Sonntag, 08. Februar 2026

Feierliche Verabschiedung von Domdekan em. Dr. Christoph Kohl

Domdekan em. Dr. Christoph Kohl predigt anlässlich seiner Verabschiedung im Dom, ein Siebzigjähriger Mann steht in grünem Gewand hinter einem Ambo

Domdekan em. Dr. Christoph Kohl predigt anlässlich seiner Verabschiedung im Dom 

Gottesdienst und Festempfang mit Rückblick und Würdigung

Speyer. In einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonntag, 8. Februar, Domdekan em. Dr. Christoph Maria Kohl in den Ruhestand verabschiedet. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann stand dem Gottesdienst vor, der von der Dommusik mit dem Domchor, dem Mädchenchor und den Domsingknaben sowie Domorganist Markus Eichenlaub musikalisch gestaltet wurde. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Bürgermeisterin Monika Kabs sowie zahlreiche Mitglieder der Stadtgesellschaft und Gremienvertreter feierten den Gottesdienst ebenso mit wie Mitglieder des Allgemeinen Geistlichen Rates und Mitarbeiter des Domkapitels sowie persönliche Freunde und Weggefährten des scheidenden Domdekans.

Christoph Kohl hielt in diesen Gottesdienst die Predigt zum Evangelium des Tages. Aus diesem arbeitete er das Christuswort „Ihr seid das Licht der Welt“ als Kernbotschaft heraus. Damit sei nicht etwa eine Forderung oder Pflicht verbunden. Es sei vielmehr eine Feststellung, eine Ernennung, eine Ermächtigung: „Damit verleiht uns Jesus eine göttliche Eigenschaft – Licht zu sein wie er.“ So könne jede und jeder mit seinen Fähigkeiten und seinen Schwächen ein Licht in diese Welt tragen. Dabei gebe es „keine kleinen Lichter“, sondern jedes noch so kleine Licht sei wichtig und werde an seiner Stelle gebraucht. Noch heller können es zusammen mit anderen Lichtern scheinen. Das Miteinander im Glauben sei besonders wichtig, wie Kohl mit Verweis auf die Gemeinschaft der christlichen Kirchen betonte. Durch die Beziehung zu Jesus könne es „Lust anstatt Last“ sein, das Licht der Welt zu sein.

Würdigung von Bürgermeisterin Monika Kabs und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann

Beim anschließenden Empfang im Haus der Kirchenmusik würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Domdekan em. Dr. Christoph Maria Kohl anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand nach fast 40 Jahren im Dienst des Bistums Speyer und dankte ihm für sein „langes, segensreiches Wirken“. Er hob die außergewöhnliche Verbundenheit Kohls mit dem Speyerer Dom hervor, die er als „echte Liebesgeschichte“ bezeichnete, und betonte dessen Einsatz für den Dom als Gotteshaus, spirituellen Ort und liturgisches Zentrum. Seit 2009 habe er als Domdekan und ab 2019 zusätzlich als Domkustos für die Kathedrale und Welterbestätte zentrale Verantwortung übernommen. Dabei habe Kohl den Dom stets als mehr verstanden als ein historisches Denkmal, nämlich als Ort, an dem „etwas vom langen Atem der Heilsgeschichte Gottes“ erfahrbar werde. Besondere Anerkennung fand sein Engagement für die Dommusik, die heute einen Spitzenrang innerhalb Deutschlands einnimmt.

Wiesemann erinnerte zudem an Kohls Wirken als Leiter der Hauptabteilung Hochschulen und Bildung, die er von 2004 bis 2019 innehatte. In dieser Funktion habe er eine prägende Rolle in der kirchlichen Bildungsarbeit gespielt, die für ihn „ein zentraler Teil seiner Berufung und eine echte Herzensangelegenheit“ gewesen sei. Bildung habe Kohl stets als geistlichen Auftrag verstanden, der Menschen befähigen solle, im Glauben zu wachsen und verantwortet Auskunft zu geben. Hervorgehoben wurde auch sein langjähriger Einsatz für Ökumene und gesellschaftlichen Dialog, verbunden mit der Überzeugung, dass Kirche nur gemeinsam glaubwürdig wirken könne. Als innerste Motivation seines Handelns nannte der Bischof die Begegnung mit dem lebendigen Gott und das Anliegen, andere von Gottes Menschenfreundlichkeit berühren zu lassen. Abschließend dankte Wiesemann Kohl für seine Verdienste um den Speyerer Dom, Bildung und geistliches Leben und wünschte ihm für den Ruhestand Kraft, Zuversicht und Gottes Segen.

Bürgermeisterin Monika Kabs berichtete von der ersten Begegnung mit Domdekan em. Dr. Christoph Kohl, bei der er ihr erklärt habe, „was ein Domdekan eigentlich so macht“. Aus dieser und weiteren Begegnungen, bei denen sie den Pfarrer und Mensch Christoph Kohl kennen gelernt habe, sei eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirche entstanden. Charakteristisch für Kohl sei dabei gewesen, dass er viele Veranstaltungen besucht und stets den Kontakt zu den Menschen gesucht habe. Bei besonderen Herausforderungen habe er auch mal unkonventionell Hilfe geleistet. Zu seinen besonderen Fähigkeiten gehöre es, Menschen immer wieder den Dom nahe zu bringen.

Abschließend ergriff Domdekan em. Dr. Christoph Kohl selbst das Wort. Er schilderte dabei wichtige Stationen seines Lebens- und Berufsweges, bei dem es immer anders gekommen sei als gedacht, aber letztlich immer „gepasst habe“: Vom ersten Orgelspiel als 16-Jähriger über das Theologiestudium mit anschließender Promotion, über die Kaplansstelle in St. Ingbert, als Stadtjugendpfarrer in Ludwigshafen, dem Dienst in der Katholischen Hochschulgemeinde in Kaiserslautern bis schließlich nach Speyer als Leiter der Hauptabteilung für Schulen und Hochschulen. Die letzten Berufsjahre als Domdekan und Domkustos ab 2019 bezeichnete er dabei als Höhepunkt. Dem Dom werde er auch weiter treu bleiben. Sowohl die Frühmesse am Dienstagmorgen als auch den „Gottesdienst im Dom – mal anders“ am ersten Sonntagabend eines Monats werde er mit Zustimmung des Domkapitels fortführen. Ebenso die „Dom-Wochenenden“ mit der Möglichkeit, den Dom während dreier Tage zu erkunden und sich ihm im Rahmen von Vorträgen, Führungen und Gottesdiensten in besonderer Tiefe zu nähern. Abschließend dankte der emeritierte Domdekan den Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Familien, Freunden und Weggefährten für die Zusammenarbeit und die Unterstützung während der jeweiligen beruflichen Station. Den Anwesenden wünschte er, dass sie „den Dom immer wieder neu und immer tiefer auf sich wirken lassen und ihn immer mehr als Segensort erleben können, damit dieser sie immer mehr zu Gott und zu sich selbst führt“.