Dienstag, 15. September 2026

Neuer Kurs Berufseinführung für pastorale Berufe

 

Bamberg/Eichstätt/Speyer/Würzburg. 15 Frauen und Männer stark ist der neue  Kurs zur Einführung in die pastoralen Berufe Gemeindereferent/-in, Pastoralreferent/-in und Priester, in dem Kandidatinnen und Kandidaten aus den vier Bistümern Bamberg, Eichstätt, Speyer und Würzburg zusammenkommen. Zum ersten Mal haben sie sich in der ersten Septemberwoche in Eichstätt getroffen. Zusätzlich zur Arbeit an ihren jeweiligen pastoralen Einsatzorten werden sie in dieser Besetzung in den nächsten drei Jahren immer wieder in den Bischofsstädten zusammenkommen, um sich über ihre Erfahrungen in ihren Diözesen auszutauschen, zusammen zu arbeiten und gemeinsam, jede/r auf ihre/seine Weise und nach den jeweils eigenen Möglichkeiten, fachlich und methodisch für den Berufsalltag dazuzulernen und menschlich und vor allem geistlich zu wachsen.

Die Bistums-Kooperation, die 2020 im Auftrag der Bamberger Metropolie beschlossen wurde und seit 2024 nun in dritter Runde startet, sieht keiner der Beteiligten Verantwortlichen als Notlösung in berufungsarmen und auch sonst limitierten Zeiten in der Kirche. Regens Franz Vogelgesang und Seminarrektorin Tatjana Blumenstein von Speyer werden nicht müde den besonderen Rahmen dieser Kooperation mit ihren Möglichkeiten zu loben – aus mehreren Gründen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: die Zusammenarbeit fördert die Vernetzung und erhöht die Qualität der Ausbildung. Trotz geringerer Ressourcen besser werden – das gelingt am besten so, sagen sie aus Erfahrung.

Im Bistum Speyer absolvieren eine Frau und drei Männer diese berufsbegleitende pastorale Ausbildung, die mit der bundesweit anerkannten zweiten Dienstprüfung abgeschlossen wird. Judith Konrad wird in Bad Dürkheim Hl. Theresia vom Kinde Jesu, Theodore Bongmoyong Lemnyuy in Dudenhofen Hl. Hildegard von Bingen, Pablo Albaladejo Diaz in Wörth Hl. Christophorus und Felix Mittelstädt in Kaiserslautern Maria Schutz die erste Stelle als Pastoralassistenten/in antreten.

Die Motive und Wege ähneln einander oft und doch ist jede einzelne Vita, jede einzelne Entscheidung letztlich eine ganz persönliche und unvergleichbar. Die Altersspanne lässt das durchaus erahnen, der jüngste Berufseinsteiger ist 24 Jahre, der älteste 51. In der Regel kommen sie aus dem Studium. Einige haben mit oder ohne Ausbildung schon in unterschiedlichen Berufen gearbeitet oder Zusatzausbildungen gemacht. Es gibt Einsteiger mit Partner/in oder Familie, einige haben ausländische Wurzeln. Immer wieder wird die Suche nach einem Sinn, einer Aufgabe im Leben thematisiert. Niemand kommt ohne kirchlichen Hintergrund. Oft ist es die Familie, Verwandtschaft, ein Freundeskreis, eine Person im pastoralen Dienst der Kirche, in der Gemeinde oder in einem Verband, die prägend waren. Einige berichten von markanten Erlebnissen, die sie veranlasst hätten, diesen Berufsweg einzuschlagen, für andere ergab sich diese Entscheidung völlig natürlich und logisch. Der Einfluss hehrer Vorbilder oder sogenannte Damaskuserlebnisse kommen seltener vor, als man meint. Es sind vielmehr ganz normale Begegnungen mit ganz normalen Menschen, alltägliche Erlebnisse und absichtslos geführte Gespräche, die bereichernd gewesen seien und den Entschluss gestärkt hätten, selbst eine Bereicherung zu sein. Maria Lechner (Ausbildungsleiterin Bistum Eichstätt) spricht hier von der persönlichen inneren Berufung und sieht, wie ihre Kolleginnen und Kollegen ihre Aufgabe darin, dabei zu helfen, dass die so motivierten Frauen und Männern ihren Platz in der Kirche finden.

Die Startveranstaltung der Berufseinsteiger/innen diente dem Kennenlernen, der Standortbestimmung, auch der Frage, wie jeder und jede die eigene Motivation und Haltung anderen beschreiben und verständlich machen kann. Technisch gesprochen geht es um das Verstehen und Durchdringen des Berufsbilds, der eigenen Rolle in diesem Beruf und der Identifikation damit. Ganz persönlich geht es darum – ob in Gruppenarbeit, Gesprächsrunden oder Rollenspielen – Rechenschaft abzulegen, jetzt und auch zukünftig, sich selbst und anderen. Und das geschah in den fünf Tagen in Eichstätt in beeindruckender Lebendigkeit, fanden die Ausbildungsleiter/innen aus den vier Diözesen übereinstimmend.

Text: pde