Dienstag, 27. Januar 2026
„Der Job war mein Leben“

Birgitta Greif und Weihbischof Otto Georgens bei einer Firmung in der Caritas-Förderschule in Landau-Queichheim © der pilger
Seit mehr als 34 Jahren war Birgitta Greif im Auftrag des Bistums für den Religionsunterricht an den Schulen in der Pfalz und Saarpfalz zuständig. Am 1. Februar geht sie in den Ruhestand.
Speyer. Sie ist in der Diözese Speyer eine echte Institution. Seit mehr als 34 Jahren trägt Birgitta Greif von der Schulabteilung des Bistums maßgeblich dazu bei, dass der katholische Religionsunterricht in den Schulen der Pfalz und Saarpfalz gut läuft. Und das mit großer Freude. „Ich habe die schönste Stelle der Welt, das ist mein Leben“, bekennt die 64-Jährige. „Generationen von Studenten durfte ich durch ihr Lehramtsstudium
begleiten, sie auf die Verleihung der ,Missio canonica’, der kirchlichen Lehrerlaubnis für den Religionsunterricht, vorbereiten und war auch ihre Ansprechpartnerin im schulischen Alltag.“ Schon bald soll damit Schluss
sein. Am 30. Januar wird die Studiendirektorin im Kirchendienst und Leiterin der Abteilung Religionsunterricht in den Ruhestand verabschiedet.
Dass sie einmal in der Pfalz „hängenbleiben“ würde, hätte sich Birgitta Greif nicht träumen lassen. Geboren in Essen, verbrachte sie ihre Kindheit in Neuss am Niederrhein und ihre Jugend im Rhein-Sieg-Kreis. Nach dem Abitur im Jahr 1980 studierte sie Katholische Theologie und Biologie in Bonn mit dem Ziel, Gymnasiallehrerin zu werden. „Da es zu dieser Zeit allein in Nordrhein-Westfalen 20 000 arbeitslose Lehrer gab, bin ich allerdings davon ausgegangen, dass ich anschließend keinen Job bekomme“, erinnert sich Birgitta Greif. „Doch ich wollte zumindest meine Ausbildung mit dem Referendariat abschließen.“ Diese Möglichkeit blieb ihr in Nordrhein-Westfalen verwehrt, und so versuchte sie es im Nachbarland Rheinland-Pfalz – mit Erfolg. Im August 1988 kam sie ans Burg-Gymnasium in Kaiserslautern und wurde schließlich nach dem Referendariat in der Barbarossastadt – entgegen ihrer ursprünglichen Absicht, in ihre Heimat zurückzukehren –, ab dem 1. Februar 1990 zu jeweils 50 Prozent als Religionslehrerin an der Integrierten Gesamtschule und am Franziskus-Gymnasium angestellt.
Aufgrund einer Empfehlung holte sie Prälat Alfred Haffner, der damalige Leiter der Schulabteilung, am 1. August 1991 als Referentin für Religionslehrer an Gymnasien ins Bischöfliche Ordinariat in Speyer. „Dabei hatte ich keinen blassen Schimmer, was auf mich zukommt“, bekennt die 64-Jährige rückblickend mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Sie nahm die Herausforderung an. Im Laufe der Zeit kamen weitere Bereiche hinzu, die die Wahl-Speyrerin nach und nach ausbaute. So kümmerte sie sich etwa um die Religionslehrer im Kirchendienst sowie um die Studienseminare, in denen die angehenden Religionspädagogen auf den Unterricht vorbereitet werden. Sie übernahm die kirchliche Studentenbegleitung am Institut für Katholische Theologie der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität in Landau und führte Lehrerfortbildungen sowie Jahrestagungen für Lehrer verschiedener Schularten durch. Die „Missio canonica“ gehörte von Anfang an zu ihrem Aufgabengebiet. Um den Bezug zur Praxis nicht zu verlieren, unterrichtete Birgitta Greif 25 Jahre lang angehenden Erzieher vier Stunden pro Woche Katholische Religion an der Fachschule für Sozialwesen der Diakonissen in Speyer.
„Es war eine vielseitige Stelle, die mir das ermöglichte, was ich am liebsten mache: Schüler und Lehrer begleiten“, zieht die Pädagogin Bilanz. Dass sie „lieber für die Menschen da ist als Bürotätigkeiten zu erledigen“,
zeigt sich unter anderem auch daran, „dass ich noch immer wie vor 30 Jahren arbeite und meiner Sekretärin diktiere“. Mit dem Computer steht Birgitta Greif dagegen auf Kriegsfuß. Sie nutzt den „Zauberkasten“, wie sie ihn nennt, lediglich für E-Mails.
Nach ihrem Ruhestand beabsichtigt sie erst einmal, in der Pfalz zu bleiben. Und sie hat schon ihre Fühler nach einem ehrenamtlichen Tätigkeitsfeld ausgestreckt, das ihr am Herzen liegt: Birgitta Greif träumt davon, am Bahnhof in Landau auf ehrenamtlicher Basis eine Bahnhofsmission aufzubauen, um ganz im Sinne des Evangeliums an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Sollte dies nicht klappen, wäre die Krankenhausseelsorge
ein alternatives Feld, um sich freiwillig zu engagieren. Darüber hinaus stehen Reisen auf ihrer Wunschliste. „Ansonsten werde ich schauen, was auf mich zukommt. Das habe ich mein Leben lang so getan.“
Text: der pilger, Petra Derst