Dienstag, 10. November 2015

Bistum Speyer trauert um Gisela Büttner

 

Bischof Wiesemann: „Eine ebenso überzeugte wie überzeugende christliche Politikerin“ / Bischof em. Schlembach: „Großartige Persönlichkeit mit dem Mut zu klaren und manchmal auch unbequemen Standpunkten“

Speyer. Glaube und Gerechtigkeit, Ehe und Familie: Diese Themen spielten im Leben von Gisela Büttner eine zentrale Rolle. „Sie hat aus christlicher Verantwortung das Gemeinwesen mitgestaltet und ihre politischen Erfahrungen fruchtbringend in die Kirche eingebracht“, würdigt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das Lebenswerk der ebenso „überzeugten wie überzeugenden christlichen Politikerin“. Die langjährige Richterin und ehemalige Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtages war in der vergangenen Woche im Alter von 88 Jahren in Kaiserslautern verstorben.

Gisela Büttner hat sich auf vielfältige Weise für das kirchliche Leben im Bistum Speyer eingesetzt. Viele Jahre hat sie im Diözesansteuerrat und Diözesanpastoralrat mitgewirkt. Von der Gründung im Jahr 2000 bis zum Jahr 2010 stand sie an der Spitze der „Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind“, die Bischof Dr. Anton Schlembach nach der Neuordnung der katholischen Schwangerenberatung im Bistum Speyer ins Leben gerufen hatte. „Mit dem Aufbau und der Profilierung der Stiftung hat sie im Bistum Speyer bleibende Spuren hinterlassen“, so Bischof Wiesemann. Die Stiftung hat zahlreiche Hilfsprojekte für schwangere Frauen ermöglicht und durch öffentliche Stellungnahmen immer wieder auf die Würde der Frauen und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder aufmerksam gemacht.

Die Nachricht vom Tod Gisela Büttners hat auch beim emeritierten Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach große Betroffenheit und Trauer ausgelöst. „Ohne sie wäre unser Bistum ärmer und schwächer“, bringt er seine Anerkennung und Dankbarkeit zum Ausdruck. „Mit ihrem Mut zu klaren und manchmal auch unbequemen Standpunkten war sie mir eine große Stütze.“ Er würdigt sie als „großartige Persönlichkeit mit umfassenden Qualitäten“. Ihren Lebensweg und ihre Lebensleistung betrachtet er als „herausragenden Beweis dafür, dass eine Frau auch ohne feministische Nachhilfe in Staat, Gesellschaft und Kirche alle Möglichkeiten der Selbstentfaltung und der Gestaltung wahrnehmen kann“.

Zahlreiche Ehrungen geben Zeugnis von ihrem Einsatz für und innerhalb der Kirche. Sie war Trägerin der Pirminiusplakette, der höchsten Auszeichnung des Bistums Speyer, sowie des Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes in Gold. 1996 war sie mit dem päpstlichen Silvesterorden, im Jahr 2002 von Papst Johannes Paul II. mit dem päpstlichen Gregoriusorden geehrt worden.

Text: is