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In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

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Samstag, 15. September 2018

Bischof wendet sich im Kampf gegen Missbrauch an die Gläubigen

Seine Erklärung zur Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wird an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen

 

Speyer. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wendet sich im Kampf gegen den Missbrauch direkt an die Gemeinden und Gläubigen im Bistum Speyer. Seine Erklärung zur Veröffentlichung der Missbrauchsstudie wird an diesem Wochenende in allen Gottesdiensten der Diözese verlesen. Er schreibt:

 

Liebe Schwestern und Brüder,

das Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in Deutschland im Jahr 2010 hat eine tiefe Erschütterung ausgelöst. Wir Bischöfe haben in dieser Situation zahlreiche Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention ergriffen. Auch sahen wir die Notwendigkeit, den Missbrauch in der katholischen Kirche durch Wissenschaftler von außen unabhängig untersuchen zu lassen. Das geschah mit dem Ziel, Aufschluss über das Ausmaß und die Ursachen des Missbrauchs zu erhalten. Mir war es ein wichtiges Anliegen, dass unsere Diözese dabei an einer Langzeitstudie teilnimmt. Es wurden Personalakten ausgewertet, die bis zu den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts zurückreichen.

Die nun bekannt gewordenen Zahlen über die Dimension des Missbrauchs erschüttern mich zutiefst. Was Priester unserer Kirche Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen an körperlichem und seelischem Leid zugefügt haben, ist unbeschreiblich und sehr bedrückend. Versagen und Schuld treffen auch die Leitung auf allen Ebenen der Kirche. Leider wurde der Schutz der Kirche oft vor den Schutz der Betroffenen gestellt – das bedaure ich zutiefst und bitte die Betroffenen aus tiefem Herzen um Verzeihung.

Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen: Das bisher Unternommene reicht nicht aus. Wir müssen für unsere Kirche weitere Konsequenzen ziehen und uns allen damit verbundenen Fragen offen und ehrlich stellen. Dazu braucht es zuerst eine intensive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Studie. Ich werde mich weiterhin für eine konsequente Aufarbeitung einsetzen. Dabei sind mir der Kontakt und das Gespräch mit den Betroffenen besonders wichtig. Sie wurden oft über Jahrzehnte in unserer Kirche nicht gehört und ich bin entschlossen, dies zu ändern und dauerhaft zu gewährleisten. Ich ermutige Betroffene, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, ausdrücklich, sich an unsere beiden Missbrauchsbeauftragten zu wenden. Dies kann helfen, Täter zu entlarven und weitere Verbrechen zu vermeiden.

Wir werden zudem als Diözese die Prävention weiter ausbauen, personell wie finanziell, um so einen umfassenderen Schutz für Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene im Bereich der Kirche zu erreichen. Wir werden alles tun, damit sie bei uns sicher sein können.

Die letzten Wochen haben mich viele Mitteilungen erreicht, aus denen Schmerz und Zorn sprechen. Liebe Schwestern und Brüder, ich verstehe und teile Ihre Enttäuschung, Ihre Wut und Ihr tiefes Leiden an der Kirche. Der spätere Papst Benedikt XVI. hat diesen Schmerz über die abscheulichen Taten am Karfreitag des Jahres 2005 in den Worten ausgedrückt: „Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm [dem Herrn] ganz zugehören sollten? Wie viel Hochmut und Selbstherrlichkeit? […]  All das ist in seiner Passion gegenwärtig. Der Verrat der Jünger, der unwürdige Empfang seines Leibes und Blutes, muss doch der tiefste Schmerz des Erlösers sein, der ihn mitten ins Herz trifft. Wir können nur aus tiefster Seele zu ihm rufen: Kyrie, eleison – Herr, rette uns!“

Der Schmerz und das Leid der Betroffenen sind der Schmerz und das Leid Jesu Christi. Ihn bitten wir um seinen Beistand, seine Hilfe, seine Erlösung.

Papst Franziskus fordert uns auf, „uns des Schmerzes unserer an Leib und Seele verwundeten Brüder und Schwestern anzunehmen.“ Dazu braucht es das Gespräch mit den Betroffenen. Es braucht Aufklärung und Prävention. Es braucht unsere Umkehr und unsere Buße. Es braucht das gemeinschaftliche Gebet der ganzen Kirche:

Kyrie, eleison – Herr, rette uns!

Ihr Bischof Karl-Heinz Wiesemann

 

Schreiben von Generalvikar Andreas Sturm an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums und des Caritasverbandes

Hilfe bei sexuellem Missbrauch

Informationen zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Informationen für Betroffene und Angehörige

Pressekonferenz des Bistums Speyer zum Thema Missbrauch und Prävention (25. September 2018)

 

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in SWR1-Begegnungen (21. Oktober 2018) zum Thema Missbrauch:

Gespräch Teil 1

Gespräch Teil 2

 

 

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