Mittwoch, 18. März 2026
13mal Essen für 140 Gäste ergibt 1.820 Mahlzeiten

Die Ehrenamtlichen hatten beim Essen Zeit für einen Austausch © Jennifer Reutter für den Caritasverband für die Diözese Speyer
Helfen und Gemeinschaft erleben im Team – Jeder ist willkommen
Ludwigshafen. „Auch Engel müssen mal ihre Flügel abstreifen und sich eine Pause gönnen.“ Unter anderem mit diesen Worten dankte Claudia Möller-Mahnke den etwa 35 Ehrenamtlichen, ohne die die Winterhilfe der Gemeinde Hll. Petrus und Paulus nicht möglich gewesen wäre. Drei Monate lang servierten sie einmal in der Woche etwa 140 Gästen ein Mittagessen. Mit einem vielfältigen Buffet und anerkennenden Worten dankte ihnen die Gemeinde bei einem Nachtreffen im Prälat-Walzer-Haus.
An 13 Montagen in diesem Winter bedienten die Männer und Frauen etwa 130 Gäste und suchten nette Gespräche mit Menschen, die sonst nicht viele Möglichkeiten besitzen, am sozialen Leben teilzunehmen. Die Gruppe der Helfenden zeigt sich dabei vielfältig.
Eine von ihnen ist Regine Z. Die Ludwigshafenerin litt in den letzten Monaten an einem seltenen Syndrom, weshalb sie zurzeit nur mit dem Rollstuhl mobil ist. 14 Monate hatte sie zur Reha in einem Heim verbracht. Eine Bekannte hatte sie angesprochen, ob sie Interesse daran habe, bei der Winterhilfe mitzumachen. Manche der geforderten Tätigkeiten für Ehrenamtliche wären für Z. aufgrund ihrer Einschränkungen nicht möglich gewesen. Doch für die Verantwortlichen war von Anfang an klar gewesen, dass jeder, der sich beteiligen möchte, herzlich willkommen ist. So brachte Regine Z. sich ein, indem sie beispielsweise viele Servietten für die Tischdeko faltete. Sie lobte zudem den Zusammenhalt zwischen den Ehrenamtlichen. „Es ist schön, hier diese Gemeinschaft zu finden“, erklärt sie. Auch die Religion spielte unter den Helfenden keine Rolle. Z. selbst sei evangelisch, aber auch zwei oder drei muslimische Frauen seien Teil des Teams gewesen.
Eine andere Ehrenamtliche hat seit Beginn der Aktion vor fünf Jahren immer eine besondere Aufgabe: Für jeden Montag überlegt sie sich eine neue, stimmige Tischdeko – oft zu passenden Mottos wie Fasching oder Advent. Inspiration dafür findet die über 80-Jährige auf der Kreativ-Social-Media-Plattform Pinterest. Auch die Gäste selbst kamen an manchen Tagen mit dankbaren Worten für das schöne Ambiente auf sie zu.
Für Edeltraut Ley ist das Winterhilfetreffen nicht das einzige Ehrenamt. Zusätzlich zur Winterhilfe verbringt die Seniorin zwei Vormittage in der Woche in der Bahnhofsmission Mannheim. Auch dort serviert sie Menschen Getränke und sucht den Austausch mit Bedürftigen. Aufgrund dieses Engagements waren viele Gäste der Winterhilfe bekannte Gesichter. Für Ley ist es selbstverständlich, sich für andere zu engagieren. „Ich nutze meine freie Zeit gerne, um mich ehrenamtlich zu engagieren“, verriet sie.
Über die Presse oder Mundpropaganda hatten Claudia Möller-Mahnke und ihre Kolleginnen die fleißigen Helfenden gefunden. Von 9 bis etwa 16 Uhr waren die Ehrenamtlichen an jedem der 13 Montage damit beschäftigt gewesen, vorzubereiten, anzurichten, zu bedienen und aufzuräumen. Die Menschen seien stets mit Herzblut dabei gewesen. „Auch wenn in diesem Jahr ein Schritt mehr notwendig gewesen ist“, verriet Möller-Mahnke. Schließlich finanziert sich die Winterhilfe seit 2025 nur durch Sponsoren, die gefunden werden müssen.
Doch weitere Mittagessen zum kommenden Winter sind bereits fest geplant. Im Sommer treffen sich die Verantwortlichen und Ehrenamtlichen bereits wieder, um erste Ideen zu sammeln.
Text:Jennifer Reutter für den Caritasverband für die Diözese Speyer