Montag, 01. Oktober 2018

Marina Hilzendegen neue Diözesanleiterin der kfd

(von links nach rechts:) Christa Kuhn, stellvertretende Diözesanleiterin, Gabriele Heinz, scheidende Diözesanleiterin, Gertrud Schwartz, neu gewählte stellvertretende Diözesanleiterin, Marina Hilzendegen, neu gewählte Diözesanleiterin. 

Neuwahlen bei der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands

Neustadt. Abschied und Neubeginn prägten die Diözesanversammlung der der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am 28./29. September im Kloster Neustadt. Als neue Diözesanleiterin wurde die 34-jährige Gemeindereferentin Marina Hilzendegen gewählt. „Wir haben schon viel erreicht, aber es gibt immer noch vieles zu tun für die Gleichberechtigung von Frauen in Kirche und Gesellschaft, und dafür will ich mich, gemeinsam mit Ihnen, einsetzen“, so Marina Hilzendegen zu den Mitgliedern der Versammlung. Unterstützt wird sie dabei von einem starken Team: als neue stellvertretende Diözesanleiterin wurde Gertrud Schwartz gewählt, zuvor im Team als Vertreterin der Dekanate im Einsatz für Mitgliederwerbung und - verwaltung.

Neu im Diözesanleitungsteam sind die kfd-Frauen Ariane Feierabend und Claudia Lupberger, die nun ihre Erfahrung aus ihrer Arbeit an der Basis als Vertreterinnen der Dekanate in die diözesane Arbeit einbringen werden. Ursula König, Gemeindereferentin, Krankenhausseelsorgerin, Mediatorin, Supervisorin und Coach, will als neue Geistliche Leiterin spirituelle Impulse im Verband setzen, gemeinsam mit Präses Norbert Kaiser, der ebenfalls wiedergewählt wurde. Mit im Team sind darüber hinaus die stellvertretende Vorsitzende Christa Kuhn, die Vertreterin des Ausschusses „Frauen und Erwerbsarbeit“, Ingrid Huber und Diözesanreferentin Annette Bauer-Simons.

Besonderer Dank an Gabriele Heinz
Am Abend wurden die langjährige Diözesanleiterin Gabriele Heinz, die stellvertretende Diözesanleiterin Ursula Menges und Maria Schlick, Vertreterin der Dekanate,  verabschiedet. „Mein halbes Leben habe ich im kfd-Diözesanleitungsteam mitgearbeitet“, erläuterte Gabriele Heinz in ihrer humorvollen und kritischen Abschiedsrede, in der sie auf wertvolle Erfahrungen und Begegnungen zu sprechen kam. Sie machte  aber auch auf die Hürden aufmerksam, die Frauen im kirchlichen Ehrenamt immer wieder zu bewältigen haben. 

Insgesamt war Gabriele Heinz 30 Jahre in diesem Gremium tätig, davon die letzten 12 Jahre als Diözesanleiterin.

Ursula Menges gestaltete als stellvertretende Diözesanleiterin den Verband acht Jahre lang mit, Maria Schlick war an die zehn Jahre als Vertreterin der Dekante in diesem Gremium aktiv. Alle drei Frauen haben durch Ideenreichtum und unzählige Einsätze auf allen Ebenen die kfd weiter entwickelt und zukunftsfähig gemacht. Bei einer bewegenden Eucharistiefeier und dem abschließenden Festabend wurden dann die Verdienste der drei Frauen, besonders auch die herausragende Leistung von Gabriele Heinz gewürdigt. „Mit ihrem leidenschaftlichen und beispiellosen Einsatz, ihrem Charisma, ihrer Weitsicht und ihrer Tatkraft hat Gabriele Heinz den Verband entscheidend geprägt. Sie hat durch ihr Engagement in der kfd einen Frauenort in der Kirche geschaffen“ - so die einhellige Meinung ihrer WeggefährtInnen.

Grüße und Dank an die scheidenden Frauen wurden vom kfd-Bundesverband, vom Ordinariat Speyer, von der evangelischen Frauenarbeit, vom KDFB und von der Frauenseelsorge überbracht. In kreativen, unterhaltsamen Beiträgen und mit symbolträchtigen Geschenken drückten die Mitglieder der Diözesanversammlung aus den unterschiedlichen kfd-Dekanaten und -Ausschüssen ihren Dank aus.

Missbrauch in der katholischen Kirche Thema bei der Versammlung
Mit einem Konferenzteil wurde die Diözesanversammlung am Samstag fort geführt. Hier bezogen die Anwesenden zu der aktuellen Diskussion um die Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche Stellung.  Die Versammlung fordert von den Verantwortlichen nicht nur das Eingeständnis von Schuld, Reue und Scham, sondern rückhaltlose Aufklärung, Offenlegung aller Akten, und die Veränderung der Strukturen, die Missbrauch begünstigen. Dabei darf es nicht nur bei Absichtserklärungen bleiben, sondern konkrete und überprüfbare Maßnahmenkataloge müssen erarbeitet werden. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch die Zulassung der Frauen zu den Ämtern in der Kirche.

Positiv aufgenommen, und als ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung wurden von der Versammlung die Veröffentlichungen und Handreichungen des Bistums zum Thema „Wiederverheiratete Geschiedene“ und „Seelsorge für homosexuelle Menschen“ bewertet.

Weiterhin wurde von der Versammlung die finanzielle Unterstützung der Frauenhäuser in der Diözese aus dem kfd-Spendenkonto „Frauen in Not“ beschlossen, ebenso wie die Förderung eines Projekts des Caritas-Zentrums Landau, welches jungen, allein erziehenden Müttern einen Schulabschluss ermöglicht – und somit auch eine Chance eröffnet auf eine selbstbestimmte, finanziell gesicherte Gestaltung der eigenen Zukunft und der Zukunft der Kinder.

Text: kfd/Foto: Kay Herschelmann