Freitag, 20. November 2020

„Wir pflanzen heute, um morgen zu ernten“

Im Park des Heinrich Pesch Hauses wurde eine Streuobstwiese angelegt. 

Streuobstwiese im Park des Heinrich Pesch Hauses angelegt

Ludwigshafen. Herbstzeit ist Pflanzzeit. Auch im Park des Heinrich Pesch Hauses, wo auf einer Rasenfläche eine Streuobstwiese entsteht. Dank vieler Spenden von Baumpaten wird der Park ökologisch aufgewertet. Mitte November sind zehn Obstbäume und zahlreiche heimische Rosensträucher gepflanzt worden.
 
Die Obstbäume tragen klingende Namen wie Kardinal Bea, Korbiniansapfel, Sipplinger Klosterbirne, Karmeliterrenette oder Herrgottsapfel. „Es ist viel kirchliches Obst“, sagt Rainer Rausch augenzwinkernd. Der Pomologe und Mitbegründer des Arbeitskreises „Historische Obstsorten der Pfalz" berät das Heinrich Pesch Haus ehrenamtlich bei der Anlage der Streuobstwiese.
 
Alte und einheimische Sorten
 Während zwei Gärtner die Bäume einpflanzen, erzählt Rausch kenntnisreich von den einzelnen Obstsorten, ihrer Geschichte und dem Geschmack des Obstes. So stammt der Herrgottsapfel etwa aus der Westpfalz und wurde bereits 1539 von dem Arzt und Botaniker Hieronymus Bock erwähnt. „Ein schöner rot-gelber Herbstapfel“, beschreibt Rausch das Aussehen. Oder Kardinal Bea, ein Tafelapfel, der nach dem süddeutschen Kurienkardinal und Jesuiten Augustin Bea benannt ist. Der Korbiniansapfel wiederum erinnert an den katholischen bayerischen Pfarrer Korbinian Aigner, der im Zweiten Weltkrieg als Häftling im Konzentrationslager Dachau eine Apfelbaumreihe aus selbstgesäten Kernen anlegte.
 
Ökologische Aufwertung des Parks
Gepflanzt wurden insgesamt zehn Obstbäume, darunter zwei kleine Apfelbäume, „sogenannte Buschbäume, die drei bis vier Meter hoch werden“, erläutert der Pomologe. Die anderen Kirsch-, Apfel- und Birnbäume sind Hochstämmer, die fast 20 Meter hoch werden können. Entlang des Weges wurden Wildrosensträucher gepflanzt. „Die Wildrosen werden zwei bis drei Meter hoch und sind wichtige Vogelnist-Gehölze“, erläutert Rausch. Und im Frühjahr wird auf dem Gelände der Streuobstwiese eine Wildblumenwiese ausgesät. In drei bis vier Jahren, so schätzt der Experte, werden als erstes die Kirschbäume Früchte tragen.
 
Projekt des Fördervereins
Die Streuobstwiese ist ein Projekt des Vereins der Förderer und Freunde des Heinrich Pesch Hauses. Anfang Oktober hatte der Verein um Spenden gebeten und Baum-Paten gesucht. „Mit der Streuobstwiese unterstützen die Baumpaten Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Umweltbildung“, erläutert der Vorsitzende des Fördervereins Dr. Gunther Quidde.
In nur sechs Wochen fanden sich Baumpaten für zehn Obstbäume und 14 Rosensträucher. „Wir freuen uns sehr, dass wir für unsere Streuobstwiese so viele Unterstützer gefunden haben“, sagt die Direktorin Bildung des HPH, Ulrike Gentner. „Damit werde selten gewordene Obstbaumsorten erhalten. Und im Frühjahr wird dann die Wildblumenwiese vielen Bienen und anderen Insekten einen kostbaren Lebensraum schaffen.“ Schon bald können dann Kinder lernen, wie Äpfel, Birnen und Kirschen wachsen, wie die Obstbäume gepflegt werden müssen und welche Pflanzen und Tiere auf einer Wiese leben.

Weitere Baum-Paten gesucht
Die Streuobstwiese soll noch weiter wachsen. Wenn im nächsten Herbst wieder Pflanzzeit ist, sollen noch mehr alte einheimische Obstbaumsorten den Park des HPH verschönern. Daher läuft die Spendenaktion weiter: „Gerade weil unsere neue Streuobstwiese für Nachhaltigkeit steht und nicht nur  Kindern Neugier auf die Natur machen will, hoffen wir auf weitere engagierte Baum-Paten, die sich finanziell daran beteiligen,“ sagt Gunther Quidde.
Die Baumpatenschaft trägt den Kauf, die Pflanung und die Baumpflege für mehrere Jahre. Für 750 Euro kann die Patenschaft für einen großen Obstbaum übernommen werden. 500 Euro kostet die Patenschaft eines kleinen Baumes. Mit 250 Euro beteiligt man sich am Kauf eines Baumes oder von Strauchrosen. Selbstverständlich ist auch die Spende von kleineren Beträgen möglich. Auf Wunsch erscheinen die Namen der Spenderinnen und Spender auf einer Sammeltafel.
 
Ansprechpartnerin:
Andrea Neumann
Direktionsassistentin im HPH
Telefon: 0621 5999-161
E-Mail: neumann@hph.kirche.org
 
Spendenkonto:
Förderverein des Heinrich Pesch Hauses
Liga Bank eG SpeyerIBAN
DE 35 7509 0300 0000 0588 58
BIC: GENODEF1M05
 
Text/Foto: HPH