Dienstag, 03. Februar 2026

Feierliche Gottesdienste mit neuen Amtsträgern

Amtseinführung von Domdekan Dr. Georg Müller am 2. Februar 2026 © Domkapitel Speyer, Klaus Landry 

Amtseinführungen, Lichterprozession, Kerzenweihe und Blasiussegen am Festtag „Darstellung des Herrn“

Speyer. Am Montag, 2. Februar 2026, feierte Bischof Wiesemann im Speyerer Dom den Festtag „Darstellung des Herrn“ mit einer Vesper und einer Bischofsmesse. Die Vesper, die vor Beginn der Messe traditionell in der Apsis gefeiert wurde, begann mit der Amtseinführung von Dr. Georg Müller als neuem Domdekan. Nach seinem feierlichen Gelöbnis wurde er von Bischof Wiesemann zu seinem Sitz im Chorgestühl geleitet. Zwei weitere Amtsträger wurden vom Bischof im Rahmen der anschließenden Messfeier benannt: Diakon Johannes Hellenbrand übernimmt ab März die Position des Bischöflichen Zeremoniars. In dieser Funktion unterstützt er den Bischof vor und während liturgischer Feiern und kümmert sich um den ordnungsgemäßen Ablauf von Gottesdiensten. Bischof Wiesemann bedankte sich zudem bei Alexander Weissenburger, der zukünftig Verantwortung für die Messdiener im Dom übernimmt.

In seiner Predigt widmete Bischof Wiesemann sich dem Jesuitenpater Alfred Delp, dessen Seligsprechungsprozess am selben Tag in München begann. Delp wurde in Mannheim geboren und wuchs in Hüttenfeld „ganz in der Nähe, gerade über die Grenze unserer Diözese“ auf. Auf Grund seiner Gegnerschaft gegenüber den Nationalsozialisten wurde er am 2. Februar 1945 in Plötzensee hingerichtet. Bischof Wiesemann nannte Delp als einen Zeugen dafür, was es bedeuten könne, Christ zu sein. Beispielhaft zitierte er aus einer Predigt Delps zum Festtag „Mariä Lichtmess“, in der dieser Christsein mit der Lichtmetapher verknüpft hatte und „zu wärmen, zu heilen, zu suchen, Gutes zu tun und Verantwortung zu übernehmen“ als Aufgaben eines Christen benannte. Diese Glaubensauffassung kontrastiere er mit dem selbstgerechten und selbstherrlichen Auftreten, „dem Berauschtsein von sich selbst“, das man dieser Tage „in höchsten politischen Kreisen“ sehen könne. Dagegen gelte es, „ruhig aber wahrhaftig (…) aufzustehen, Mut zu haben, Christ zu sein“. Christus als „Licht der Welt“ zu folgen, sei die Botschaft dieses Tages. Die Besucher der Messfeier konnten dies ganz unmittelbar mit der traditionellen Lichterprozession durch den Dom und dem abschließenden Blasiussegen mit gekreuzten Kerzen nachvollziehen. Der feierlichen Stimmung im Dom tat es dabei keinen Abbruch, dass auf Grund der kühlen Temperaturen im Dom der Atem der Mitfeiernden zu sehen war.

Musikalisch wurden die Vesper und der Gottesdienst von der Capella Spirensis der Dommusik mit Gregorianik, der „Missa in illo tempore“ von Claudio Monteverdi und zum Festtag passenden Stücken von Heinrich Schütz, Johann Eccard und Ludovico da Viadana gestaltet. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

 

Das Fest „Darstellung des Herrn“

Das Fest der „Darstellung des Herrn“ bezieht sich auf das 2. Kapitel des Lukasevangeliums, in dem Jesus im Tempel von den greisen Propheten Simeon und Hanna als Erlöser erkannt und bezeugt wird. Für Simeon ist das Jesuskind „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“. Auf diesen Lobgesang des Propheten bezieht sich der Brauch, an dem Fest die Kerzen für das Jahr zu segnen und eine Lichterprozession durchzuführen – daher der Name „Lichtmess“.

Inhaltlich geht das Kirchenfest zurück auf ein frühes Ereignis in der Lebensgeschichte Jesu: 40 Tage nach seiner Geburt brachten Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn nach jüdischer Vorschrift in den Tempel. Bis dahin galt die Mutter nach der Geburt als „unrein“ – weshalb das Fest bis zur Liturgiereform 1969 den für Missverständnisse anfälligen Namen „Mariä Reinigung“ trug. Im Speyerer Dom findet sich auf den Fresken im Mittelschiff eine Darstellung dieser Begebenheit.

Nach der Liturgiereform endet die Weihnachtszeit bereits am Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Der Tradition folgend markiert für viele Menschen jedoch erst das Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar das Ende der Weihnachtszeit. Auch im Speyerer Dom werden der Weihnachtsbaum und die Krippe erst danach abgebaut.

Bischof Wiesemann bei der Feier der Vesper am 2. Februar in der Apsis des Doms © Domkapitel Speyer, Klaus Landry 

Bischofsmesse zum Festtag „Darstellung des Herrn“ © Domkapitel Speyer, Friederike Walter 

Austeilung des Blasius-Segens © Domkapitel Speyer, Friederike Walter