „Das ist selbst für unsere Einrichtung ungewöhnlich“, sagt Einrichtungsleiterin Verena Renner. Normalerweise seien es fünf bis sechs Schüler. 

„Wenn wir noch mehr Kapazität hätten, könnten wir noch mehr Schüler bekommen. Sechs bis sieben Bewerbungen bekommen wir pro Jahr “, sagt Renner. Dabei macht sie noch nicht einmal aktiv Werbung. „Wenn jemand interessiert ist und vielleicht schon ein Praktikum bei uns gemacht hat und wir die Eignung für diesen Beruf sehen, dann nehmen wir ihn gerne“, so Renner. 

Nachwuchs in der Altenpflege zu bekommen, ist generell ein Problem. „Wir haben Glück, dass wir immer genug finden“, sagt Renner, wohl wissend, dass das in vielen anderen Einrichtungen nicht immer so ist. Besonders in großen Städten mit vielen Pflegeeinrichtungen sei es schwierig. Im ländlichen Bereich sei das anders. „Aber das ist es nicht allein“, sagt Renner, „unser Haus hat auch einen guten Ruf als Pflegeeinrichtung.“ Sowohl bei den Bewohnern, als auch bei den Mitarbeitern.

„Junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung, es sind keine billigen Arbeitskräfte“, betont die Einrichtungsleiterin. 

Deswegen ist im Bürgerhospital, wie in vielen anderen Caritas-Einrichtungen ebenfalls üblich, die Praxisanleiterin Christine Schenck von anderen Aufgaben freigestellt. So kann sie sich intensiv um die Schülerinnen kümmern, auch wenn sie dadurch als Pflegekraft fehlt. „Es ist wichtig, dass die praktische Ausbildung nicht nebenbei im laufenden Betrieb geschieht“, sagt Cornelia Braun, die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Schenck übt mit den Schülerinnen, das, was sie in den Theorie-Wochen an der Altenpflegeschule gelernt haben, im Pflegealltag umzusetzen. Zusätzlich gibt es pro Praxis-Block sogenannte „DA-Tage“, an denen sich Christine Schenck für jede einzelne Schülerin einen ganzen Tag Zeit nimmt.

Bei der Ausbildung zur Altenpflegerin wechseln sich Theorie- und Praxisblöcke ab. Die theoretische Ausbildung findet in Altenpflegeschulen statt, die praktische im Altenzentrum. Drei Jahre dauert die Ausbildung, Voraussetzung ist die Mittlere Reife. Auch mit Hauptschulabschluss/Berufsreife ist die Ausbildung möglich. Dann müssen die angehenden Schüler erst ein Jahr lang komplett in der Pflege arbeiten, dann machen sie das erste Jahr der Ausbildung zur Altenpflegerin mit und sind Pflegehelferinnen. Schließen sie dieses Jahr mit einem Notendurchschnitt von mindestens 2,55 ab, dürfen sie weiter machen zur Altenpflegerin. Auch dieser Ausbildungsweg wird im Bürgerhospital Deidesheim gefördert. 

Nachwuchs in der Altenpflege ist noch aus einem anderen Grund schwer zu finden. „Der Beruf ist sehr belastend aufgrund von psychischen und körperlichen Anforderungen. Dazu kommen noch häufig unattraktive Arbeitszeiten wie Schichtdienst und Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Das ganze bei einer eher schlechten Bezahlung“, erklärt Renner.

Beliebig viele Pflegekräfte darf ein Seniorenheim nicht einstellen. Die Stellenzahl ist durch die Pflegegrade der Bewohner vorgegeben und wird so finanziert. Über die Pläne der Bundesregierung, 8000 neue Stellen in Altenpflegeeinrichtungen schaffen zu wollen können Renner, Braun und Schenck nur lachen. „Das ist etwa eine halbe Stelle pro Einrichtung mehr, nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt Renner. 

Außerdem sei der Markt an Pflegefachkräften so gut wie leer gefegt. Es gebe eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Kräfte aus dem Ausland einstellen oder den eigenen Nachwuchs ausbilden, sagt Renner. Und da ist das Caritas Altenzentrum Deidesheim auf einem guten Weg.

Text und Foto: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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