Freitag, 08. Juli 2016

Flüchtlinge auf der Suche nach einer neuen Heimat – auch im Glauben

 

Bischöfliches Ordinariat gibt Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten heraus

Speyer. In den Pfarreien des Bistums Speyer fragen zurzeit verstärkt Menschen mit Fluchterfahrung nach der Taufe. Das Bischöfliche Ordinariat hat jetzt für die Pfarreien eine Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten herausgegeben. „Sie soll den Pfarrern und den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine erste Orientierung bieten“, erklärt der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge Domkapitular Franz Vogelgesang.

Gab es in den vergangenen Jahren nur vereinzelt muslimische Taufbewerber, so ist ihre Zahl inzwischen angestiegen. „Viele Flüchtlinge sind auf der Suche nach einer neuen Heimat – auch im Glauben“, erklärt Vogelgesang. Für manche von ihnen gehörte der im Herkunftsland nicht realisierbare Wunsch, sich taufen zu lassen und erkennbar als Christ zu leben, zu den Gründen, die Heimat zu verlassen. In den Pfarreien sorge das Interesse am christlichen Glauben einerseits für Freude. Andererseits bestehe die Angst, „etwas falsch zu machen oder in den Verdacht zu geraten, die Situation der Flüchtlinge mit meist muslimischem Hintergrund ausnutzen oder sie gar bekehren zu wollen.“ Neben den sprachlichen und kulturellen Hürden gebe es auch rechtliche Fragestellungen im Zusammenhang mit der Taufe, die nicht leicht zu beantworten seien.

Das Bistum Speyer und seine Pfarreien bewerteten den Taufwunsch von Flüchtlingen grundsätzlich nicht anders als den Taufwunsch jedes anderen Erwachsenen, macht Vogelgesang deutlich. „Wer im Erwachsenenalter Christ werden möchte, hat in einer Vorbereitungszeit von etwa einem Jahr die Möglichkeit, schrittweise in den christlichen Glauben hineinzuwachsen.“ Dabei werden auch die Beweggründe für den Übertritt und die Konsequenzen dieser Entscheidung reflektiert. Die Vorbereitung findet in einer Katechumenatsgruppe oder in Einzelgesprächen mit einem Seelsorger statt. Den Höhepunkt bildet die Tauffeier, häufig in der Osternacht, in der der Taufbewerber durch die Spendung der Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie in die volle Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird.

„Mit unserer Handreichung wollen wir Mut machen, Interessenten auf ihrem Weg zu einer fundierten Entscheidung zu unterstützen und sie bei der Vorbereitung auf die Taufe zu begleiten“, hebt Vogelgesang hervor. Auf rund 30 Seiten werden unter anderem die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Taufe beschrieben und auch rechtliche Fragen beantwortet. Außerdem bietet die Broschüre Informationen zur Flüchtlingshilfe im Bistum Speyer sowie eine Übersicht der verschiedenen Ansprechpartner.

Ansprechpartner für die Themen Erwachsenentaufe und Katechumenat:

Bischöfliches Ordinariat
Hauptabteilung Seelsorge
Felix Goldinger und Walburga Wintergerst
Webergasse 11
67346 Speyer
Telefon: 06232 / 102-286 und -171
E-Mail: katechese@bistum-speyer.de

Bestelladresse für die „Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten“:

Bischöfliches Ordinariat
Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11
67346 Speyer
Telefon: 06232 / 102-314
E-Mail: seelsorge@bistum-speyer.de

 

Handreichung zum Umgang mit dem Taufwunsch von Geflüchteten zum Herunterladen

Text: is / Foto: Fotolia