Donnerstag, 19. Februar 2026
Wir werden sichtbar
Stimmen aus suchtbelasteten Familien
Kaiserslautern. Unter dem bundesweiten Motto #WirWerdenSichtbar lädt der Arbeitskreis Sucht KL am Donnerstag, 26. Februar, 17 bis 20 Uhr, ein ins Mehrgenerationenhaus des Caritas-Zentrums, Kennelstraße 7, zu einem Austausch über die Folgen von Alkoholabhängigkeit von Eltern für Kinder und andere Angehörige.
Im Mittelpunkt des Abends steht die persönliche Geschichte von Janboris Ann-Kathrin Rätz, Journalistin und Moderatorin, ehemals beim SWR. Rätz wuchs mit suchtkranken Eltern auf und entwickelte später selbst einen problematischen Alkoholkonsum.
„Seit Jahren lebe ich alkoholfrei. Vorher habe ich jahrzehntelang meine Gefühle und mein authentisches Selbst mit Alkohol betäubt – beigebracht haben mir das meine Eltern und Großeltern. Es war ‚normal‘ für mich und ich dachte, ich sei verrückt oder mit mir stimme was nicht“, sagt sie. Sie wird über ihre Kindheit sprechen und darüber, wie sie es geschafft hat, ohne Alhohol zu leben.
Der Aktionstag macht auf eine oft übersehene Realität aufmerksam: Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst mit einem suchtkranken Elternteil auf. Viele Betroffene erleben Vernachlässigung oder Gewalt und tragen die seelischen Folgen ein Leben lang. Zusätzlich leben schätzungsweise sechs Millionen Erwachsene in Deutschland, die in suchtbelasteten Familien groß geworden sind. Ihr Risiko, selbst eine Suchterkrankung oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln, ist deutlich erhöht.
Trotz dieser hohen Zahlen bleiben Betroffene häufig unsichtbar – genau hier setzt der Aktionstag an und lädt ein zum Zuhören, sich austauschen und Informieren.
Der Eintritt ist frei. Mitveranstalter und Kooperationspartner sind die Jugend- und Drogenberatung Release, die Diakonie sowie die Koordination KipsE.
Text/Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.
