Mittwoch, 08. September 2021

Appell an die Bundesregierung

 

Weihbischof Otto Georgens unterstützt das Anliegen von pax christi - „Wir in Deutschland können mehr: Geflüchtete aufnehmen – Pushbacks verhindern – Europa gewinnen“

Die internationale katholische Friedensbewegung pax christi informiert in einer Pressemeldung über einen Appell an die Bundesregierung zur Aufnahme von Geflüchteten, der auch von Weihbischof Otto Georgens unterstützt wird:

„Heute vor einem Jahr brannte das Elendslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos komplett nieder. Durch den Brand wurde die humanitäre Katastrophe in den Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen besonders sichtbar. Ein Jahr danach hat sich die Situation strukturell und politisch kaum verändert.

Die katholischen Bischöfe pax christi-Präsident Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz, Michael Gerber, Bischof von Fulda und Otto Georgens, Weihbischof in Speyer, appellieren aus diesem Anlass gemeinsam mit sechsundzwanzig Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie mit weiteren Geistlichen und Laien sowie den Trägerorganisationen der Kampagne „Menschenrecht statt Moria“ an die Bundesregierung. Die systematische Verletzung der Menschenrechte Geflüchteter, die an den EU-Außengrenzen ihr Recht auf Asyl in Anspruch nehmen wollen, dürfe nicht länger hingenommen werden. 

Gerade jetzt im Vorfeld der Bundestagswahl fordern die Unterstützer*innen des Appells „Wir in Deutschland können mehr: Geflüchtete aufnehmen – Pushbacks verhindern – Europa gewinnen“ die Bundesregierung auf, sofort mindestens weitere 14.000 Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen und sich für einen fairen und an den Menschenrechten orientierten Verteilmechanismus innerhalb der EU einzusetzen, damit weitere humanitäre Katastrophen in den „Hotspots“ an den EU-Außengrenzen verhindert werden; sich für eine sofortige Beendigung der illegalen Pushbacks von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen durch die FRONTEX-Einheiten und nationalen Grenzschützer*innen einzusetzen und ihren Einfluss in der Europäischen Union zu nutzen, um diese Menschenrechtsverletzungen zu stoppen.

Symbolisch trug die Kampagne, vertreten durch den pax christi-Bundesvorsitzende Gerold König, den Appell gestern zum Bundesministerium des Inneren. Das angefragte Gespräch mit dem pax christi-Präsidenten Bischof Peter Kohlgraf und die seit Juni 2021 erbetene Entgegennahme des Appells wurde von Bundesinnenminister Seehofer leider bis heute nicht beantwortet.

„Die Situation der Geflüchteten an den EU-Außengrenzen kennt keine Wahlkampfzeiten. Die humanitäre Lage ist weiterhin erschreckend und die Situation in Afghanistan zeigt, wie sehr deutsche und europäische Politik zu Fluchtursachen beiträgt. Da muss umgesteuert werden. Jetzt und nach der Bundestagswahl“, betont der pax christi-Bundesvorsitzende Gerold König.

Am Samstag, den 11. September werden die Aktiven der Kampagne „Menschenrecht statt Moria“ einen bundesweiten Aktionstag veranstalten. Sie werden in Gebeten ihre Solidarität mit den Schutzsuchenden zeigen, mit Kandidat*innen zum Deutschen Bundestag sprechen und über die Lage der Geflüchteten informieren.

Eine Licht- und Klanginstallation wird im Rahmen mehrerer Veranstaltungen in ganz Deutschland den gemeinsamen Tagesabschluss bilden. 

Mehr zum Aktionstag findet sich auf www.menschenrecht-statt-moria.de   

Dort finden sich auch Zugangsdaten zum morgendlichen Gottesdienst mit dem pax christi-Präsidenten Bischof Peter Kohlgraf und zur Online-Teilnahme an der Abendveranstaltung „Vertreibung – Flucht – Asyl“

Den Appell im gesamten Wortlaut und alle Unterzeichnerinnen findet man auf der Website von pax christi

Text/Foto: pax christi