Dienstag, 21. August 2018

“Ich will mich einmischen“

Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und Bruno Kühn (v.l.n.r.) 

Elisabeth Traunmüller ist neue Leiterin des Caritas-Zentrums Landau – Bruno Kühn geht nach 20 Jahren als Chef in den Ruhestand

Landau. Leitungswechsel beim Caritas-Zentrum Landau: Mit 80 Gästen wurden am 16. August im Pfarrheim St. Albert der bisherige Leiter des Caritas-Zentrums, Bruno Kühn, verabschiedet und die neue Leiterin Elisabeth Traunmüller vorgestellt. 20 Jahre lang hatte Kühn die Leitung inne – mit der 36-jährigen Elisabeth Traunmüller schafft das Zentrum auch einen Generationenwechsel.

Der Vorsitzende des Caritas-Verbandes für die Diözese Speyer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer und die Leiterin der Abteilung Soziales, Barbara Aßmann würdigten die Verdienste Kühns, der in den Ruhestand geht, sowie die Persönlichkeit und die aus Sicht des Caritas-Verbandes optimalen Kompetenzen Traunmüllers für ihre neue Leitungsaufgabe.

In den 28 Jahren seiner Arbeit für die Caritas - die letzten 20 Jahre als Leiter des Caritas-Zentrums, das anfangs noch Caritas-Sekretariat Landau hieß - habe Kühn „die Caritas im wahrsten Sinne des Wortes vom Rand ins Zentrum der Stadt gebracht, die Caritas-Arbeit in der ganzen Südpfalz bekannt und verlässlich gemacht“, attestierte Karl-Ludwig Hundemer dem scheidenden Einrichtungsleiter. 1990 war der Südpfälzer, der heute in Annweiler lebt und zunächst eine Verwaltungslehre beim Landratsamt Landau-Bad Bergzabern sowie später das Studium der Sozialen Arbeit in Mainz absolviert hatte, in die Dienste der Caritas getreten. Zunächst war er Leiter der Aussiedlereinrichtung im Feriendorf „Eichwald“ in Gossersweiler-Stein. 1998 hatte Kühn sich um die frei gewordene Stelle des Leiters des Caritas-Sekretariats beworben Hundemer bestätigte Kühn, dass er mit Leidenschaft und Tatkraft das Caritas-Zentrum und dessen Angebot stetig vorangebracht habe. Als besondere Auszeichnung heftete Hundemer Kühn das Flammenkreuz in Gold des Deutschen Caritasverbandes ans Revers: „Ich sage damit von Herzen Danke für Ihr Wirken im Caritasverband für die Diözese Speyer, für Ihre Glaubwürdigkeit im Handeln und für Ihren vorbildlichen Einsatz für die Menschen in Not.“

Zwei Aspekte seien in seinem beruflichen Handeln immer wichtig gewesen, sagte Kühn selbst: ehrenamtliches Engagement in Projekte einzubinden und das Ehrenamt entsprechend zu würdigen und zweitens, „neben aller Betriebsamkeit den Einzelnen nicht zu übersehen oder gar zu vernachlässigen“. Und so danke er allen hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Mitstreitern für deren Engagement.

Barbara Aßmann schilderte den bewegten Lebenslauf der neuen Leiterin Elisabeth Traunmüller. Sie ist gebürtige Österreicherin, die nach Stationen in vielen Teilen der Welt heute in Landau-Godramstein lebt, Religionswissenschaft und Archäologie sowie Management studiert hat und einen wissenschaftlichen Schwerpunkt bei christlicher Unternehmenskultur setzt. „Wir haben uns für eine Führungskraft mit mehrjähriger Kommunikations- und Veranstaltungsarbeit entschieden, die viel Freude an Netzwerkarbeit hat. Sie ist eine Frau mit umfassender Erfahrung in Management und Personalführung und einer Begeisterungsfähigkeit, die ansteckt“, fasste Aßmann zusammen.

Traunmüller brachte zum Ausdruck, dass sie sich sehr auf die Arbeit im Caritas-Zentrum freue. Der Wechsel von der Wissenschaft in die soziale Arbeit bedeute, sich einzumischen. „Das machen Menschen wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas jeden Tag. Auch ich will mich einmischen“, sagte Traunmüller. Denn auch in ihr Leben hätten sich Menschen zum Glück eingemischt. Etwa als sie mit 15 Jahren schwanger war, seien Menschen da gewesen, die ihr weitergeholfen hätten. Hilfe für Menschen in schwierigen Situationen zu leisten, sei daher ein Thema, das ihr sehr am Herzen liege. Das wolle sie mit den Caritas-Mitarbeitern gemeinsam umsetzen. Ihrem Vorgänger Bruno Kühn zollte sie großen Respekt und dankte ihm, dass er ihr noch eine kurze Zeit zur Seite stehen werde.

Der Landrat der Südlichen Weinstraße, Dietmar Seefeldt, und der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit Thomas Gebhardt dankten Bruno Kühn für sein persönliches Engagement und seine Aufbauarbeit für die soziale Arbeit an der Südlichen Weinstraße. Seefeldt attestierte ihm: „Sie haben immer Anteil genommen am Schicksal derjenigen, die Hilfe suchten, und waren dabei immer fair und nie verletzend – das zeichnet Sie aus.“

Text/Foto: Henning Wiechers, Waltraud Itschner