Freitag, 12. November 2021

„Die Vernunft offenhalten für Gott“

Bischof Wiesemann im Gespräch mit den Leiterinnen und Leitern der katholischen Schulen im Bistum 

Bischof Wiesemann im Gespräch mit Schulleitungen katholischer Schulen im Bistum Speyer - Schulseelsorge jetzt an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen

Speyer. „Die katholischen Schulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsstärkung und Persönlichkeitsbildung junger Menschen“: Das betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei einer Begegnung mit den Leiterinnen und Leitern der allgemein- und berufsbildenden katholischen Schulen im Speyerer Priester- und Pastoralseminar St. German. Er sehe in den katholischen Schulen einen wesentlichen Ort von Kirche. „Sie ermöglichen den Kindern und Jugendlichen, ihr Leben in einem weiteren, transzendenten Sinnhorizont zu verstehen.“ Der Schule falle in der aktuellen Zeitenwende die Aufgabe zu, „die Vernunft und die Zukunft offenzuhalten für Gott“. Für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen gebe die Tradition nur Anhaltspunkte, aber keine volle Auskunft. „Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche in die Weite des Geistes und auch in die Weite der Weltkirche zu führen und ihr Bewusstsein für die Universalität der Menschenwürde zu schärfen.“ Keine der globalen Fragen des 21. Jahrhunderts könne durch nationale Abschottung gelöst werden. „Doch im gemeinsamen Ringen können wir als Gemeinschaft von Gläubigen Ängste überwinden, Lösungen entwickeln und damit Vertrauen in die Zukunft gewinnen“, so Bischof Wiesemann. Er dankte den Kollegien der katholischen Schulen dafür, dass sie sich in der Corona-Pandemie „für die Kinder und Jugendlichen besonders eingesetzt und sich selbst dabei mancher Gefahr ausgesetzt haben“.

Ordinariatsdirektorin Dr. Irina Kreusch, die Leiterin der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung des Bischöflichen Ordinariats, unterstrich die Bedeutung von positiven Vorbildern für die junge Generation und warb dafür, „Berufung“ in einem möglichst weiten Sinn zu verstehen. „"Wir wollen eine starke Prägung für die nächste Generation in der Bildung für Freiheit und Frieden und auf der Grundlage christlicher Haltung setzen", erklärte Irina Kreusch. Hierzu seien die katholischen Schulen als ein Gesamtsystem, als zweite Heimat der Schülerinnen und Schüler wie ihrer Familien ein zentraler Ort. "Wir stellen Schulseelsorger*innen zur Verfügung, ausgebildet und begleitet für ihre jeweilige Schule. Das war ein starker Wunsch des Bischofs, den wir zu diesem Schuljahr erstmalig an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen umsetzen konnten“, so Kreusch. „Das war und ist gerade in der Corona-Pandemie ein wichtiger Beitrag.“

Zunächst tagten die Träger der katholischen Schulen. Irina Kreusch informierte unter anderem über Entwicklungen auf Bundesebene, eine stärkere Vernetzung in Profil und Personalfragen sowie den aktuell gestarteten Strategieprozess des Bistums. Die Träger brachten als starkes Interesse die langfristige Sicherung ihrer Schulen ein. Bei der Konferenz der Schulleiterinnen und Schulleiter, geleitet von Hans Beitz, dem neuen Leiter der Abteilung „Katholische Schulen“, standen die Qualifizierungskurse für Schulleitungen und die Schulseelsorge im Vordergrund.

Im Bistum Speyer gibt es derzeit 23 katholische Schulen. Das Bistum berät die Schulen in Qualitäts- und Profilfragen, bietet seit diesem Jahr an fast allen Standorten eine eigene Schulseelsorge an und ermöglicht die Arbeit durch finanzielle Zuschüsse aus dem Haushalt der Diözese. Im Schuljahr 2021/22 besuchen rund 7.200 Schülerinnen und Schüler die allgemein- und berufsbildenden Schulen im Bistum Speyer.

Weitere Informationen:
https://www.bistum-speyer.de/schule/ha-ii1-katholische-schulen/