Montag, 19. April 2021

„Mehr Ökumene wagen“

Dr. Thomas Stubenrauch 

Ökumenebeauftragter Dr. Thomas Stubenrauch nahm Abschied von der Landessynode – Rückschau auf neun Jahre ökumenisches Zusammenwachsen

Nach neun Jahre der Tätigkeit als Ökumenebeauftragter des Bistums Speyer verabschiedete sich Dr. Thomas Stubenrauch von der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz bei ihrer Tagung am 16. April. Er sprach das Grußwort in Vertretung für den erkrankten Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Stubenrauch dankte den Synodalen, dass er sich in ihrer Mitte stets willkommen gefühlt habe. „Gerade bei den Synoden durfte ich evangelische Kirche in besonders dichter Weise erleben: als Vollzug des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen, als gemeinsames Ringen um Gottes Willen für unsere Zeit, stets orientiert an seinem Wort, der Heiligen Schrift.“ In Anlehnung an ein Bonmot von Franz Müntefering bezeichnete Stubenrauch das Amt des Ökumenebeauftragten als „eines der schönsten Ämter neben dem Papst, das die katholische Kirche zu vergeben hat.“

In der Rückschau auf seine neunjährige Amtszeit stellte Stubenrauch das Zusammenwachsen beider Kirchen heraus. „Für mich besonders spürbar beim Ökumenischen Kirchentag 2015 und beim 500. Reformationsjubiläum, das wir als ökumenisches Christusfest gefeiert haben. Aber auch und gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie, durch gemeinsame Nachbarschaftshilfen, ökumenische Gottesdienste, gemeinsame digitale Formate und vieles andere, mit dem wir Menschen Hoffnung aus dem Glauben und konkrete Hilfe schenken.“ Wachsen könne die Kirche nur zusammen, in Gemeinschaft mit Christus und untereinander. Er ermutigte, auf dem Weg des „Zusammen-Wachsens“ weiter mutig voranzuschreiten. Zugleich bekannte er seine Überzeugung, „dass sowohl die Kirche der Zukunft wie auch die Zukunft der Kirche nur ökumenisch sein kann.“

Eine „sichtbar geeinte Kirche in versöhnter Vielfalt“ sei dabei mehr als nur die Summe ihrer Teile. „Je mehr wir mit einer Stimme sprechen und gemeinsam handeln, umso mehr gewinnt unser Zeugnis an Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Je mehr wir uns füreinander öffnen und voneinander lernen, umso mehr wird jener Grund sichtbar, auf dem wir gemeinsam stehen: Christus, der Herr der einen Kirche.“ Um dieses Mehr gehe es beim ökumenischen Prozess „zusammen-wachsen“. Zum Schluss seines Grußworts rief Stubenrauch dazu auf, „mehr Ökumene zu wagen“.

Seit November hat Dr. Thomas Stubenrauch die Aufgabe des persönlichen Referenten von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann inne. Seine Nachfolgerin im Amt des Ökumenebeauftragten ist die Diplom-Theologin Susanne Laun. Sie hat die Aufgabe Anfang April von Thomas Stubenrauch übernommen.