Sonntag, 28. November 2021

Unterwegs zu Segensorten

Der Vorstand der Diözesanversammlung (von links): Andreas Sturm, Gabriele Kemper, Klaus Scheunig und Maria Lajin 

Entwicklung einer Strategie stand im Mittelpunkt der Diözesanversammlung

Speyer. Wie kann die Vision des Bistums im Handeln und in Entscheidungen konkret gemacht werden? Das war das zentrale Thema der vierten Diözesanversammlung, die aufgrund der hohen Infektionszahlen erneut als Videokonferenz stattfinden musste.

„Die Vision soll unsere zukünftigen Entscheidungen leiten. Wir stehen vor notwendigen, aber auch schwierigen Entscheidungen“, wies Generalvikar Sturm auf die weniger werdenden Finanzmittel hin. „Gleichzeitig wissen wir, dass wir für viele Aufgaben künftig keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden werden.“ Der Strategieprozess habe daher zwei Ziele: „Es sollen Maßnahmen beschrieben werden, wie die Vision umgesetzt werden kann und wie wir unserem strukturellen Finanzdefizit entkommen.“ Manches Neue werde wachsen. „Aber nicht alles wird in der Form Bestand haben können, wie wir es gewohnt sind“, so Sturm. Auf der Diözesanversammlung wurden die einzelnen Schritte und der Zeitplan des Strategieprozesses vorgestellt. Bis zum April, wenn die Planung für den Haushalt des Jahres 2023 beginnt, soll die Strategie in den Grundzügen fertig sein.

Das Bistum hat für den Strategieprozess einen eigenen Lenkungskreis gebildet. Über seine rund 20 Mitglieder habe man versucht, die Breite des Bistums abzubilden und gleichzeitig verschiedene Perspektiven zu bündeln, erläuterte Sturm. Mehr als die Hälfte der Mitglieder gehören auch der Diözesanversammlung an. „Der Lenkungskreis wird das große Ganze in den Blick nehmen: Was brauchen die Menschen von der Kirche im Bistum Speyer? Das wollen wir beraten und Entscheidungsvorschläge für den Bischof entwickeln: basierend auf umfangreichen Informationen, geleitet von der Vision, nach objektiven Kriterien und transparent.“

„Der Bischof hat mehrfach klar gemacht, dass er in der Diözesanversammlung das zentrale Beratungsgremium in unserem Bistum sieht“, unterstrich der Generalvikar. Daher solle die Diözesanversammlung in den Strategieprozess gut eingebunden werden. „Alle wichtigen Eckpunkte werden in der Diözesanversammlung auf der Agenda stehen.“ Er sicherte zu, dass die satzungsgemäßen Beratungsaufgaben aller diözesanen Gremien im Strategieprozess gewahrt bleiben. Die Beratung der Diözesanversammlung ließ erkennen, dass das Zusammenspiel von Diözesanversammlung und Lenkungskreis noch genauer bestimmt werden muss.

„Kirche ist glaubwürdig, wenn sie sagt wofür sie steht“, betonte Gabriele Kemper, die Vorsitzende der Diözesanversammlung. Kirche müsse sich tatkräftig in Gesellschaft und Gemeinden einbringen, die Realitäten in der Gesellschaft anerkennen und ihre Botschaft in zeitgemäßer Sprache weitergeben. Sie zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Umsetzung der Vision und der daran anschließende Strategieprozess für das Bistum gelingt: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zusammen auf einen schwierigen, aber guten Weg sind.“ Theo Wieder betonte: „Der Strategieprozess ist sehr gut aufgesetzt. Jetzt kommt es darauf an, einen möglichst großen Konsens zu erzielen und alle transparent mitzunehmen.“

Wie kann die Vision zur leitenden Grundlage und inhaltlichen Orientierung für die Strategieentwicklung werden? In einem Workshop gingen die Mitglieder der Diözesanversammlung erste Schritte, um auf der Vision konkrete Kriterien abzuleiten und Prüffragen zu formulieren, die bei der Entscheidungsfindung helfen sollen. Dabei spannte sich ein großer Themenbogen auf, von Partizipation, insbesondere von Frauen, über Willkommenskultur und digitales Empowerment bis zu Ökumene und einer „Sehnsucht nach Stille“.

Wiesemann: „Glauben und Welt miteinander verbinden“

Zuvor hatte Felix Goldinger, Geschäftsführer des Visionsprozesses Segensorte, eine Rückschau auf die Entwicklung der Vision vorgestellt. Darin zeigte er auch Möglichkeiten zur Umsetzung auf. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Vision auf allen Ebenen entfaltet wird und wirken kann. Dazu müssen wir an uns selbst arbeiten und uns verändern“, so Goldinger. Die Diözesanversammlung und Bischof Wiesemann brachten ihre hohe Anerkennung für alle Mitwirkenden im Visionsprozess zum Ausdruck. „Die Vision der Segensorte schafft eine Verbindung von Glauben und Welt. Sie erleichtert auch aktuell Kontroversen, indem sie dahinter eine gemeinsame Vision aufleuchten lässt“, so Wiesemann. Klaus Scheunig bescheinigte der Vision ein großes Potential: „Auch Bethlehem war sicher nicht die bedeutendste Stadt im römischen Reich- und ist doch zum Segensort für die Welt geworden.“

Weitere Themen auf der Diözesanversammlung

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst übermittelte der Diözesanversammlung Grüße der Evangelischen Kirche der Pfalz. Ein weiteres Thema der Diözesanversammlung war die Hinzuwahl weiterer Mitglieder. Vierzehn Kandidatinnen und Kandidaten, ehrenamtliche Vertreterinnen und Vertreter aus Pfarreien und Gremien sowie hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen, stellten sich der Versammlung vor. Die eigentlichen Wahlen finden im Nachgang zur Diözesanversammlung als Briefwahl statt. Bis zum 6. Dezember müssen die Stimmzettel an den Wahlausschuss zurück gesendet werden.

Als Vertreter der Arbeitsgruppe „Beteiligung des Bistums Speyer am synodalen Prozess auf Ebene der Weltkirche“ stellte Stefan Angert der Diözesanversammlung erste Ergebnisse vor. Hierzu folgt in Kürze ein separater Bericht.

Der Diözesanverband der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) zog seine Anträge zur Modifizierung der Geschäftsordnung der Versammlung im Hinblick auf das Wahlverfahren von Vorstand und Mitgliedern zurück, da der Verband die Anträge erst bei einer Diözesanversammlung in Präsenzform beraten lassen möchte.

Als Termine für weitere Vollversammlungen der Diözesanversammlung stehen bereits fest: 19. Februar und 4./5. November 2022. Es wird darüber nachgedacht, zwischen Februar und Mai zwei weitere Vollversammlungen stattfinden zu lassen.

Präsentationen auf der Diözesanversammlung

Die Vision der Diözese Speyer für die zukünftige Gestalt der Kirche in Pfalz und Saarpfalz

Präsentation: Rückschau auf den Visionsprozess

Rechenschaftsbericht der Lenkungsgruppe für den Visionsprozess

Präsentation zur Umsetzung der Vision

Filmbeitrag: Rückschau auf den Visionsprozess

Präsentation zum Strategieprozess

Link zum anschließenden Gottesdienst in der Dom-Krypta mit Übergabe der Vision

Weitere Informationen zum Strategieprozess:

https://www.bistum-speyer.de/aktuelles/strategieprozess/

Weitere Informationen zur Diözesanversammlung:

https://www.bistum-speyer.de/bistum/aufbau/raetekommissionen/dioezesanversammlung/