Sonntag, 25. Oktober 2020

Kreatives Kürbisschnitzen für Groß und Klein

Sein Kürbisgesicht soll schön gruselig sein, findet Paul Hoffmann 

Beim Ferienprogramm des Familienbüros in Germersheim hatten die Kinder mit Eltern und Großeltern viel Spaß bei kreativen Angeboten und Ausflügen in die Natur. Das Caritas-Zentrum Germersheim war Träger des Programms

Germersheim. Groß, rund und schwer sind die Kürbisse, an denen die Kinder in der Ferienbetreuung des Familienbüros in Trägerschaft des Caritas-Familienzentrums Germersheim gerade schnitzen. Bei Leen und Liyan ist ihre Mutter, Walla Fqaisi, dabei und hilft den beiden siebenjährigen Mädchen, die alleine den wuchtigen Kürbis kaum bewegen können.

„Ein bisschen anstrengend war es schon“, meint Ilyasse Sekkat mit Blick auf die große, ausgehöhlte Frucht. Auch bei dem Jungen, ebenfalls sieben Jahre alt, ist  Mama Nabila Sbai dabei. Sie schaut, dass er mit dem Werkzeug vorsichtig umgeht. Kindgerechte Schnitzmesser und auch Messer für große Leute hat das Familienbüro mitgebracht.

Geschnitzt wird im Pfarrsaal der Paul Josef Nardini-Pfarrgemeinde. „Wir sind sehr froh, dass die Gemeinde uns den Saal so schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt hat“, sagt Regina Huwe-Wittmann, die für das Familienbüro das Ferienprogramm auf die Beine gestellt hat.

„Das ist ein sehr schönes Angebot für Kinder“, sagt Nabila Sbai. Mit Ilyasse war sie schon bei dem Ausflug ins Grüne dabei. Erich Ofer vom Verein für Natur- und Vogelschutz Germersheim hat die Kinder mit ins Schutzgebiet „Am Bornpfuhl“ geführt und ihnen gezeigt, was hier so wächst, krabbelt und fliegt. Er hat erklärt, wie Vogelschützer es geschafft haben, dass in der Pfalz wieder Störche leben. Und er hat gezeigt, wie man eine Fichte von einer Tanne unterscheiden kann. Am Ende haben die Kinder Blumen in Töpfe gesetzt, die sie mitnehmen durften und zuhause im Garten pflanzen können.

Beim Basteln mit Naturmaterialien hat Manuela Werner den Kindern und ihren Begleitern gezeigt, was sie aus den Sachen, die im Wald zu finden sind, basteln können. Mit Tannenzapfen, Kastanien, Beeren, grünen Zweigen und etwas Bast haben die Kinder dann kleine Gestecke und herbstliche Dekostücke gefertigt.

Inzwischen sind die Kürbisse im Pfarrsaal schon fast fertig. Paul Hoffmann verpasst dem Kürbisgesicht noch eine Narbe „damit es noch gruseliger aussieht“, sagt er. Der Siebenjährige aus Rheinzabern ist mit seiner Oma Brigitte Hoffmann hier. „Wir kommen gerne zu Angeboten, wo man etwas Kreatives machen kann“, meint Brigitte Hoffmann.

„Uns ist wichtig, dass Eltern oder Großeltern mitkommen und mitmachen können – das ist ja gerade unser Konzept als Familienbüro“, sagt Regina Huwe-Wittmann. Sie bedankt sich auch bei den ehrenamtlichen Helfern, zu denen beim Kürbisschnitzen auch Nicole Schnell-Perez gehört. Für das Ferienprogramm sei auch wichtig gewesen, Angebote zu machen, die mit wenig Aufwand und ohne größere Fahrten zu organisieren sind, erklärt sie.

Wegen der Corona-Pandemie und den nötigen Abständen konnten die Angebote nicht im Caritas-Zentrum oder in Räumen der Stadt geschehen. Umso wichtiger sei die schnelle Hilfe mit dem großen Nardini-Pfarrsaal gewesen. Hier konnten die Familien jede für sich an einem Tisch schnitzen, in genügend Abstand zu anderen. Zur Vorbereitung gehörte auch ein ausführliches Hygienekonzept. „Ich bin sehr froh, dass wir unser Ferienprogramm trotz allem machen konnten. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn große und kleine Teilnehmer hatten alle viel Spaß.“ Einzig der Besuch der Fahrradwerkstatt der Lokalen Agenda, der für Samstag, 24. Oktober, geplant war, musste abgesagt werden, weil dort das Einhalten der Abstände nicht möglich wäre.

Text/Foto: Gereon Hoffmann für den Caritasverband für die Diözese Speyer