Sonntag, 03. Juli 2022

„Die Liebe Christus drängt uns hinaus“

 

Bischof Wiesemann sendet Philipp Ochsner in den seelsorglichen Dienst im Bistum Speyer aus

Speyer. In einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag im Dom wurde Gemeindeassistent Philipp Ochsner von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann offiziell in den seelsorglichen Dienst des Bistums Speyer ausgesandt. Begleitet wurde Ochsner dabei von Kollegen seines Ausbildungsjahrgangs aus Würzburg und Bamberg, die als Konzelebranten den Gottesdienst mitfeierten. Darüber hinaus waren zahlreiche Weggefährten zugegen: Familie und Freunde, Vertreter der Heimatpfarrei Pax Christi Speyer und der Ausbildungspfarrei Hl. Martin in Kaiserslautern, zudem Schwestern des Instituts St. Dominikus und Vertreter und Vertreterinnen der Malteser. Sie alle begrüßte der Bischof und freute sich insbesondere auch über die Anwesenheit einiger Pastoral- und Gemeindeassistentinnen, die aus Anlass ihres 25-jährigen Dienstjubiläums an dem feierlichen Gottesdienst teilnahmen. Insbesondere verlieh Wiesemann seiner Freude über die Aussendung Ochsners Ausdruck und wünschte ihm, dass die Liebe zu Christus und seiner Botschaft „Motivations- und Freudenquelle“ für ihn sein möge.

In seiner Predigt nahm Bischof Wiesemann Bezug zum Tagesevangelium nach Lukas im zehnten Kapitel. Darin wird berichtet, wie Christus seine Jünger aussendet, damit diese „nicht in der Blase bleiben“, so der Bischof, sondern in der Wirklichkeit des Lebens ihre Erfahrungen machten. Dabei seien sie ganz auf sich gestellt gewesen, ohne Ausstattung, ohne Vorrat und Absicherung. Und sie durften erleben, dass ihre Botschaft „das Reich Gottes ist nahe, Jesus ist da“ die Menschen stärkte und heilte. 
Dies habe auch der Beauftragte Philipp Ochsner erlebt. In die Kirche hinein gewachsen war er in der Speyerer Pfarrei St. Hedwig mit Pfarrer Bernhard Linvers, der auf die Menschen zugegangen und sich um deren sozialen Nöte gekümmert habe. Auch das Institut St. Dominikus, mit dem Ochsner eng verbunden ist, folge dem Credo des Ordensgründers, hinaus und zu den Menschen zu gehen. Ochsners eigenes Engagement bei den Maltesern belege, dass die Bezeugung des christlichen Glaubens und die Unterstützung für Bedürftige wichtige Anliegen für ihn seien. Das Wort des Apostels Paulus „Caritas Christi urget nos“ übersetzte Wiesemann in diesem Zusammenhang mit „die Liebe Christi drängt uns hinaus“. Angesichts der Not vieler Menschen gäbe es viel zu tun. Mit den Worten „Gehen wir hinaus und sagen den Leuten: das Reich Gottes ist euch nahe, Christus ist da“ schloss Wiesemann seine Predigt.

Die Beauftragung begann mit der Aufrufung des Kandidaten, dem der traditionelle Satz „Hier bin ich“ folgte. Einer Auflistung seiner Aufgaben als Gemeindeassistent folgte die Frage nach der Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen und der Antwort „Ich bin bereit“. Mit Handschlag und Überreichung der Heiligen Schrift beauftragte Bischof Wiesemann Philipp Ochsner zu seinem seelsorglichen Dienst im Bistum Speyer. 
In anschließenden Fürbitten wurden besonders die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche, die Orden und die sozialen Dienste bedacht, welche durch die Veränderungsprozesse der Kirche besonders herausgefordert sind. Ochsner selbst ergriff abschließend das Wort um Familie, Freunden, seinen Ausbildern und Kurskollegen und den zahlreichen anwesenden Weggefährten zu danken.
Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes, an dem zahlreiche Ministrantinnen und Ministranten aus der Heimat- und der Praxispfarrei teilnahmen, sorgten der Aufbauchor des Mädchenchores am Dom und die Knabenstimmen der Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller. Die Orgel spielte der Zweite Domorganist Christoph Keggenhoff.

Gemeindeassistent Philipp Ochsner
„Wir haben als Christen die schönste Botschaft für die Welt!“, freut sich Ochsner auf seine künftige Aufgabe in der Pfarrei Hl. Remigius, Kusel. Seit Kindheitstagen hat er den Wunsch, sich mit Seelsorge zu beschäftigen: „Theologie ist spannend, weil du nicht nur für Menschen da bist, sondern auch deine Zeit mit ihnen verbringst.“ Praktische Erfahrungen in Pfarreien, Schulen und Projekten habe ihn dabei bestärkt, das Theologiestudium in Mainz zu absolvieren. Dabei sei ihm auch insbesondere in den letzten Monaten klar geworden, dass das Aufgeben keine Option ist: „Wenn alle gehen, wer macht es dann? Jetzt erst recht!“. Entscheidend sei, dass die Freude am Glauben, die Liebe zu den Menschen und Gott vorhanden sei – und dies von einem selbst ausgestrahlt werde.
Ochsner betont, dass es ihm ein wenig unangenehm ist, im Rahmen seiner Beauftragung derart im Mittelpunkt zu stehen. „Wir sind hier eine tolle Gemeinschaft.“, sagt er und verweist auf Alina Menzel, die voraussichtlich im kommenden Jahr beauftragt wird, sowie den Bewerberkreis der Gemeinde- und Pastoralreferent:innen. 

Pastoralassistent:innen/-referent:innen und Gemeindeassistent:innen/-referent:innen im Bistum Speyer
Insgesamt gibt es im Bistum Speyer derzeit 107 Pastoralassistent:innen/-referent:innen und 118 Gemeindeassistent:innen/-referent:innen. Etwa die Hälfte ist in der Pfarrseelsorge tätig, rund ein Drittel als Religionslehrerin oder Religionslehrer, die übrigen arbeiten in der außerordentlichen Seelsorge in Krankenhäusern und Gefängnissen oder als Bildungsreferenten und in der kirchlichen Verwaltung.
Gemeindeassistenten studieren in der Regel drei Jahre Praktische Theologie an einer Katholischen Hochschule oder an der Fachakademie für Pastoral und Religionspädagogik in Freiburg. Anschließend absolvieren sie gemeinsam mit den Priesteramtskandidaten und den angehenden Pastoralassistenten/-innen den zweijährigen Pastoralkurs am Priesterseminar in Speyer mit Praxisanteilen in der Gemeinde. Nach einem weiteren Jahr der Berufseinführung werden sie zu Gemeindereferenten ernannt.