Donnerstag, 04. März 2021

Übergabe einer Petition für den Erhalt kirchlicher Einrichtungen

Marc Sodowski (Mitte) übergibt die Petition an Gabriele Kemper, die Vorsitzende der Diözesanversammlung, und Generalvikar Andreas Sturm. 

Interessengemeinschaft der Erwachsenenverbände unterstützt Stellungnahme des Familienbundes

Marc Sadowski aus Heltersberg hat am 4. März vor dem Bischöflichen Ordinariat in Speyer eine Petition an Generalvikar Andreas Sturm und die Vorsitzende der Diözesanversammlung Gabriele Kemper übergeben. Die Petition bezieht sich auf die bei der Diözesanversammlung am 30. Januar eingebrachten Vorschläge, neben anderen Maßnahmen den Übernachtungshausbetrieb auf Maria Rosenberg und die Familienbildungsstätte Pirmasens zu schließen sowie die Bezuschussung der Stiftung Heilsbach zu prüfen und gegebenenfalls zu beenden. Die Petition stellt die Frage, warum Kürzungen im Landkreis Südwestpfalz und Pirmasens in die Diskussion gebracht wurden und nicht in strukturstärkeren Regionen. Sie erhebt die Forderungen, die Familienbildungsstätte Pirmasens nicht zu schließen, die Beherbergung von Gruppen auf Maria Rosenberg nicht einzuschränken, die Zuschüsse für die Heilsbach weiterhin zu gewähren, ein Konzept für eine gelebte Gemeinschaft in und nach der Corona-Krise zu entwickeln und die Jugendarbeit in Pirmasens zu stärken. Nur so können „der Weg in die Belanglosigkeit der Kirche“ gestoppt werden. Der Petition haben sich mehr als 1000 Unterstützerinnen und Unterstützer angeschlossen. In fast 500 Kommentaren wurden Argumente, Erfahrungen und Vorschläge zu alternativen Maßnahmen gesammelt.

Generalvikar Sturm und Gabriele Kemper, die Vorsitzende der Diözesanversammlung, nahmen die Petition entgegen und nannten sie einen „wichtigen Beitrag zur Diskussion über strukturelle Einsparungen im Bistum Speyer“. Die Unterstützung insbesondere für den Erhalt der katholischen Familienbildungsstätte in Pirmasens sei sehr beeindruckend. „Wir entnehmen der Petition und den Kommentaren viele positive Erfahrungen, die mit der katholischen Familienbildungsstätte in Verbindung stehen. Auch die genannten Argumente haben Gewicht und sind in unseren Augen ein wertvoller Beitrag für die weitere Beratung“, so Andreas Sturm und Gabriele Kemper.

Generalvikar Sturm betonte, dass es sich um erste Vorschläge in einer ergebnisoffenen Diskussion handelt. „Die Vorschläge bedeuten keinerlei Vorentscheidung“, machte Sturm deutlich. Die Diözesanversammlung führe diese Diskussion seit der ersten Diözesanversammlung im November 2020 mit großer Offenheit und Transparenz. „Alle Erfahrungen, Sichtweisen und Argumente sollen gehört werden. Sie finden Eingang in die Abwägung der verschiedenen Optionen und helfen uns bei der Suche nach Lösungen, die im Moment vielleicht noch gar niemand im Blick hat“, unterstrich Gabriele Kemper.

Auch Interessengemeinschaft der Erwachsenenverbände meldet sich zu Wort

Die Interessengemeinschaft der Erwachsenenverbände im Bistum Speyer hat sich unterdessen der Stellungnahme des Familienbundes der Katholiken im Bistum Speyer zu den Sparvorschlägen des Bistums angeschlossen. Die Notwendigkeit von Einsparungen werde gesehen, doch die Förderung der Familien in kirchlichen Einrichtungen dürfe nicht überproportional beschnitten werden. Der Familienbund hatte mit Blick auf die Enzyklika ‚Amoris laetitia‘ an das Wort von Papst Franziskus erinnert: „Das Wohl der Familie ist entscheidend für die Zukunft der Welt und der Kirche.“

Die Interessengemeinschaft der Erwachsenenverbände und der Familienbund appellieren an die Bistumsleitung und die Diözesanversammlung, diözesanen Einrichtungen, die den Familien dienen, nicht die finanziellen Grundlagen zu entziehen. „Wir dürfen unsere Augen nicht verschließen, dass Familien in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft, unter steigenden Anforderungen, oft verunsichert sind und nach Orientierung suchen. Anwaltschaft ist eine unserer Perspektiven im Bistum. In diesen Corona-Zeiten sind es Familien, die unter großer Erschöpfung leiden und Orte brauchen, wo sie angenommen werden. Hier könnten unsere kirchlichen Strukturen im Dienst am Nächsten praktische und ‚not-wendende‘ Hilfe leisten“, heißt es in der Stellungnahme.

Zur Interessengemeinschaft der Erwachsenenverbände gehören folgende Diözesanverbände: Familienbund der Katholiken, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Katholischer Deutsche Frauenbund (KDFB), Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB), Kolpingwerk, Sportverband DJK und die Gemeinschaft der Katholischen Männer (GKMD).

Für 16. April ist eine weitere Sitzung der Diözesanversammlung geplant, die dann Voten abgeben soll. „Dabei geht es um die Frage, welche Aufgabenbereiche gestärkt und welche Arbeitsbereiche reduziert oder aufgegeben werden sollen“, kündigte Generalvikar Sturm an.

Die Petition im Wortlaut:

https://www.openpetition.de/petition/online/kritik-am-sparkurs-im-bistum-speyer

Ergebnisbericht zur Petition (Download)

Kommentare zur Petition (Download)

Stellungnahme der Interessengemeinschaft der Erwachsenenverbände (Download)

Stellungnahme des Familienbundes der Katholiken im Bistum Speyer:

https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichtenansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=22016&cHash=c79d260069d6ea801ad9078a26fdeba5

Bericht über die Diözesanversammlung am 30. Januar 2021:

https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichtenansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=21786&cHash=3d021048f74a49e4b832fbc590d3c61b

 

Foto: Klaus Landry