Samstag, 25. Juni 2016

Tour des Missio-Trucks durch das Bistum Speyer eröffnet

Gehörten zu den ersten Besuchern der Mitmach-Ausstellung "Menschen auf der Flucht" im Missio-Truck vor dem Speyerer Dom: (untere Reihe von links) Torsten Jäger, Domdekan Dr. Christoph Kohl, Missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber, Dr. Oliver Müller, (dahinter von links) Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, Integrationsministerin Anne Spiegel, Oberbürgermeister Hansjörg Eger und ein Mitarbeiter des Hilfswerks "Missio". 

Bischof Wiesemann, Integrationsministerin Spiegel, Caritasdirektor du Bellier, Oberbürgermeister Eger und Missio-Präsident Huber sind erste Besucher der Mitmach-Ausstellung

Speyer. Ab sofort rollt er durch das Bistum Speyer: Die Tour des Missio-Trucks mit der Mitmach-Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ an Bord wurde am Samstag vor dem Speyerer Dom gestartet. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel, Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger und Missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber gaben gemeinsam den Startschuss für die zweiwöchige Tour. Die Ausstellung wird bis zum 8. Juli an insgesamt zwölf Standorten in der Pfalz und im Saarpfalzkreis zu sehen sein.

„Beim Thema Flüchtlinge geht nicht um Zahlen, sondern um Menschen“, betonte Bischof Wiesemann in seiner Eröffnung. „Es ist wichtig, diese Menschen verstehen zu können, von ihnen zu wissen, was sie erlebt haben und vor allem auch, warum sie sich auf den Weg gemacht haben.“ Er erinnerte daran, dass Jesus selbst mit seiner Familie flüchten musste, und appellierte an alle in der Gesellschaft, jeden Flüchtling würdig zu behandeln. „Wir wollen nicht, dass die europäische Grenze eine Todesgrenze ist. Niemand darf in eine Situation zurückgeschickt werden, in der Krieg und Verfolgung auf ihn warten.“ Den Christen sei aufgetragen, füreinander und für Hilfesuchende da zu sein: „Wenn du Christ bist, dann öffne Deine Tür.“

Die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel zeigte sich von der Ausstellung beeindruckt. „Der Missio-Truck stellt das Themenfeld Flucht und Asyl multimedial und lebendig dar. Dadurch bringt er seine Besucherinnen und Besucher ganz nah an die Schicksale von Menschen heran, die bei uns um Zuflucht bitten“, erklärte sie. „Ich danke allen Ehren- und Hauptamtlichen, die das Projekt begleiten und unterstützen, die sich der Flüchtlinge annehmen und Ihnen ein Ankommen in unserem Land erleichtern.“

„Wir müssen darauf achten, dass Benachteiligte nicht gegeneinander ausgespielt werden“, unterstrich Caritasdirektor Vinzenz du Bellier. Teilhabegerechtigkeit sei ein hoher Anspruch. „Neiddiskussionen“ hingegen zerstörten auf die Dauer die Basis des Gemeinwesens. Mit der Ausstellung verband er den Wunsch, dass sie zu einer „inhaltlichen Vertiefung und damit auch zur Versachlichung der für unsere Gesellschaft so wichtigen Fragen von Flucht und Migration“ beiträgt.

Flüchtlinge nicht als anonyme, Angst einflößende Masse, sondern als individuelle Menschen wahrzunehmen: Darin liegt aus Sicht des Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger gegenwärtig die zentrale Herausforderung, auch im Blick auf die in England vor dem „Brexit“ geführte Debatte. Die Begegnung mit individuellen Einzelschicksalen ziehe der Angst vor dem zum „Monstrum“ gemachten Thema Flüchtlinge den Schleier weg.

Beim abschließenden Friedensgebet, gestaltet vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend, richtete sich der Blick nicht nur auf die Flüchtlinge, sondern auch auf die Menschen, die in ihren Heimatländern keinen Frieden und keine Perspektiven finden. „Es wird zu viel über Flüchtlinge geredet, anstatt den Versuch zu unternehmen, das Geschehen mit ihren Augen zu sehen“, begrüßte die BDKJ-Vorsitzende Lena Schmidt den Missio-Truck als gute Möglichkeit, „uns für die Erfahrungen und Sichtweisen der geflüchteten Menschen die Augen zu öffnen“.

