Montag, 16. März 2026

Wichtige Beiträge zum Substanzerhalt am Speyerer Dom

Freude über den Scheck der Dr.-Albrecht-und-Hedwig-Würz-Stiftung in der Bürgerstiftung der Sparkasse Südpfalz (v.l.n.r.): Domdekan Dr. Georg Müller, Christin Sauer, Vorständin der Bürgerstiftung der Sparkasse Südpfalz, Diplom-Restauratorin Anne Lackner, Dombaumeisterin Hedwig Drabik, Steinmetz Tobias Uhrig und Architektin Marta Schiedermaier © Domkapitel Speyer, Foto: Klaus Landry 

Die Rettung des Wandgemäldes in der Vorhalle und die Reinigung der Sockelzone

Neben den verschiedenen Großmaßnahmen laufen auch immer kleinere Instandhaltungsprojekte am Dom. Wobei „klein“ im Zusammenhang mit der größten romanischen Kirche der Welt relativ ist. Zwei dieser Projekte wurden jetzt der Presse vorgestellt: die Untersuchung und Notsicherung des Wandbildes in der Vorhalle und die Reinigung der Sockelzone. Beide Projekte wurden ermöglicht durch Zuwendungen der Dr.-Albrecht-und-Hedwig-Würz-Stiftung in der Bürgerstiftung der Sparkasse Südpfalz. Diese wurde 2017 ins Leben gerufen und ist dem Erhalt des Doms gewidmet. Mit ihrer Hilfe konnten bislang unter anderem die Untersuchung des Epitaphs für Rudolf von Habsburg in der Vorkrypta oder die Abformung von Figurenschmuck in der Vorhalle finanziert werden. Domdekan Dr. Georg Müller, seit Beginn dieses Jahres zuständig für den Bauerhalt, dankte Christin Sauer als Vertreterin der Würz-Stiftung für deren Unterstützung: „Ich freue mich, dass wir durch das Zutun der Würz-Stiftung Projekte realisieren können, die für unseren Dom von enormer Bedeutung sind“, sagte Müller.


Dass die Untersuchung des Wandgemäldes in der Vorhalle im Rahmen einer Diplomarbeit erfolgen konnte, bezeichnete Dombaumeisterin Hedwig Drabik als echten Glücksfall. Durch die vergleichsweise lange Zeitspanne von Oktober 2024 bis November 2025 konnte ein Konzept entwickelt werden, das den Erhalt der Vergoldung ermöglichte, die man zuvor als „nicht haltbar“ eingestuft hatte. Anne Lackner, zu Beginn der Maßnahme noch Studentin am Lehrstuhl für Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, erklärte vor Ort die komplexe Gemengelage, die durch die Kombination verschiedener Techniken, das besondere Klima der Vorhalle und teilweise unsachgemäße Übermalungen und Zusatzschichten entstanden war. Lackner legte über Monate hinweg Musterflächen an und erarbeitete im Rahmen ihrer Diplomarbeit ein Erhaltungskonzept. Nachdem sie ihre Diplomarbeit erfolgreich abschließen konnte, nahm sie mit Unterstützung einer weiteren Restauratorin auf Basis ihres Wissens die Notsicherung der Quader- und Ornamentmalerei vor und sicherte die Vergoldung. Da in beiden Fällen schon einiges an Substanzverlust zu beklagen war, kam diese Maßnahme gerade noch rechtzeitig, wie Dombaumeisterin Drabik erläuterte. 

Christin Sauer, die seitens des Stiftungsvorstands der Bürgerstiftung Sparkasse Südpfalz an dem Termin teilnahm, freute sich sehr über den sichtbaren Erfolgt der Maßnahme: „Es ist schön, dass wir mit der Bürgerstiftung in der Region und für die Region wirken können. Der Stifter, Dr. Albrecht Würz, der selbst Chemiker, war hätte an diesem Projekt, bei dem chemische Zusammenhänge eine große Rolle spielten, sicher seine Freude gehabt“. 60.000 Euro hatte die Würz-Stiftung für die Gerüststellung, die Untersuchungen und die Notsicherungsmaßnahmen bereits zur Verfügung gestellt. Abgeschlossen ist die Restaurierung des Wandgemäldes jedoch noch nicht. „Nachdem nun ein Konzept erstellt wurde, können wir als nächsten Schritt die Kosten ermitteln“, sagte Dombaumeisterin Hedwig Drabik. Realisiert werden kann die Restaurierung der teils mehrfach übermalten und retuschierten Flächen dann, sobald die hierfür erforderlichen Mittel vorhanden sind. 

Ein weiteres Projekt, das mit Geldern der Würz-Stiftung gerade umgesetzt wird, ist die Reinigung und Neuverfugung der Sockelzone des Doms. Mit dieser wurde bereits im November 2025 begonnen und wird nun nach der Winterpause fortgesetzt. 40.000 Euro kann das Dombauamt hier aus Stiftungsgeldern verausgaben. Dombaumeisterin Drabik erläuterte, dass der Sockelbereich des Doms sich in einem relativ schlechten Zustand befinde. 4 bis 5 Bodenplatten müssten getauscht werden. Steinmetz Tobias Uhrig erläuterte die Arbeiten. Zunächst seien Moose und weiterer Bewuchs händisch entfernt worden, bevor eine Heißdampfreinigung erfolgte. „Durch die hohen Temperaturen werden die Keime und Sporen des biogenen Bewuchses abgetötet“, erklärte Uhrig. Der Effekt sei jedoch nicht auf die sichtbare Säuberung zu reduzieren, ergänzte Dombaumeisterin Drabik. „Durch den Bewuchs wird Wasser gebunden, was letztlich zur schnelleren Verwitterung und somit zumSubstanzverlust am Sandstein führt.“ In nächster Zeit würden für die höheren Sockelbereiche noch kleine Gerüste gestellt, um auch diese reinigen zu können, so Drabik.

Text: Domkapitel, Fotos: Klaus Landry