Freitag, 08. Januar 2021

Nach acht Stunden 170 Geimpfte

Die 91-jährige Bewohnerin Marianne Mayr mit Dr. Oliver Emrich. 

Erste Corona-Schutzimpfung im Katholischen Altenzentrum Landau geschafft – Großer Aufwand nur machbar mit engagierten Mitarbeitern, Freiwilligen und Ehrenamtlichen

Landau. Mit weit geöffneten Armen, dankbaren Gesichtern und erleichterten Herzen wurde am Donnerstagmorgen im Katholischen Altenzentrum Landau das mobile Impfteam des DRK mit dem Corona-Impfstoff begrüßt. 154 Impfwillige – davon 71 Bewohner aus dem Bereich betreutes Wohnen und 63 Mitarbeiter des Hauses haben sich angemeldet, um sich den Piks in den Oberarm mit dem neuartigen Impfstoff von Biontech und Pfizer verabreichen zu lassen.

Heimleiterin Ursula Seelinger, die an diesem hoffnungsvollen Tag Besuch und Rückendeckung von Caritasdirektor Vinzenz Du Bellier und Timo Kittler, dem Abteilungsleiter Altenpflege bekam, spricht von einer großen Erleichterung, denn die letzten Monate seinen dramatisch gewesen. Nicht nur, weil die sich zuspitzende Pandemie-Lage zu immer neuen Corona Verordnungen des Landes mit immer schwierigeren Arbeitsbedingungen und stringenteren Besuchsregeln führten. Auch ein akuter Corona-Ausbruch an Weihnachten mit 14 positiv getesteten Bewohnern, vier positiv getesteten Pflegern und einigen zu beklagenden Todesfällen hätten Nerven und Substanz gekostet. „Ohne die Hilfe der unermüdlich einsatzbereiten Mitglieder des DLRG und das große ehrenamtliche Engagement vieler Studierenden, ehemaliger Mitarbeiter und dem Haus verbundenen Menschen, wäre diese Ausnahmesituation nicht zu meistern, betont Ursula Seelinger mit dankbarer Anerkennung.

Auch der Impftermin selbst erforderte eine gebündelte Kraftaktion. Schon im Vorfeld galt es, die Einwilligung der Senioren - oder ihrer rechtlichen Vertreter - einzuholen. Und am Tag vor der Impfung mussten alle Bewohner und Mitarbeiter des Hauses noch einmal aktuell auf das Coronavirus getestet werden. Am Impftag selbst galt es dann, den Ärzten und Mitarbeitern der Impfteams mit POC-Antigen-Schnelltests das obligatorische Okay zum Betreten der Einrichtung zu geben und die Teams, die vom DRK zusammengestellt und geleitet wurden, logistisch zu verteilen.

Natürlich wurden alle Impfwilligen von den agierenden Ärzten noch einmal über Wirkung und mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. Sie erfuhren, dass der Oberarm an der Einstichstelle leicht schmerzen und sich bis zum Folgetag eine körperliche Müdigkeit einstellen könnte. Dann ging’s los mit dem eigentlichen Impfen - in einem im Untergeschoss eingerichteten Impfbereich sowie in den privaten Zimmern der Bewohner. Ein junger Mitarbeiter, der aus der Nachtschicht kam, sowie die 91-jährige Marianne Mayr, die mit gutem Beispiel vorangehen und etwas für die Gesellschaft tun will, gehörten zu den ersten Kandidaten, denen nicht nur die 154 gemeldeten, sondern auch noch 14 spontan Entschlossene folgten. Die fast 100-prozentige Impfbereitschaft der Senioren sei wenig verwunderlich, die über 70-prozentige Impfbereitschaft der Mitarbeiter des Hauses aber ein beeindruckender Wert, der über dem allgemeinen Durchschnitt liege, freuen sich die Verantwortlichen der Caritas. Sie alle hatten übrigens Glück, dass die Impfung tatsächlich am angekündigten Tag stattfinden konnte. Für andere Altenheime, so bedauern Vinzenz du Bellier und Timo Kittler, musste die bereits terminierte und aufwändig vorbereitete Aktion vom DRK sehr kurzfristig abgesagt werden, weil die komplizierte Verteilung des Impfstoffes nicht gewährleistet war.

Der Stoff, aus dem die Zukunftshoffnung wächst, wird den mobilen Impfteams zugeteilt und am Impftag in Tiefkühlboxen an die Altenheime geliefert. Aus jedem der begehrten Fläschchen werden dann an Ort und Stelle mehrere Impfdosen aufbereitet, die sofort injiziert werden müssen. In Landau war das Caritas-Altenzentrum die erste Anlaufstelle des mobilen DRK-Impfteams. Die Aktion dauerte von acht Uhr morgens bis in den Nachmittag und verlief ohne Komplikationen.  So schnell wie irgend möglich sollen nun auch alle anderen Caritas-Einrichtungen zum Zug kommen. Einen Freifahrtschein für einen Alltag wie vor Corona kann es allerdings auch nach den Impfaktionen nicht geben. Erst die für den 28. Januar geplante zweite Impfung, optimiert den Immunschutz gegen das Coronavirus auf etwa 90 Prozent. Und solange die Pandemie nicht gebannt ist, müssen weiterhin die AHA-Regeln und besondere Vorschriften für Besucher eingehalten werden.  

Text und Foto: Brigitte Schmalenberger für den Caritasverband für die Diözese Speyer