Donnerstag, 07. Mai 2026
„Wir haben noch viele Schritte vor uns“

Vernetzungstreffen aller Gremien, die sich im Bistum Speyer mit den Themen Aufarbeitung, Intervention und Prävention beschäftigen © Bistum Speyer
Vernetzungstreffen aller Gremien, die sich im Bistum Speyer mit den Themen Aufarbeitung, Intervention und Prävention beschäftigen
Waldfischbach-Burgalben. Beim vierten Vernetzungstreffen aller Gremien, die sich im Bistum Speyer mit Aufarbeitung, Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt beschäftigen, standen der im vergangenen Jahr erschienene erste Teil der Aufarbeitungsstudie sowie die Folgen von sexuellem Missbrauch im Mittelpunkt. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Betroffenenbeirat, Unabhängiger Aufarbeitungskommission, Beraterstab, Netzwerk Prävention, der Unabhängigen Ansprechpersonen und der Berater für irritierte Systeme trafen sich dazu gemeinsam auf Maria Rosenberg.
Beim Vernetzungstreffen im letzten Jahr wurden die Ergebnisse der ersten Teilstudie des unabhängigen Forschungsprojekts „Sexueller Missbrauch im Bistum Speyer durch katholische Priester, Diakone, Ordensangehörige und Mitarbeitende des Bistums (ab 1946)“ vorgestellt. Diese beinhaltet unter anderem auch sechs Fragen und Thesen zur missbrauchsbegrenzenden Arbeit auf Diözesanebene, wie die Modernisierung von Verwaltungsstrukturen, die Veränderung von Kommunikationsprozessen mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und Betroffenen sowie die Verbesserung von Vernetzungsmöglichkeiten. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden zu den einzelnen Themen Handlungsempfehlungen für die Bistumsleitung. Der anschließende Austausch im Plenum konzentrierte sich auf die Frage, wie die Vernetzung zwischen den einzelnen Gruppierungen, die sich mit Prävention, Intervention und Aufarbeitung beschäftigen, intensiviert werden kann.
Am Nachmittag stießen Michael Hackert von Eckiger Tisch e.V. und Werner Tschan, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zur Gruppe. Anhand des Films „Von Trauma zur Sucht. Gefangen im Schweigen.“ erarbeiteten sie zusammen mit den Teilnehmenden Langzeitfolgen von Missbrauch, wie eine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Zum Abschluss des Tages fasste Generalvikar Markus Magin zusammen: „Wir haben eine große Aufgabe, wir sind viele Schritte gegangen, aber wir haben auch noch viele Schritte vor uns.“ Er dankte allen, die sich im Bistum Speyer für Prävention, Intervention und Aufarbeitung engagieren, für ihren Einsatz auf dem bereits gegangenen Weg und in der Zukunft.