Freitag, 13. März 2026
„Mit kleinen Gesten Großes bewirken“

Das Leitungsteam des Forums Caritas Ehrenamt: Manfred Traub, Christine Stolle, Rita Merkel, Inge Lütz, Claudia Lupberger mit den beiden Fachreferenten für Gemeindecaritas und Engagementförderung, Stefanie Horn-Wolniewicz (rechts) und Lukas Buschbacher (links) © Susanne Lederle für den Caritasverband für die Diözese Speyer
Ehrenamtliche der Caritas treffen sich beim Forum Caritas Ehrenamt – Miteinander Gesellschaft solidarisch gestalten
Speyer. „Zusammen geht was“ – unter diesem Motto stand die Jahresversammlung des Forums Caritas-Ehrenamt (FCE). Zum ersten Mal kamen rund 50 ehrenamtlich Mitarbeitende des FCE in der Zentrale des Caritasverbandes für die Diözese Speyer zusammen. Stefanie Horn-Wolniewicz und Lukas Buschbacher, Fachreferenten für Gemeindecaritas und Engagementförderung, führten durch ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm.
Die Ehrenamtlichen, die in Pfarreien und Einrichtungen wie Caritas-Altenzentren, Caritas-Förderzentren oder in der Quartiersarbeit in der gesamten Diözese Speyer aktiv sind, wurden von einer offenen Sitzordnung empfangen, die den Austausch förderte und eine familiäre Atmosphäre schuf. Sofort wurde spürbar, was das Motto der Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes verspricht: „Zusammen geht was.“
Manfred Traub vom Leitungsteam des FCE begrüßte die Anwesenden mit den Worten: „Da geht noch was, weil Hoffnung nie aufgibt. Ehrenamt ist die Kunst, aus kleinen Gesten große Wirkung zu entfalten. Sei es ein Besuch, ein Gespräch oder eine Stunde Zeit für andere – und plötzlich verändert sich etwas. In meinem Leben und im Leben der Menschen, denen wir begegnen.“ Für Traub sind Ehrenamtliche Menschen, die sich einbringen und an das gemeinsame Gute glauben.
Felix Goldinger, Leiter der Stabsstelle Innovation und Transformation im Bistum Speyer, sprach über „Innovation und Exnovation“ – das bewusste Beenden veralteter Angebote. „Es gilt, Veränderungen aktiv zu gestalten und nicht nur auszuhalten“, erklärte er. Innovation und Exnovation bilden ein komplementäres Paar für den Wandel. „Loslassen ist ein Prozess, der Kraft fordert, aber neue Möglichkeiten eröffnet.“ Beispiele dafür seien die Vielfalt kirchlicher Angebote: vom Jugendgottesdienst über Camping-Kirchen bis hin zu „Kirche-Kunterbunt“ und Kunst-Kirchen. Im anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ stellte Goldinger den „Goldenen Kreis“ vor, ein Modell, das Ehrenamtliche emotional an ihre Tätigkeiten bindet und die Verbindung von Innovation und Exnovation stärkt.
Im Laufe des Vormittags präsentierten Ehrenamtliche spannende Initiativen aus der Gemeindecaritas. Die Ökumenische Nachbarschaftshilfe Schifferstadt besteht seit 34 Jahren und umfasst mittlerweile 52 ehrenamtliche Helfer. Weitere Beispiele waren das „Türöffner-Projekt“ in Landau und die Aktion „Bücherei Bann“ in Kaiserslautern. „Wir öffnen Türen in Landau: begegnen – besuchen – begleiten“ vermittelt Kontakte mit Gleichgesinnten, die sich neue Begegnungen wünschen, weil sie einsam sind, weil sie gemeinsame Zeit verbringen möchten oder weil sie jemanden suchen, mit dem sie Interessen teilen können. Die Bücherei Bann“ bietet Kindern und Familien einmal wöchentlich einen „dritten Raum“ über die reine Bücherei hinaus.
Auch persönliche Erfahrungen bereicherten die Versammlung: Olinda Perea aus Landau besucht seit Jahren Menschen in ihrem Umfeld und bezeichnet ihr Engagement als bereichernd „für beide Seiten“. Ludwig Ofer aus Dudenhofen ist seit 40 Jahren ehrenamtlich tätig – angefangen mit Genesungsbesuchen in Krankenhäusern, heute organisiert er unter anderem Weihnachtsaktionen für Bedürftige.
Am Nachmittag stand die Caritas-Jahreskampagne „Zusammen geht was“ im Mittelpunkt. Sie formuliert fünf Forderungen für einen starken Sozialstaat aller Generationen: Generationengerechtigkeit, stabile Sozialversicherungen, Chancen für Familien und Bildung, Bekämpfung von Einsamkeit, Schaffung von Begegnungsräumen und der Schutz der Schöpfung durch nachhaltige Klimapolitik.
„Caritas steht für gelebte Nächstenliebe und konkrete Hilfe dort, wo Menschen Unterstützung brauchen. Wer sich im Forum Caritas Ehrenamt einbringen möchte, ist immer herzlich willkommen“, betonte Lukas Buschbacher.
Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter www.caritas.de/verbindet
Text: Susanne Lederle für den Caritasverband für die Diözese Speyer