Die Ausstellung setzt stark auf eigene Erfahrung, indem sie die Besucher in die Lebensgeschichten von acht exemplarisch ausgewählten Flüchtlingen eintauchen lässt. So muss man zum Beispiel innerhalb einer Minute entscheiden, welche Gegenstände man mitnimmt und welche man zurücklässt. Für den Rundgang durch die sechs Räume der Ausstellung sollte man etwa zwanzig Minuten einkalkulieren. Man kann den Missio-Truck einzeln oder in Gruppen besuchen. Schulklassen sind besonders eingeladen. Beim Gang durch die Ausstellung stehen den Besuchern pädagogische Begleiter von „missio“ zur Seite.

Diözesane Hilfsaktion „Teile und helfe“ findet großen Zuspruch

Das Bistum Speyer und sein Caritasverband haben bereits vor zwei Jahren einen Flüchtlingshilfefonds mit rund 1,5 Millionen Euro Grundkapital und inzwischen rund 700.000 Euro an weiteren Spenden eingerichtet. Mit dem Geld wurden beispielsweise 20 zusätzliche Stellen in der Migrations- und Integrationsberatung geschaffen sowie rund 60 Sprachkurse finanziert. Rund 2000 Menschen engagierten sich in der Flüchtlingsarbeit der Pfarreien, von der Sprachpatenschaft für Kinder, der Begleitung zu Ärzten und Ämtern bis hin zu internationalen Kochfesten und Fahrradwerkstätten. Qualifiziert werden die ehrenamtlich Engagierten durch die Caritas-Zentren in den Dekanaten, wo Flüchtlinge auch durch hauptamtliche Fachleute vielfältige Hilfe auf dem Weg der Integration erhalten. Ein Schwerpunkt des Caritasverbandes liegt in der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge im Raum Kaiserslautern und im Landkreis Bad Dürkheim. So haben zum Beispiel im „Wilensteiner Hof“ bei Trippstadt sieben junge Flüchtlinge Unterkunft und Beschäftigung gefunden und besuchen inzwischen die Schule. Zur Unterbringung von Flüchtlingen haben das Bistum Speyer und seine Pfarreien den Kommunen rund 50 kirchliche Gebäude zur Verfügung gestellt. Für rund 380 Flüchtlingen konnte dadurch eine Unterkunft bereitgestellt werden.

Weitere Informationen:

www.bistum-speyer.de

www.teile-und-helfe.de

www.missio.de

 

 

Die Tour des Missio-Trucks durch das Bistum Speyer

Die Tour des missio-Trucks durch das Bistum umfasst insgesamt zwölf Stationen. Für Schulklassen sind Anmeldungen erbeten. Ansonsten steht der Truck jedem zum Besuch offen. Der Besuch ist kostenlos.

Speyer
Standort:
Domvorplatz
Öffnungszeiten:
25. Juni, 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr
26. Juni, 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr
27. Juni, 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit schulischem Begleitprogramm am Truck

Frankenthal
Standort:
Berufsbildende Schule, Petersgartenweg 9
Öffnungszeiten:
28. Juni, 7:30 Uhr bis 14:30 Uhr

Rodalben
Standort:
Berufsbildende Schule, Gabelsbergerstraße 6
Öffnungszeiten:
29. Juni, 7:50 Uhr bis 15:00 Uhr

Homburg
Standort:
Johanneum, Kardinal-Wendel-Straße 12
Öffnungszeiten:
30. Juni, Schulzeiten

Otterberg
Standort:
Integrierte Gesamtschule
Schulstraße 2
Öffnungszeiten:
1. Juli, Schulzeiten

Landau
Standort:
Grundschule Arzheim
2. Juli, Aktionstag der Katholischen Jugendzentrale, keine öffentliche Besichtigung möglich

Blieskastel
Standort:
Parkplatz Ecke Bahnhofstr./Florianstr.
Öffnungszeiten:
3. Juli, 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit dem Besuch der saarländischen Ministerpräsidentin um 16:00 Uhr

Zweibrücken
Standort:
Mannlich Realschule plus
Zeilbäumerstraße 8a
Öffnungszeiten:
4. Juli, 7:35 Uhr bis 14:30 Uhr

Pirmasens
Standort:
Zeppelinstr. 11 Parkplatz Wasgauhalle
Öffnungszeiten:5.Juli, 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Schönenberg-Kübelberg
Standort:
Integrierte Gesamtschule, St. Wendeler-Straße 16
Öffnungszeiten:
6. Juli, 7:40 Uhr bis 12:40 Uhr, weitere Termine nach Vereinbarung;

Germersheim
Standort:
Geschwister-Scholl-Realschule, Römerweg 2
Öffnungszeiten: 7. Juli, 7:45 Uhr bis 17:00 Uhr

Neustadt
Standort:
Hauptbahnhof, Bahnhofsvorplatz
Öffnungszeiten:
8. Juli, 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr