Donnerstag, 06. Mai 2021

Über Glückserfahrungen beim Sprechen über den Glauben

In der Reihe "Glücksmoment Katechese" sprechen Seelsorgerinnen und Seelsorger über ihre Erfahrungen bei Glaubensgesprächen. 

„Glücksmoment Katechese“: Bistum veröffentlicht Gespräche mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern

Menschen sprechen über alles Mögliche, aber selten über ihren Glauben. In der Begegnung mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern kommt es immer wieder zu Gesprächen, bei denen es um zentrale Lebens- und Glaubensfragen geht. „Glücksmomente Katechese“ nennt Katechesereferentin Tanja Rieger diese Begegnungen. Unter diesem Titel veröffentlicht sie eine Gesprächsreihe mit Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die der Frage nachgeht: Wie geht Glauben? Wie kommen wir zum Glauben? Und welche Erfahrungen machen wir beim Reden über den Glauben?

„Glaube ist ein Prozess, der nie am Ende ist“, hat Dominique Haas aus Grünstadt erfahren. Ihr Glücksmoment war ein Online-Gespräch mit Jugendlichen über den Glauben: „Plötzlich sagte eine Jugendliche: Achso …! Und ich habe gemerkt: Dass Gott etwas mit ihrem Leben zu tun hat, ist ihr jetzt vom Kopf ins Herz gerutscht.“ Andreas Braun aus Kaiserslautern hat den Glauben durch Gespräche mit seinem Großvater kennengelernt: „Die Erzählungen meines Opas haben mich als Kind fasziniert. Er hat so lebendig davon gesprochen und Gott war ganz selbstverständlich in seinem Alltag präsent.“

„Mein Glaube hat seinen Keim im Widerstand“

Der Glaube von Egle Rudyte-Kimmle aus Thaleischweiler-Fröschen, hat seinen Ursprung in der ehemaligen Sowjetunion. „Mein Glaube hat seinen Keim im Widerstand“, sagt sie. Glaube und Kirche waren damals verboten. „Die Frage war: Was ist so schlimm daran, dass es nicht erlaubt ist? Das hat mich fasziniert. Meine Uroma hat mir viel darüber erzählt und meine aufgeschlossenen Eltern haben mich unterstützt. Ich habe mich auf die Suche gemacht und kam zur Franziskanerjugend, deren Art mich geprägt hat. So sehr, dass ich später Theologie studiert habe“, blickt sie auf ihren Lebens- und Glaubensweg zurück.

Auch traurige Anlässe können zum „Glücksmoment Katechese“ werden, wie Armin Hook aus St. Ingbert berichtet: „Ich habe mit jemandem, der weit weg wohnte, ein Trauergespräch per Telefon geführt. Ich habe danach gespürt: Das Gespräch war für uns beide gut.“ Lars Harstick aus Martinshöhe erinnert sich an sein Studienfach Betriebswirtschaftslehre. „Besonders gut gefiel mir, dass es dort für alles eine Formel gibt. Für den Bereich Katechese würde meine Formel so lauten: (O+D+E)*G. Übersetzt: Offenheit + Dialog + Eigene Erfahrungen & Erlebnisse und das alles mit Geist.“

„Glauben als Dienst an den Armen und Kranken“

„Ein Gespräch über den Glauben ist gelungen, wenn Menschen sich öffnen können“, berichtet  Artur Kessler aus Landau. Nils Schubert erinnert sich an das Online-Format „24 mal Weihnachten neu erleben“ in seiner Pfarrei: „Da entstanden tolle Gespräche und mit jedem Abend wurde das intensiver.“ Für Marcel Ladan aus Lambrecht ist ein Glaubensgespräch geglückt, „wenn die Gesprächsteilnehmerinnen und –teilnehmer das Gesagte mit ihrem eigenen Leben verbinden und es dadurch für sie lebendig wird“.

Über den Glauben, der im Handeln erfahrbar wird, spricht Jens Henning aus Dudenhofen: „Ich war ein Jahr in Südafrika in einem Kloster. Dort habe ich Glauben neu und anders kennengelernt: in der Caritas. Glauben wurde konkret gelebt, im selbstlosen Dienst an den Armen und Kranken. Ich erlebte Glauben als Hinwendung zu den Menschen.“ Peter Heinke aus Edenkoben vergleicht Glaubensgespräche und Katechese mit „einem Meer, in das man eintauchen kann, ohne ans Ende kommen zu können“.

Gesprächsreihe „Glücksmomente Katechese“:

https://www.bistum-speyer.de/seelsorge/seelsorge-vor-ort/katechese/gluecksmoment-katechese/?print=940%26cHash%3D9cf373d3096eaf4e81f8de08375b177d