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In dieser Übersicht finden Sie alle Dekanate im Bistum Speyer.

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Montag, 26. November 2018

Bistum setzt Arbeitsgruppe zu Missbrauch und Prävention ein

Unabhängige Experten von außen unterstützen das Bistum bei der Aufarbeitung – Arbeitsgruppe soll Konsequenzen aus der Missbrauchs-Studie erarbeiten und Präventionsarbeit weiter ausbauen

 

Speyer. Das Bistum Speyer wird mit einer Arbeitsgruppe, der auch unabhängige Fachleute von außen angehören, die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Speyer voranbringen. „Wir werden uns mit den Ergebnissen und Empfehlungen der im September vorgestellten Missbrauchsstudie auseinandersetzen und der Frage nachgehen, welche Konsequenzen für das Bistum Speyer zu ziehen sind“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm, der den Vorsitz der Arbeitsgruppe führen wird. Der unmittelbare Kontakt und die Einbeziehung von Betroffenen haben für ihn einen zentralen Stellenwert. „Wir werden Opfer und Betroffene zur Mitwirkung in der Arbeitsgruppe einladen. Das mitfühlende Hinhören auf ihre leidvollen Erfahrungen muss der Ausgangspunkt und zugleich der Prüfstein für alle unsere Überlegungen und Veränderungen sein“, so Sturm.

Mit Professorin Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut und Professor Andreas Rödder von der Johannes Gutenberg Universität Mainz werden der Arbeitsgruppe auch zwei hochkarätige Wissenschaftler angehören. „Der Blick von außen hat eine hohe Bedeutung für uns. Er soll uns helfen, Erfahrungen aus anderen Feldern aufzunehmen und blinde Flecken im eigenen System aufzudecken“, erklärt Sturm. Professorin Mechthild Wolff forscht und lehrt auf den Gebieten Pädagogik, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Beteiligung in den Hilfen zur Erziehung und Kinderschutz in Institutionen. Professor Andreas Rödder hat den Lehrstuhl für neueste Geschichte in Mainz. Zu seinen Forschungsgebieten zählen unter anderem die historische Wertewandelforschung, die internationale Politik, die Zeitgeschichte der Jahrtausendwende, die europäische Geschichte der Zwischenkriegszeit sowie Regimewechsel und Elitenkontinuitäten in post-totalitären Demokratien nach 1945.

Als weitere Expertin zum Thema Kinderschutz wird der Arbeitsgruppe die Diplom-Sozialpädagogin Claudia Kausch angehören. Der Katholikenrat im Bistum Speyer wird in Person der Katholikenrats-Vorsitzenden Luisa Fischer in der Gruppe mitwirken. „Die Sichtweise und die Stimme der Laien haben für uns ein hohes Gewicht. Deshalb freue ich mich, dass sich auch der Katholikenrat des Bistums zur Mitarbeit in der Arbeitsgruppe bereit erklärt hat“, unterstreicht Generalvikar Sturm.

Der Arbeitsgruppe „Missbrauch und Prävention“ werden von Seiten des Bistums Speyer außerdem die Missbrauchsbeauftragten Ansgar Schreiner und Dorothea Küppers-Lehmann sowie die Präventionsbeauftragten Thomas Mann und Christine Lormes angehören. Christine Lormes hat ihre Tätigkeit als Präventionsbeauftragte im Oktober aufgenommen. „Damit hat das Bistum jetzt auch eine weibliche Ansprechpartnerin. Ihre Beauftragung ist eine unmittelbare Konsequenz aus der Missbrauchs-Studie, die im September vorgestellt wurde“, so Andreas Sturm. Neben der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ist die Präventionsarbeit für ihn der „entscheidende Faktor, damit sich alle Personen, insbesondere Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene in kirchlichen Zusammenhängen sicher und geschützt fühlen können.“

Weitere Mitglieder der Arbeitsgruppe, die im Januar zu einem ersten Treffen zusammenkommen wird, sind der Leiter des Bischöflichen Rechtsamtes Marcus Wüstefeld, Bianca Beiersdörfer-Pohl als Vertreterin der Hauptabteilung Personal des Bischöflichen Ordinariats und Markus Herr, der Leiter der Bischöflichen Pressestelle des Bistums Speyer. „Wir wollen lernen und verstehen, wie es zum Missbrauch in der Kirche kommen konnte, um dann wirksame Konsequenzen für die künftige Arbeit zu ziehen“, fasst Generalvikar Andreas Sturm das Ziel der Arbeitsgruppe zusammen.

Seit dem Inkrafttreten der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2010 zeigt das Bistum Speyer jeden Missbrauchsverdacht sofort bei der Staatsanwaltschaft an. Im Dezember sind zwei Gespräche des Bistums Speyer mit den Generalstaatsanwaltschaften in Zweibrücken und Saarbrücken geplant, um den Umgang mit verjährten Verdachtsfällen zu klären. „Wir sind bereit, den Staatsanwaltschaften alle unsere Unterlagen offenzulegen. Transparenz und Offenheit sind der Weg, um die Verbrechen der Vergangenheit aufzuklären und Vertrauenswürdigkeit zurückzugewinnen“, unterstreicht Generalvikar Andreas Sturm.

Foto: Fotolia

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