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In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

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Donnerstag, 08. November 2018

Pastoraltag 2018: Hinein in die Vision

Kirchenentwicklung braucht Vertrauen und die Gemeinschaft

Bischof Wiesemann bei der Reflexion. 

Kaiserslautern. Am Donnerstag, den 8. November, fand der Pastoraltag 2018 im Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern statt. Über dreihundert pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aus dem gesamten Bistum, fanden sich dazu ein, sich über das Thema Kirchenentwicklung zu informieren. Domkapitular Josef Damian Szuba, Leiter der Hauptabteilung Personal, eröffnete den Tag unter dem Titel „Chancen, Risiken und Nebenwirkungen - Erfahrungen mit dem Geist der Kirchenentwicklung“, indem er auf eine Fanbezeichnung des 1. FC Kaiserslautern Bezug nahm: Unzerstörbar. So wünschte er sich auch augenzwinkernd den „FC Kirche“.

Zurück zur Wurzel: „Kirche ist für etwas Größeres da“

Referent Dr. Christian Hennecke, Theologe, Generalvikariatsrat und Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bistum Hildesheim sowie bekennender Anhänger des SV Werder Bremen, fand ebenfalls in der Heimspielstätte der „Roten Teufel“ die passenden Fußball-Metaphern. Kirchenentwicklung brauche Begeisterung und Leidenschaft, aber vor allem einen langen Atem. Das erste Spiel zu gewinnen reiche nicht, auch Durststrecken und Rückschläge müssten gemeistert werden. Strukturen und Techniken sollten weder um ihrer selbst willen erhalten, noch angewendet werden. Als Beispiel hierfür nannte er das Bibelteilen, das in seinem Bistum auf bischöfliches Geheiß flächendeckend eingeführt wurde - bis es nach wenigen Jahren wieder ausstarb. Zwar war das Prinzip vom formellen Ablauf her leicht verständlich, aber der gemeinschaftsstiftende und zu mündigen Gläubigen führende Sinn und Zweck, seien in den Gemeinden nicht angekommen. Ein weiteres Anliegen war Dr. Hennecke die ganzheitliche Betrachtung von Kirche. So würden mancherorts beispielsweise Caritas und katholische Kindertagestätten als getrennt vom der „Amtskirche“ betrachtet. Dabei seien beide Einrichtungen ebenfalls wichtige Formen, den christlichen Glauben zu leben und weiterzugeben.

Pfarreien seien nach Dr. Hennecke grundlegende und anpassungsfähige Einrichtungen, es gelte aber auch an neuen Orten auf die Suche nach Glaubensleben zu gehen. Statt den Menschen vorzugeben wo und wie sie ihren Glauben zu leben hätten könne es auch sinnvoll sein, bestehende „Samen“ oder „Sprößlinge“ des Glaubens zu fördern. Damit gehe zwangsläufig auch ein Kontrollverlust einher: Ebenso wie der Bischof beim langen Visionsprozess auf das Vertrauen der Gläubigen angewiesen sei, müssten diese auch das Vertrauen in den Bischof haben. Kirchenentwicklung ohne Vertrauen ineinander sei nicht möglich, reine Zweck- und Arbeitsgemeinschaften könnten die nötigen Prozesse nicht nachhaltig bewältigen. Die Gemeinschaft, in der die Verantwortung auf zahlreichen Schultern ruht und den Gläubigen möglichst umfangreich ermöglicht wird ihren Glauben auszuleben, sei der richtige Weg, um Kirchenentwicklung positiv zu gestalten. „Statt sich zu entfremden, müssen wir zurück zur Wurzel. Für was sind wird da? Kirche ist für etwas Größeres da - und das müssen wir stark machen!“

Reflexion mit „Hummeln“

Zwischen den Impulsvorträgen von Dr. Hennecke betrieben die Teilnehmenden auf verschiedene Art und Weise Reflexion. So galt es unter anderem zu Beginn des Tages diejenige Bibelstelle aufzuschreiben, die im eigenen Berufsalltag die größte Resonanz erreicht. Später wurden ausgewählte Stellen verlesen, während die übrigen wieder ausgeteilt wurden: allerdings bunt durchmischt, sodass jeder mit den Assoziationen eines anderen in Berührung kam. In mehreren Gesprächsrunden wurden hingegen Fragen wie "Welche kraftvollen Erfahrungen eines geistgewirkten Aufbruchs habe ich machen können?" oder "Wo sehe ich in meiner Rolle die größte persönliche Herausforderung?" diskutiert. „Hummeln“ genannte Personen wohnten dabei jeweils kurz den verschiedenen Gesprächsrunden bei und zogen am Ende jeweils ein Fazit der unterschiedlichen Antworten auf die Fragen.

„Auf Augenhöhe mit den Gläubigen sein“

Bischof Wiesemann fasste die gehörten Worte als „Perspektivwechsel“ zusammen: „Weg vom zentralen von oben nach unten. Ohne dabei die Lehre der Kirche aufzulösen, sondern sie vielmehr mit der Biographie der Menschen zusammenzubringen. Der Dreisatz aus Begleiten, Unterscheiden und Integrieren hilft gut dabei, diesen Weg zu gehen.“ Der Perspektivwechsel auf Augenhöhe mit den Gläubigen habe dabei nichts mit „Larifari“ zu tun. „Wir müssen heraus aus dem arbeitenden Vereinsdenken, hinein in die Vision, die über den Horizont hinausgeht“, schloss Bischof Wiesemann. Er dankte allen Anwesenden für ihren Einsatz und die rege Beteiligung am Pastoraltag. Dr. Alois Moos, Leiter der Abteilung Personalförderung (Fort- und Weiterbildung pastorales Personal) organisierte den Pastoraltag und Thomas Sartingen, Leiter der Erwachsenenbildung (KEB), führte als Moderator durch das Programm.

Text/Foto: is

Bildergalerie zum Pastoraltag

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