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Montag, 10. Dezember 2018

Bischof Karl-Heinz Wiesemann wird FCK-Mitglied

FCK-Vorstandsvorsitzender Michael Klatt (rechts) begrüßt Bischof Wiesemann als neues Club-Mitglied. 

Kaiserslautern. Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat ein neues Vereinsmitglied: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann unterzeichnete am Samstag, kurz vor Anpfiff des Drittligaspiels des 1. FCK gegen die Würzburger Kickers, den Mitgliedsantrag. Bischof Wiesemann erhielt die Mitgliedsnummer 23.000.

Um 13.17 Uhr war es perfekt: der Speyrer Bischof unterschrieb in Beisein von FCK-Geschäftsführer Michael Klatt seinen Mitgliedsantrag. Mit dem FCK schon lange verbunden, habe er sich entschlossen gerade in schwierigen Zeiten das Bekenntnis zu dem für die Pfalz  so wichtigen Fußballklub in Form der Mitgliedschaft zu dokumentieren, erläuterte der Bischof seine Beweggründe. Er habe sich in der Vergangenheit schon mit dem FCK gefreut, habe schon mit dem FCK geweint, „aber jetzt braucht der FCK alle Unterstützung“, sagte der Bischof den Fans im Stadion. 

Das Wetter am Samstag – passend zu den Zeiten beim Traditionsclub – ein bisschen stürmisch. Regen war auch dabei, „also Fritz-Walter-Wetter“, sagte Wiesemann lachend, der just an dem Tag seine Mitgliedschaft unterschrieb, als mit Sascha Hildmann ein neuer Trainer beim 1. FC Kaiserslautern an der Seitenlinie seinen Dienst antrat und mit der schwedischen Torwartlegende Ronny Hellström ein unvergessener Spieler des FCK dem Team gleichfalls im Stadion die Daumen drückte.  

In Jugendjahren, „haben wir natürlich zu Hause auch gekickt, Tischtennis gespielt“, erinnerte der Bischof an die Anfänge seines Interesses für den Fußball. Ehrlich bekannte er: „Ich habe besser Tischtennis als Fußball gespielt“.

Fügung war es wohl, das just an dem Tag, als Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom in sein Amt eingeführt wurde – es war der 2. März 2008 – ein für ihn besonderes Fußballspiel stattfand: SC 07 Paderborn gegen den 1. FCK lautete die damalige Zweitligabegegnung, die übrigens 0:0 endete. „Für mich wirklich etwas Unvergessliches, weil ich in Paderborn geboren bin“, verriet Wiesemann. Den Paderbornern ist bekanntlich vergangene Saison das gelungen, worauf auch alle FCK-Fans, inklusive des Bischofs hoffen: die Rückkehr in die Zweite Bundesliga. Möglicherweise fügt sich ja noch einmal etwas. 

Längstens seit seinem Amtsantritt in Speyer schlägt Wiesemanns Fußballherz für den 1. FCK. Das bewies sein Fan-Schal. „Der ist aus dem Fundus“, verriet er schmunzelnd. Es gebe in der Pfalz zwei sehr wichtige Bauwerke und Stätten für Pilger: den Speyerer Dom und den Betzenberg. Für die Region, für den Zusammenhalt in der Region, die Identifikation mit der Region seien beide Einrichtungen in ihrer gesamten Tragweite ganz wichtig für die Pfalz. Man dürfe nicht vergessen, sagte Wiesemann mit Blick auf den 1. FCK, dass der Club die Menschen vereine, sie zusammenbringe, und dass zugleich viele Arbeitsplätze mit dem Club verbunden seien. Auch das wichtig für die Region, das Miteinander der Menschen.

Arbeitgeber, Ideengeber, Impulssetzer, Chef, das ist Wiesemann im Bistum Speyer. Das Bistum umfasst, das haben Experten ausgerechnet, die Fläche von 840.000 Fußballfeldern. Und Kaiserslautern, sagte Wiesemann liege in der Mitte des Bistums, sei das Herz der Pfalz. Auch ein Bischof muss, wie eine Vereinsführung, in schwierigen Zeiten sein Schiff auf Kurs halten. Deshalb stellte er fest: „Geist ist gerade dann wichtig, wenn es einem schlecht geht“. Vor diesem Hintergrund empfahl er dem 1. FCK: „Zusammenhalten, nach oben schauen, kämpfen, miteinander unterwegs sein“. Es gebe viele Parallelen zwischen der Kirche und dem Fußball, konstatierte Wiesemann. Beispielsweise Eigenschaften wie Leidenschaft, Werte wie Zusammenhalt, Miteinander, hob er das soziale Engagement gerade auch vieler Fußball-Fans hervor. 

Und auch was die Liturgie anbelangt – sie spielt im Gottesdienst und im Stadion eine große Rolle. Auf dem Betzenberg gilt zum Beispiel: Kein Anpfiff bevor nicht gemeinsam das Betzelied gesungen ist. Und die von Bischof Wiesemann angesprochene wichtige Gemeinschaft, bekunden FCK-Fans vor dem Anpfiff immer mit dem Singen der Fußball-Hymne: „You’ll never walk alone“ mit ihrer Mannschaft. Als es von Westtribüne schallte: „Steht auf, wenn ihr Lautrer seid“, hielt es natürlich auch das neue FCK-Mitglied mit der Nummer 23.000 – Bischof Karl-Heinz Wiesemann – nicht auf dem Sitz.

Sein Tipp vor dem Spiel – der Bischof hatte auf einen 2:0-Erfolg des FCK gesetzt – ging zur Hälfte auf. Die Null auf der Seite der Gegentore stand. Die Chance ein, zwei Treffer zu erzielen, hatte der FCK  durchaus. Vor allem zwischen der 34. und 41. Minute ließ der FCK einige gute Möglichkeiten aus. Das veranlasste dann auch den Bischof auf der Stadiontribüne zu leidenschaftlichen Diskussionen über das Geschehen auf dem Rasen mit seinen Tribünennachbarn.

Text: Andrea Daum/ Fotos: Agentur Kunz und FCK

Zum Nachhören: RPR1. Beitrag zum Besuch von Bischof Wiesemann auf dem Betzenberg

  

 

 

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