Donnerstag, 28. Mai 2020

„Corona und die Folgen“

 

Heinrich Pesch Haus startet Webinar-Reihe

Ludwigshafen. „Corona und die Folgen“ heißt die neue Webinar-Reihe des Heinrich Pesch Hauses, die jetzt angelaufen ist. Thematisiert werden die Auswirkungen der Pandemie auf das Gesundheitswesen, die Umwelt und den Umgang mit Sterbenden. Das nächste Webinar findet am 3. Juni statt.

„Welche Antworten bietet die Medizinethik zur Corona-Krise?“ lautet das Thema des Webinars am 3. Juni mit Referent Dr. Timo Sauer vom Dr. Senckenbergisches Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Frankfurt. Wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen, kann Corona das Gesundheitswesen überlasten und in schmerzhafte und tragische Entscheidungskonflikte führen: Was tun, wenn nicht allen geholfen werden kann? Darüber hinaus wirft die Corona-Krise grundsätzliche Fragen auf: Hat die Rettung des Lebens prinzipiell und immer Vorrang vor allem anderen? Und ist unser Gesundheitswesen „richtig aufgestellt“, um den einzelnen Akteuren auch in Krisenzeiten gutes medizinisches und pflegerisches Handeln zu ermöglichen? Welche Orientierung bietet die Medizin-Ethik zu diesen und ähnlichen Fragen?

Im zweiten Webinar der Reihe am 10. Juni 2020 spricht Palliativmedizinerin Prof. Dr. Claudia Bausewein von der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin / Klinikum der Universität München über „Gute Palliativversorgung in Krisenzeiten?“. In der Corona-Krisenzeit, in der Gesundheit und nicht selten das Leben selbst gefährdet sind, stellt sich verstärkt die Frage, was im Leben besonders wichtig und wertvoll ist – mitten im Leben, aber auch an den Grenzen des Lebens. Wie kann auch in Krisen dieser Art eine gute Palliativversorgung an ihren unterschiedlichen Orten gut gestaltet werden? Wie kann menschenwürdiges Sterben ermöglicht und begleitet werden, wenn zeitliche Ressourcen noch knapper sind und die Bedingungen noch schwieriger? Zugleich haben alle diejenigen, die in der Palliativversorgung Menschen an den Grenzen des Lebens begleiten, einen oft anderen Blick auf das Leben insgesamt: Was zählt – gewissermaßen „vom Ende her gedacht“ – wirklich im Leben? Worauf kommt es an, wenn wir ein gelingendes Leben führen wollen? Und was davon sollten wir gerade in Krisen wie diesen beherzigen?

Am 25. Juni geht es die Frage, was wir aus der Corona-Krise für die Klima-Krise lernen können. Während die Corona-Krise weltweit zu teilweise drastischen politischen Maßnahmen führt, mangelt es immer noch an konsequenter Klimapolitik. Der Referent Martin Hermann ist Arzt und Organisationsberater, Vorstand KLUG (Allianz Klimawandel und Gesundheit) und aktiv bei „Health for Future“. Er berät seit langer Zeit Organisationen und Führungskräfte insbesondere im Gesundheitswesen und ist seit einigen Jahren in der Klimaschutzbewegung engagiert. Für ihn ist der Klimawandel eine weit größere Bedrohung für Gesundheit und Überleben als Corona und er fragt sich, was sich aus dem Umgang mit der Corona-Krise für andere (noch größere) Herausforderungen lernen lässt.

Im Anschluss zu den thematischen Inputs der Referenten gibt es die Möglichkeit für Fragen und Diskussionsbeiträge. Die Reihe wird moderiert von Dr. Thomas Steinforth. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz statt.
Technischer Hinweis: Für die Webinare wird ein virtueller Konferenzraum von Microsoft Teams genutzt. Die Teilnahme ist über die MS-Teams-App oder über einen Webbrowser möglich. Der Link zum Webinar wird am Tag der Veranstaltung versendet.

Die Teilnahme ist kostenfrei, es ist jedoch eine Anmeldung jeweils bis zum Vortag, 16 Uhr, unter E-Mail: info@hph.kirche.org  oder telefonisch unter: 0621 5999-152 erforderlich.

Text: HPH/Foto. pixabay